Seit 20:03 Uhr In Concert
Montag, 20.09.2021
 
Seit 20:03 Uhr In Concert

Aktuell / Archiv | Beitrag vom 03.10.2016

Einheitsfeier in DresdenDemonstranten beschimpfen Merkel und Gauck

Pegida-Anhänger protestieren am 03.10.2016 vor der Frauenkirche in Dresden (Sachsen). Zum Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit werden an diesem Montag die höchsten Repräsentanten des Staates in Dresden erwartet. (dpa/picture-alliance/Jan Woitas)
Pegida-Anhänger protestieren vor der Frauenkirche in Dresden (Sachsen). (dpa/picture-alliance/Jan Woitas)

In Dresden erreichen die Feiern zur Deutschen Einheit heute mit einem Festakt in der Semperoper ihren Höhepunkt. Doch der Weg in die Altstadt geriet für Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zum Spießrutenlauf. Pegida- und AfD-Anhänger begrüßten sie mit Trillerpfeifen und "Haut ab"-Rufen.

Mehrere hundert Demonstranten hatten sich vor dem weiträumig abgesperrten Verkehrsmuseum postiert, in dem sich die geladenen Gäste in das Goldene Buch der Stadt Dresden eintragen sollten. Neben Merkel und Gauck musste auch Bundestagspräsident Norbert Lammert an den pöbelnden Demonstranten vorbei. "Volksverräter", "Haut ab" und "Merkel muss weg", schallte es ihnen entgegen. Die sächsische Staatskanzlei kritisierte das Verhalten der Protestierenden.

Der Protest kam vor allem von Anhängern des fremdenfeinlichen Pegida-Bündnisses, unter ihnen dessen Mitbegründer Lutz Bachmann, und von Sympathisanten der AfD. Die Frau des sächsischen Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD) brach in Tränen aus, als sie durch die Menge ging. Die Polizei musste eingreifen. Der Grünen-Politikerin Claudia Roth warfen sie vor, die "Vernichtung des deutschen Volkes" voranzutreiben.

Zum Schutz der geladenen Gäste sah die sächsische Polizei sich schließlich zum Eingreifen gezwungen.

Die Einheitsfeiern finden seit Freitag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 2.600 Beamte sind im Einsatz. Um 10 Uhr fand in der Dresdner Frauenkirche ein ökumenischer Gottesdienst statt. Am Mittag folgt der Staatsakt in der Semperoper.

Die Atmosphäre in der Stadt ist angespannt. In der vergangenen Woche hatte es Sprengstoffanschläge vor einer Moschee und einem Kongresszentrum gegeben, bei denen niemand zu Schaden kam. In der Nacht zu Sonntag setzten Unbekannte drei Fahrzeuge der Polizei in Brand.

(am/vic/md)

Mehr zum Thema

Einheitsfeiern in Dresden - Polizeiautos angezündet - politisches Motiv?
(Deutschlandfunk, Nachrichten vertieft, 02.10.2016)

Wolfgang Thierse - "Es gibt natürlich noch Differenzen"
(Deutschlandfunk, Interview, 01.10.2016)

Fotografien abgerissener DDR-Grenzorte - "Die Menschen mussten unter Tränen da raus"
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 03.10.2016)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Studio 9

30 Jahre Pogrom von HoyerswerdaSchwieriges Gedenken
Gedenkstele in Hoyerswerda zeigt einen Regenbogen und die Aufschrift "Herbst 1991" (picture alliance / ZB | Jens Kalaene)

Am 18. September 1991 griffen Neonazis in Hoyerswerda ein Wohnheim von Vertragsarbeitern aus Vietnam und Mosambik an. 30 Jahre später erinnert die Stadt an das mehrtägige Pogrom. Auch Opfer von damals sind in die Stadt zurückgekehrt. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur