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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 28.12.2017

Eine Sendung über NichtsOhne Titel

Von Julius Stucke

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Sie sehen die leere Tribüne eines Stadions mit roten Kunststoffsitzen (picture-alliance / dpa / Thomas Eisenhuth)
Auch wenn da niemand ist, ist da nicht Nichts. (picture-alliance / dpa / Thomas Eisenhuth)

Neues Jahr, neues Glück. Schon sind alle wieder fleißig dabei und tun was. Etwas. Wer keinen Inhalt hat, bekommt wenigstens Content. Aber wie wäre es einmal mit: Nichts?

Über Nichts schreiben, an Nichts arbeiten. Wir machen uns auf die Suche nach Nichts. Was nach wenig klingt aber eigentlich ziemlich viel ist. Alles und Nichts. Ist das Nichts schön? Schwarz? Groß oder klein? Halb leer oder ganz voll? Wir suchen gemeinsam mit Philosophen, Physikern, Künstlern.

"Das Entscheidende daran, das Nichts zu verstehen ist eigentlich zu verstehen, was es heißt, dass es tatsächlich Nichts gibt. Und das es nicht Etwas ist", gibt der Philosoph Georg Bertram zu Bedenken. Es sei wichtig, um zu verstehen, was Etwas ist und damit, was wir sind. Und – dass alles in Bewegung ist.

Und auch der Astrophysiker Matthias Steinmetz versucht sich an einer Definition.

"Der leere Raum hat auch: Raum und Zeit. Wenn wir die Frage stellen: Was war vor dem Urknall – oder außerhalb – kommen wir ja zu den Fragen: Macht das Sinn etwas zu definieren, ein davor zu definieren: wenn es keine Zeit gibt? Macht es Sinn etwas außerhalb zu definieren, wenn es keinen Raum gibt? Da kommen wir auf das Nichts in einer noch extremeren Art und Weise. Was für ein Zustand ist das, ohne Raum und Zeit? Wir kommen dann in Definitionsprobleme. Wie definiere ich 'anderswo', wenn es den Raum nicht gibt. Wie definiere ich früher, später, wenn es die Zeit nicht gibt."

Und was war dann vor uns hier?

Der Künstler Stephan US nähert sich dem Thema auf praktische Weise. Sein "Archiv des Nichts" ist voller Dinge - die sich dem Nichts widmen. Darin: ein Tantalusbecher, der sich entleert, sobald man ihn zu voll macht. Oder eine Trauermarsch-Komposition, die aus leeren Notenblättern besteht. 

"Das ist auch humorvoll – aber gleichzeitig trägt er in diesem Humor die Würde der Trauer rein, nämlich die Stille. Seid doch einfach mal ruhig und besinnt Euch. Finde ich wunderbar."

Und Sie? Hören einfach zu, frei nach Loriot: Sagen Sie jetzt nichts!

Das vollständige Manuskript zur Sendung im PDF-Format und als barrierearme txt-Version

(Wiederholung vom 03.01.2017)

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