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Fazit / Archiv | Beitrag vom 26.06.2018

"Entfesselte Natur" in der Hamburger KunsthalleDie Katastrophe im Spiegel der Kunst

Kurator Markus Bertsch im Gespräch mit Eckard Roelcke

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"Schiffbruch des Dreimasters 'Emily'" von Eugène Isabey. (Gérard Blot / Agence photographique de la Réunion des Musées Nationaux - Grand Palais des Champs Elysées)
"Schiffbruch des Dreimasters 'Emily'" von Eugène Isabey. (Gérard Blot / Agence photographique de la Réunion des Musées Nationaux - Grand Palais des Champs Elysées)

Sturmfluten, Brandkatastrophen und Schiffbrüche beschäftigen Künstler seit Jahrhunderten. Die Kunsthalle in Hamburg hat nun verschiedene Epochen und ihren Blick auf Naturkatastrophen in einer multimedialen Ausstellung zusammengeführt.

Ob Vulkanausbrüche, Feuersbrünste, Überschwemmungen, Erdbeben oder Schiffbrüche: Katastrophen sind unberechenbar und existentiell. Und finden immer wieder statt, ohne dass wir wissen, wann das Unglück das nächste Mal über uns hereinbricht. Kein Wunder, dass Katastrophen seit Jahrhunderten auch Künstler, Maler und Bildhauer beschäftigen.

"Flood" von Kota Ezawa. (Courtesy the artist and Galerie Anita Beckers, Frankfurt)"Flood" von Kota Ezawa. (Courtesy the artist and Galerie Anita Beckers, Frankfurt)

In ihrer multimedialen Ausstellung "Entfesselte Natur" zeigt die Hamburger Kunsthalle ab 29. Juni nun knapp 200 Kunstwerke – Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Filme und Fotografien – die einen tiefen Eindruck davon vermitteln, wie Künstler auf Naturkatastrophen blicken.

Die Schau umspannt die Zeit von 1600 bis heute, versammelt Künstler wie Caspar David Friedrich, Théodore Géricault oder Claude-Joseph Vernet - und verrät viel über die Wahrnehmung und Einordnung der Naturgewalten in der jeweiligen Zeit. Setzten die Künstler des 17. Jahrhunderts Fluten oder Feuersbrünste noch mit mythologischen und biblischen Motiven in Zusammenhang, transportieren Gemälde und Installationen aus heutiger Zeit Zivilisationskritik.

Nebeneinander von alter Malerei und Moderne

Das Nebeneinander von alter Malerei und Moderne in der Ausstellung lade zum Vergleich ein, sagte Kurator Markus Bertsch im Deutschlandfunk Kultur: "Ich finde, dass es sinnvoll ist, das Publikum gleichzeitig auf ganz verschiedene Epochen loszulassen, um zu sehen: Wo liegen die Unterschiede? Wo kann man aber auch bestimmte Kontinuitäten wahrnehmen? Die Ausstellung kann beides vergegenwärtigen."

Bertsch will das Thema der Ausstellung nicht als Anspielung auf das Endzeitgefühl unserer Tage verstanden wissen. Er wolle vielmehr die Betrachter für die Vorgeschichte der Bilder sensibilisieren, sagte er. Die Ausstellung beleuchte dabei beispielsweise auch das Scheitern des Menschen an der Natur, etwa in Folge seiner Technikgläubigkeit.

(mkn)

Entfesselte Natur, Hamburger Kunsthalle, 29. Juni bis 14. Oktober 2018

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