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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 16.07.2016

Eine Lange Nacht über Natalia Ginzburg Stimmen des Abends

Von Eva Pfister

Die italienische Schriftstellerin Natalia Ginzburg am 9.11.1989. Sie wurde am 14.7.1916 in Palermo geboren und starb am 8.10.1991 in Rom. | (dpa / picture alliance / ansa Ianni)
Die italienische Schriftstellerin Natalia Ginzburg (dpa / picture alliance / ansa Ianni)

So subtil wie psychologisch genau - und nicht ohne Witz - beschrieb Natalia Ginzburg (1916 - 1991), was zwischen Menschen geschieht, die sich nahe stehen.

Die Tochter eines jüdischen Wissenschaftlers und einer katholischen Sozialistin hörte und sah genau hin, wie Männer und Frauen, Eltern und Kinder, Liebende und Freunde miteinander umgehen.

Ihre Erzählungen und Romane wie „Alle unsere Gestern“, „Die Stimmen des Abends“ oder das berühmte Erinnerungsbuch „Familienlexikon“ berichten vom Mussolini-Faschismus, vom Krieg und vom Winter in den Abruzzen, wohin die junge Mutter zweier Kinder ihrem Mann in die Verbannung folgte. Leone Ginzburg war aktiver Antifaschist; 1944 wurde er von der Gestapo in Rom ermordet.

Als Lektorin beim Turiner Einaudi-Verlag und als Autorin wurde Natalia Ginzburg später eine wichtige Figur in der italienischen Kulturszene und nahm oft zu gesellschaftlichen Problemen Stellung. So bildet das Gesamtwerk der Autorin, deren 100. Geburtstag am 14. Juli zu feiern ist, eine Chronik des italienischen Alltagslebens im 20. Jahrhundert.

Lange Nacht

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