Klangkunst, vom 03.01.2014, 00:05 Uhr

Von Arturas Bumšteinas

1913 veröffentlichte Luigi Russolo das futuristische Manifest "L'arte dei rumori" ("Die Kunst der Geräusche"). Darin proklamierte er das Zeitalter der Geräuschtöne.

Ein Cembalo (AP Archiv)
Ein Cembalo (AP Archiv)

100 Jahre später begibt sich der litauische Komponist Arturas Bumšteinas auf die Suche nach den Vorzeichen des Futurismus. Fündig wird er im Barock, wo Schallautomaten Einzug ins Theater hielten, René Descartes den menschlichen Körper zur Maschine erklärte, und die temperierte Stimmung noch nicht allein über das Tonsystem herrschte.

Bumšteinas verbindet Aufnahmen alter Theatermaschinen mit Cembaloklängen und Russolos Intonarumori (Geräuschtöner): Affektgeladene Barockmusik trifft futuristische Effektgeräusche.

"Epiloghi" wurde 2013 mit der "Palma Ars Acustica" ausgezeichnet. 

Arturas Bumšteinas, geboren 1982 in Vilnius, ist Komponist, Klang- und Medienkünstler.

Außerdem:
Zum Tod des Sängers und Komponisten Michael Vetter:
De Profundis
Von Michael Vetter
Stimme: Michael Vetter und Natascha Nikeprelevic
Regie: Götz Naleppa
Ton: Lutz Pahl
Produktion: DeutschlandRadio Berlin 2000
Länge: 9‘28