Seit 22:03 Uhr Feature
Dienstag, 27.10.2020
 
Seit 22:03 Uhr Feature

Sein und Streit | Beitrag vom 12.04.2015

Entscheidungen Über positive und negative Freiheit

Moderation: Anja Höfer

Podcast abonnieren
Der Philosoph Otfried Höffe (dpa / picture alliance / Harry Melchert)
Der Philosoph Otfried Höffe (dpa / picture alliance / Harry Melchert)

Der Mensch empfindet Freiheit als positiv, gibt sie ihm doch Unabhängigkeit. Wie sich dieser Zustand der Autonomie aber auch ins Negative verkehren kann, erläutert der Tübinger Philosoph Otfried Höffe.

"Die Vollendung der Freiheit" - Der Philosoph Otfried Höffe über die Ambivalenz von Entscheidungen in unserer Gesellschaft

Ob Technik, Medizin, Gesellschaft oder in der Rechtsordnung, auf allen Ebenen ist Freiheit ein zentraler Begriff. Der Anspruch der Moderne war es, das Phänomen der Freiheit im Menschen zur vollen Entfaltung zu bringen, erklärt der Philosoph Otfried Höffe.

Zunächst wird dieser Begriff meist als positive Freiheit, als Unabhängigkeit oder ohne Zwang und Fremdbestimmung definiert, als Freiheit zu etwas, dabei gibt es auch eine negative Freiheit, schreibt Otfried Höffe in seinem aktuellen Buch "Kritik der Freiheit“, die Freiheit von Bevormundung oder Zwang. Doch kann die Freiheit heute noch als oberstes Ziel unserer Orientierungen gelten, gar als Liberalismus das Leitbild unserer Gesellschaft sein? Zum Liberalismus gibt es keine Alternative, so Höffes Antwort.

Im Gespräch mit Sein und Streit spricht Otfried Höffe über die Schwierigkeiten und Grenzen des Einzelnen heutzutage Freiheit zu (er)leben und wie unerlässlich der Freiheitsbegriff für Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft ist.

Außerdem in dieser Sendung:

Kleine Leute – große Fragen
Der Nachwuchs im Philosophischen Diskurs in "Sein und Streit". Claire Cossais hat diese Woche Kinder gefragt: "Muss der Mensch erzogen werden?"

Das Geräusch vor der Niederlage
Zur Unterscheidung von Strategie und Taktik. Gedanken über Alexis Tsipras Treffen mit Putin im philosophischen Wochenkommentar von Arno Orzessek.

Die schnellste Philosophie der Gegenwart
#Akzelerationismus, der Hashtag als schnelles Programm einer neuen politischen Philosophie. Ein Beitrag von Jan Drees.

Und schließlich: Unsere Drei Fragen gehen diese Woche an den Filmregisseur Wim Wenders.

Mehr zum Thema:

Otfried Höffe - Die Macht der Moral im 21. Jahrhundert
(Deutschlandfunk, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur, 28.07.2014)

Kant für unsere Zeit
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 02.06.2011)

Religionen

Staatsleistungen an die KirchenSchwierige Ablösung
Eine Hand steckt einen Euro in einen schwarzen Schlitz in Kreuzform (Symbolbild). (Getty / iStockphoto)

Schon in der Weimarer Verfassung stand der Auftrag: Die Zahlungen, die der Staat an die Kirchen leistet, sollen abgelöst werden. Doch bis heute überweisen die Bundesländer eine halbe Milliarde Euro jährlich an die großen Kirchen. Die Kritik nimmt zu.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur