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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 03.10.2015

Eine Lange Nacht über DDR-Regisseurinnen Filmemachen um jeden Preis?

Die DDR-Regisseurinnen Petra Tschörtner, Gabriele Denecke und Helke Misselwitz

Von Beate Schönfeldt

Hier in der Szene "1. Mai" von rechts: Axel Werner als Lehrer Simrock, Franz Viehmann als stellv. Schuldirektor Kabitzke, Regisseurin Gabriele Denecke und Ulrike Krumbiegel als Antonia. (picture-alliance / dpa / Klaus Franke)
Aus "Schlaflose Tage" eines DFF-Filmes. Hier in der Szene "1. Mai" von rechts: Axel Werner als Lehrer Simrock, Franz Viehmann als stellv. Schuldirektor Kabitzke, Regisseurin Gabriele Denecke und Ulrike Krumbiegel als Antonia. (picture-alliance / dpa / Klaus Franke)

In der DDR gab es nur wenige Regisseurinnen. Sich an der Filmhochschule in Babelsberg zu bewerben, um Regisseurin zu werden, war kein emanzipatorischer oder gar politischer Akt. Frauen im Westen Deutschlands hingegen verstanden ihre Filme oft nicht so sehr als Kunstwerke, sondern mehr als politischen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft.

Sie waren eng an die Produktivität der DEFA-Filmstudios und des Fernsehens der DDR gebunden. Der künstlerische Anspruch war durchaus hoch, zumal sich jeder Film innerhalb der nationalen Filmproduktion eines Jahres durchsetzen musste. Um zu einem Regiestudium zugelassen zu werden, brauchte es eine Delegierung entweder des Spielfilm- oder der Dokumentarfilmstudios, Berlin, Babelsberg und Kleinmachnow. Die Filmhochschule, heute Filmuniversität, bot weite Experimentierfelder für die drei Regisseurinnen Petra Tschörtner, Gabriele Denecke und Helke Misselwitz.

Schwierig wurde dann allerdings der Übergang in die Praxis. Die delegierenden Institutionen forderten die Rückkehr an den staatlich gelenkten Arbeitsplatz und das Einhalten geschriebener wie ungeschriebener Gesetze. Um den Preis der garantierten Anstellung bleiben da und dort auch künstlerische Ambitionen auf der Strecke. Nach diesen ambivalenten Erfahrungen werden sie ab 1989 mit dem komplizierten westlichen Arbeitsmarkt konfrontiert, der manche zwingt, noch einen anderen Job auszuüben, für viele Künstlerinnen und Künstler längst Realität.

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