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Interview / Archiv | Beitrag vom 02.03.2007

EKD: Es geht nicht darum, etwas zu verhindern

Debatte um muslimisches "Wort zum Freitag"

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Die Spitzen des Minaretts der Sultan-Selim-Moschee, rechts, und des Turms der katholischen Liebfrauenkirche in Mannheim. (AP)
Die Spitzen des Minaretts der Sultan-Selim-Moschee, rechts, und des Turms der katholischen Liebfrauenkirche in Mannheim. (AP)

In der Diskussion um ein "Wort zum Freitag" für Muslime hat der Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bernd Merz, Vorwürfe gegen die christlichen Kirchen zurückgewiesen. Es gehe nicht darum, grundsätzlich etwas zu verhindern. Allerdings müssten zuvor die Strukturen gegeben sein, betonte Merz im Deutschlandradio Kultur.

Für einen ähnlichen Anspruch auf Verkündigungssendungen, wie ihn Christen und Juden in Deutschland hätten, müssten dann die Rundfunkstaatsverträge geändert werden:

"Man wird dann auch betrachten müssen, wie eigentlich das Vorrecht von Christen und jüdischer Glaubensgemeinschaft in den Rundfunkstaatsverträgen nach dem Krieg entstanden ist. Das hat mit der Zeit der Nazi-Diktatur zu tun."

Eine bundesweit übertragenes "Wort zum Freitag" oder eine Aufteilung der Sendung "Wort zum Sonntag" lehnte Merz entschieden ab: "Dafür gibt es zu viele Möglichkeiten der öffentlich-rechtlichen Sender und auch so viele Programme."

Voraussetzung für solche Sendungen seien allerdings entsprechende Strukturen bei den in Deutschland lebenden Muslimen, erklärte Merz: "Das heißt: Wer ist der Ansprechpartner? Das ist für uns doch auch im Dialog immer schwierig. Wer vertritt die Muslime in Deutschland?" Keiner der muslimischen Verbände könne Mitgliederzahlen angeben.

Ebenso betonte Merz, dass die christlichen Kirchen in Deutschland erst über Jahre hinweg die notwendigen Erfahrungen gesammelt hätten: "Die Kirche hat da auch leidvolle Erfahrungen in fünfzig Jahren 'Wort zum Sonntag' gemacht. Wir mussten nämlich auch lernen, was das heißt, im Fernsehen öffentlich zu reden - auch zu Menschen, die säkular sind."

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