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Kulturnachrichten

Donnerstag, 14. November 2019

Haushaltsausschuss sichert Kosten für Museum der Moderne

Die umstrittene Finanzierung des Museums der Moderne in Berlin ist vom Haushaltsausschuss des Bundestages bestätigt worden. Statt 200 Millionen Euro sind nun knapp 365 Millionen Euro für den Bau zwischen Philharmonie und Neuer Nationalgalerie angesetzt. Kulturstaatsministerin Grütters (CDU) hatte sogar 450 Millionen beantragt, damit Baukostensteigerungen und ein Risikopuffer abgedeckt sind. Gegenüber Deutschlandfunk Kultur zeigte sich Grütters erleichtert über die Entscheidung. Der Haushaltsausschuss habe damit anerkannt, dass kein Land und keine Stadt das 20. Jahrhundert so erlebt und erlitten habe wie Deutschland und Berlin. „Und deshalb ist es richtig und angemessen, dass wir jetzt die Kunst dieser Zeit vernünftig präsentieren können." Die CDU Politikerin versicherte, die bewilligte Summe sei eine Schmerzgrenze.

83,5 Millionen für Sanierung des Nationaltheaters in Weimar

Der Bund will die Generalsanierung des Deutschen Nationaltheaters in Weimar in den kommenden Jahren mit 83,5 Millionen Euro unterstützen. Begründet wurde dies mit der überragenden historischen Bedeutung des Hauses, das auch in Zukunft zeitgemäß genutzt werden soll, wie die Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann (CDU) und Carsten Schneider (SPD) informierten. Das Geld wurde den Angaben in der Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages bewilligt. Der Bundeshaushalt soll Ende November endgültig verabschiedet werden, die ersten Gelder 2020 fließen.

"Schindlers Liste"-Produzent Branko Lustig gestorben

Er war Holocaust-Überlebender und Oscar-Preisträger: Heute ist Branko Lustig in Zagreb im Alter von 87 Jahren gestorben. Als Kind jüdischer Eltern im Juni 1932 in Kroatien geboren, wurde er in die Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen deportiert und verlor den Großteil seiner Familie. Später wanderte er in die USA aus. Es sei ein langer Weg von Auschwitz auf diese Bühne, hatte Lustig gesagt, als er 1993 den renommiertesten Filmpreis der Welt für seine Produktion von Steven Spielbergs "Schindlers Liste" entgegennahm. Vor zehn Jahren war Lustig in seine Heimat zurückgekehrt und zum Ehrenbürger der Hauptstadt ernannt worden.

Berlin bekommt ein "Radio Arabica"

Ein arabischsprachiger Radiosender in der deutschen Hauptstadt: Den hat der Medienrat der Medienanstalt Berlin-Brandenburg beschlossen. "Radio Arabica" ist der Name, teilte das Gremium mit. Redaktionell seien Beiträge über das Leben in Berlin, Kultur, Nachrichten, Comedy und Sport vorgesehen. Dazu komme eine Mischung aus arabischer Volksmusik, Pop und moderner Musik. "Neben einem französischen, russischen, türkischen, englischen und amerikanischen Radioprogramm gibt es somit auch ein Angebot für die arabische Bevölkerung", sagte Hansjürgen Rosenbauer, Vorsitzender des MABB-Medienrates. Wann das Programm startet, wurde nicht mitgeteilt.

Schiller-Gedächtnispreis an Autorin Haratischwili

Die Roman- und Theaterautorin Nino Haratischwili hat den Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg erhalten. Die aus Georgien stammende und seit 2003 in Deutschland lebende Schriftstellerin gehöre zu den wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski bei der Preisverleihung. "Ihre Stücke folgen einer offenen Dramaturgie, sind erzählend und stellen Fragen ohne moralisierend zu sein." Zu Haratischwilis bekanntesten Romanen zählen die Familiengeschichte "Das achte Leben" und "Die Katze und der General". Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird alle drei Jahre vom Land Baden-Württemberg vergeben.

Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für zwei Wissenschaftsjournalisten

Die Wissenschaftsjournalisten Mai Thi Nguyen-Kim und Harald Lesch sind mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet worden. Den beiden Preisträgern gelinge es mit ihren Fernsehsendungen und Youtube-Kanälen im Internet, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu machen und sie in gesellschaftliche und politische Diskussionen einzuordnen, so die Begründung des WDR. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. Der Preis wurde zur Erinnerung an "Tagesthemen"-Moderator Hanns Joachim Friedrichs von einem Freundeskreis des Journalisten ins Leben gerufen. Die Preisverleihung findet abwechselnd beim NDR in Hamburg und beim WDR in Köln statt.

Katalanischer Dichter Joan Margarit erhält Cervantes-Preis

Der spanische Dichter Joan Margarit wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet. Dies gab der spanische Kulturminister José Guirao bekannt. Der katalanische Lyriker und Architektur-Professor ist nicht nur in seiner Heimatregion, sondern in ganz Spanien einer der meistgelesenen Dichter. Der Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt und ist mit 125 000 Euro dotiert. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung an die ungeschriebene Regel, wonach die Ehrung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zuerkannt wird: Im vergangenen Jahr war die uruguayische Schriftstellerin Ida Vitale geehrt worden.

Namibia benennt deutsche Kolonialstraßen um

In der namibischen Hauptstadt Windhuk sind viele Straßennamen aus deutscher Kolonialzeit ersetzt worden. Insgesamt wurden, laut dem Radiosender "Hitradio Namibia", 15 Straßen nun mit Namen namibischer Freiheitskämpfer sowie politischer und kirchlicher Aktivisten umbenannt. Geehrt wurde unter anderem der namibische SWAPO-Politiker Mburumba Kerina. Verschwunden sind beispielsweise die Bismarck-, Bahnhof- und Lüderitzstraße. Das heutige Namibia stand mehr als 30 Jahre unter deutscher Kolonialherrschaft. Deutsche Soldaten schlugen zwischen 1904 und 1908 Aufstände der einheimischen Volksgruppen der Herero und Nama brutal nieder. Seit 2015 führen Namibia und Deutschland bilaterale Gespräche über die Aufarbeitung des Genozids.

Rätsel um 1000 Jahre alten Sarkophag gelöst

Das Rätsel um den rund 1000 Jahre alten Sarkophag in der evangelischen Johanniskirche in Mainz ist gelöst. Die Vermutung, dass in dem Grab der im Jahr 1021 verstorbene Mainzer Erzbischof Erkanbald bestattet liegt, habe sich nun tatsächlich bestätigt, teilte Forschungsleiter Guido Faccani mit. Die Wissenschaftler sind sich jetzt sicher: Die evangelische Johanniskirche war damals der Dom von Mainz. Von Anfang an vertraten sie die These, es könnte sich bei dem 2017 im Zuge archäologischer Grabungen geborgenen Sarkophag um das Grab von Erkanbald handeln. Doch die Sargöffnung brachte zunächst keine Klärung. In dem Grab waren weder ein Bischofsring noch eine Inschriftentafel gefunden worden. Entscheidend für die Lösung des archäologischen Rätsels waren jedoch Analysen der Textilreste.

Berlinische Galerie kauft Gemälde von Lotte Laserstein

Die Berlinische Galerie hat ein weiteres Gemälde von Lotte Laserstein erworben. Die wiederentdeckte Malerin gilt als eine der wichtigsten Künstlerinnen der Weimarer Republik. Mit viel Engagement des Fördervereins sei der Ankauf des Porträts "Dame mit roter Baskenmütze" gelungen, teilte die Galerie mit. Laserstein war während des Nationalsozialismus ins schwedische Exil gegangen. Ankäufe ihrer Werke seien nur selten möglich, weil die meisten ihrer Bilder bis heute in Privatbesitz seien, erklärte die Galerie. Einen Kaufpreis nannte das Haus nicht.

Universität Münster gibt antiken Pokal zurück

Die Universität Münster hat ein antikes Gefäß aus dem 6. Jahrhundert vor Christus an das griechische Kultur- und Sportministerium übergeben. Uni-Rektor Johannes Wessels überreichte den sogenannten Skyphos in Athen, wie die Hochschule mitteilte. Das mit Läufer- und Schiedsrichter-Motiven bemalte Gefäß bekam der erste Marathon-Sieger der Olympischen Spiele der Neuzeit, Spyridon Louis, 1896 als Pokal. Der zum Siegerpokal gewordene Skyphos lagerte jahrzehntelang unerkannt im Archäologischen Museum der Universität und soll nun einen Ehrenplatz im Museum der antiken Olympischen Spiele in Olympia bekommen, wie es hieß. "Wann und wie der Skyphos einst nach Deutschland gelangt war, ist unbekannt", so die Hochschule.

Pronold steht der Stiftung Bauakademie vor

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Pronold wird Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie. Der 46-jährige soll die von Karl Friedrich Schinkel Mitte des 19.Jahrhunderts gegründete Akademie wiederbeleben, teilte das Bundesinnenministerium mit. Die Akademie werde in unmittelbarer Nähe zum Berliner Stadtschloss ein Forum für Themen rund um Architektur, Bauwesen und Stadtentwicklung sein. Pronold bringe seine Erfahrung als für den Bau zuständiger parlamentarischer Staatssekretär mit und habe eindrucksvoll vermittelt, dass ihm die Bauakademie ein Herzensanliegen sei, so die Findungskommission. Pronold gibt für die neue Aufgabe seine politischen Ämter als Parlamentarischer Staatssekretär und sein Bundestagsmandat ab.

Mehr als 650.000 Anmeldungen zum Vorlesetag

Der bundesweite Vorlesetag am Freitag steht unter dem Motto "Sport und Bewegung". Viele Aktionen finden in Turnhallen, auf Sportplätzen, in Tanzschulen, und Stadien wie die Stiftung Lesen mitteilte. Mehr als 650.000 Zuhörer und Vorleser haben sich demnach bisher zum Vorlesetag angekündigt, darunter auch viele Sportler wie etwa die Fußballnationaltorhüterin Almuth Schult und Mats Hummels von Borussia Dortmund. Vorlesen und Bewegung sind den Organisatoren zufolge gleichermaßen wichtig für die gesunde körperliche und kognitive Entwicklung von Kindern. Jedes Jahr findet am dritten Freitag im November der bundesweite Vorlesetag statt.

Venedigs Bürger beklagen Versagen der Politik

Angesichts der massiven Schäden in Venedig durch das schwerste Hochwasser seit mehr als 50 Jahren hat die Regierung in Rom Hilfe angekündigt. Durch Ausrufung des Notstandes sollen die Mittel schneller bereitgestellt werden. Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro macht für die Überschwemmungen den Klimawandel verantwortlich. Viele Einwohner sehen die Ursache hingegen im Versagen der Politik, so auch der Professor für Architekturgeschichte Marco de Michelis. Er erinnerte an das letzte außerordentliche Hochwasser von 1966. Seitdem habe sich die Situation nicht verbessert, sondern eher verschlimmert. „In der Zwischenzeit hat man fünf Milliarden Euro ausgegeben, um das System zum Schutz der Lagune zu erreichen, und das Werk ist noch nicht fertig", sagte de Michelis gegenüber Deutschlandfunkkultur zum nicht funktionierenden Sturmflutwerk Mose, das sich seit 2003 in Bau befindet.

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