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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 12.01.2015

Elisabeth Moortgat und Marion BeckersWarum lässt Sie die Kunst von Frauen nicht los?

Moderation: Matthias Hanselmann

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Elisabeth Moortgat (l.) und Marion Beckers, Betreiberinnen des "Verborgenen Museums" in Berlin
Elisabeth Moortgat (l.) und Marion Beckers, Betreiberinnen des "Verborgenen Museums" in Berlin

"Das Verborgene Museum" in Berlin widmet sich seit fast 30 Jahren Kunst von Frauen. Das Ziel der Betreiberinnen Elisabeth Moortgat und Marion Beckers: Lebenswerk und Lebensgeschichten bisher unbekannter Künstlerinnen bekannt zu machen.

"Frauen malen nicht so gut. Das ist ein Fakt". Das ist kein Zitat aus dem 19. Jahrhundert, das sagte der deutsche Künstler Georg Baselitz in einem "Spiegel"-Interview vor zwei Jahren. Männer, die die Kunst von Frauen nicht anerkennen: In Deutschland hat das eine lange Tradition, meinen die beiden Kulturwissenschaftlerinnen Elisabeth Moortgat und Marion Beckers.

Marion Beckers (links) und Elisabeth Moortgat, Betreiberinnen des "Verborgenen Museums" in Berlin, in der Sendung "Im Gespräch" im Deutschlandradio Kultur (Matthias Horn / Deutschlandradio)Marion Beckers (links) und Elisabeth Moortgat in der Sendung "Im Gespräch" im Deutschlandradio Kultur (Matthias Horn / Deutschlandradio)

Sie engagieren sich seit fast 30 Jahren dafür, Lebenswerk und Lebensgeschichten von bisher unbekannten Künstlerinnen bekannt zu machen. Solange gibt es bereits "Das Verborgene Museum" in Berlin, das die Arbeit von Malerinnen und Fotografinnen zeigt. Moortgart und Beckers sind seit den Gründungstagen im Jahr 1986 dabei.

Das Museum liegt in einem Hinterhof - deswegen wurde es allerdings nicht als "verborgen" betitelt. Es sei bei der Gründung um die verborgenen Künstlerinnen gegangen, erklärte Beckers. Sie und Moortgat können sich noch lebhaft an die ersten Jahre ihres ehrenamtlichen Engagements erinnern: Diskussion in verrauchten Hinterzimmern, knappe Finanzen: "Wir haben überall gebettelt."

Frauen durften lange keinen männlichen Akt malen

Auf die Frage, ob Frauen anders malen als Männer, antwortet Beckers mit einem Beispiel: Für Frauen sei es lange verboten gewesen, einen männlichen Akt zu malen. Damit hätten sich für sie eigene Themen ergeben. Wenn heute die Nase gerümpft werde, dass Frauen Blumen oder den eigenen Garten auf die Leinwand bringen, sei dies einfach nur eine Konsequenz aus Umfeld und Bedingungen, unter denen sie gemalt hätten.

"Also gibt es Unterschiede, die aber in jedem einzelnen Fall zu überprüfen wären": Und das auch nur in der Auswahl der Sujets, nicht in der Qualität. Und es gebe natürlich auch eine Unmenge von Bildern, die von Frauen gemalt worden seien und keinen Rückschluss auf das Geschlecht der Künstlerin zuließen.

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