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Kompressor | Beitrag vom 02.12.2020

Elliot Pages ComingoutAnstoß für mehr Critical Cisness

Annette Vanagas im Gespräch mit Massimo Maio

Der kanadische Schauspieler Elliot Page hat einen schwarzen Anzug an und trägt ein weißes Hemd. (Imago / Zuma Wire / Javier Rojas)
Schritt in die Öffentlichkeit: Der Hollywood-Star Elliot Page hat unter anderem auf Instagram erklärt, trans zu sein - und dafür viel Zuspruch erhalten.. (Imago / Zuma Wire / Javier Rojas)

Der Schauspieler Elliot Page erklärt öffentlich, trans zu sein. Das sei ein wichtiger Schritt, sagt die Sozialpsychologin Anette Vanagas. Doch es sei noch keine Normalität, dass alle beim Kennenlernen ihr Pronomen nennen.

Der kanadische Schauspieler Elliot Page, bekannt unter anderem aus den Filmen "Juno" und "X-Men", hat nun auf seinen Social-Media-Kanälen bekannt gegeben, dass er transgender ist. Die Sozialpsychologin Annette Vanagas sagt dazu: "Das Statement selbst ist eigentlich völlig uninteressant. Viel interessanter ist, was wir als Gesellschaft damit anfangen und darauf reagieren."

Noch keine Normalität

Die Aussagen von Prominenten über ihre Geschlechtsidentitäten seien trotzdem wichtig, unterstreicht Vanagas, die Sexualpädagogik und Berufsrollenreflexion an der Universität Köln lehrt. Die Gesellschaft könne dankbar sein, dass es Menschen gebe, die ihre persönliche Geschichte teilten. Damit würden die Belange von vielen marginalisierten und stigmatisierten Gruppen Aufmerksamkeit erhalten.

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Page sei natürlich nicht der Erste, der diesen Schritt tat. Auch andere Prominente seien mit ihrer Geschlechtsidentität bereits an die Öffentlichkeit gegangen, so Vanagas. Dabei müsse aber beachtet werden, dass jedes Passing individuell sei.

Wichtig sei deswegen eine "Entdramatisierung", unterstreicht die Psychologin. Die Öffentlichmachung der Geschlechtsidentität, wie bei Page, sei noch lange keine Normalität. Denn: "Der große Rest der Gesellschaft kommt wohl nie in die Situation, sein Pronomen nennen zu müssen, oder sieht es als Selbstverständlichkeit an, das eigene Geschlecht und die eigene Sexualität nicht zu hinterfragen."

Alle sagen ihr Pronomen

Wünschenswert wäre deswegen "Critical Cisness". Dies würde bedeuten, dass "wenn jemand wie Elliot Page einfach seinen Namen auf Twitter, Instagram und Co. ändern kann und niemals dafür ein Statement von der Gesellschaft verlangt wird, sondern es als vollkommene Normalität anerkannt wird, dass man in jeglichem sozialen Setting, wenn man sich neu kennenlernt, nach dem Pronomen gefragt wird, welches man sich wünscht", unterstreicht Vanagas.

(rzr)

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