Freistil, vom 04.04.2021, 20:05 Uhr

Eine vorsichtige Annäherung an den EselStörrische Sanftmut

Einen guten Ruf hat der Esel nicht: Meistens gilt er als dumm und stur - der störrische Esel. Manchmal als geduldig und opportunistisch - der I-A-Sager. Dann wieder als triebhaft - als geiler Esel.

Ein Esel in einem wolkenreichen Hintergrund (Imago / Addictive Stock)
Der Esel ist ein unterschätztes Multitalent (Imago / Addictive Stock)

Ein Blick in Kultur- und Naturgeschichte des Esels macht eine Reihe von Trampelpfaden sichtbar, die dem gängigen Blick entgegenwirken: Störrisch werden die Tiere, wenn sie geprügelt werden. So leisten sie als heimliche Anarchisten gewaltlosen Widerstand.

Andererseits entspringt ihr dumm erscheinendes Verharren einer Veranlagung zum zaudernd-reflektierenden Innehalten. Ihre Langmut entspricht ihrem freundlichen Wesen: Nicht grundlos dienen die Esel dem Wandernden seit Jahrtausenden als Gefährten.

Und ihre vermeintliche Geilheit? Nichts als menschliche Projektionen: Seit der Antike träumen Dichter und Denker davon, sich in Esel zu verwandeln und erotische Abenteuer zu erleben.

Störrische Sanftmut
Eine vorsichtige Annäherung an den Esel
Von Rolf Cantzen

Regie: Philippe Brühl
Es sprachen: Eva Meckbach, Joachim Schönfeld,
Tonio Arango und Inka Löwendorf
Ton und Technik: Alexander Brennecke
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2021

Störrische Sanftmut. Eine vorsichtige Annäherung an den Esel (PDF)

Störrische Sanftmut. Eine vorsichtige Annäherung an den Esel (Textversion)

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