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Thema / Archiv | Beitrag vom 26.01.2010

"Eine schnöde technokratische Entscheidung"

Kritik an geplanter Auflösung der Stiftung für NS-Opfer in Russland

Gedenkzeremonie zum 60. Jahrestag des Endes der Leningrader Blockade in St. Petersburg 2004. (AP)
Gedenkzeremonie zum 60. Jahrestag des Endes der Leningrader Blockade in St. Petersburg 2004. (AP)

Der Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Moskau, Jens Siegert, hat die Ankündigung der russischen Regierung kritisiert, die Stiftung "Verständigung und Versöhnung" zu schließen.

Dies sei der falsche Schritt, obwohl die Entschädigungsgelder aus Deutschland an ehemalige Zwangsarbeiter mittlerweile ausgezahlt seien, sagte Siegert. Falls die russische Regierung morgen beschließe, die Stiftung zu schließen, verlören die ehemaligen Zwangsarbeiter "eine wichtige Appellationsinstanz". Wie Siegert erläuterte, ist es für die Opfer in Russland sehr wichtig, dass eine offizielle Institution erkläre, dass die Betroffenen vom Staat als Opfer anerkannt seien. "Erst dann gibt es auch die gesellschaftliche Anerkennung und - vor allen Dingen - erst dann gehen Staatsangestellte, Beamte mit diesen Menschen einigermaßen menschlich um."

Nach Einschätzung Siegerts hat die angekündigte Schließung der Stiftung aber keinen ideologischen Hintergrund. Es scheine eher "eine schnöde technokratische Entscheidung" gewesen zu sein: "Man hat geschaut, wo kann man sparen, was braucht man noch, was braucht man nicht mehr." Die Stiftung habe aus Sicht der Regierung ihre Aufgabe erfüllt, "und dann wird sie eben einfach zugemacht", so Siegert.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 26.6.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

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