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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 10.03.2018

Eine Lange Nacht entlang der ElbeDu schöner Fluss mit deiner Flut

Von Katharina Palm

Die Elbe aufgenommen am 27.08.2014 bei Bleckede (Niedersachsen). (picture alliance / dpa / )
Die Elbe (picture alliance / dpa / )

Gleich mehrere Stätten auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes finden sich an der Elbe: das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit seinen vielen Schlössern, Dessau mit seinem Bauhaus und die Lutherstadt Wittenberg. Wir begegnen einer aufregenden Kulturlandschaft.

Als sich die russischen und amerikanischen Soldaten auf der zerstörten Elbbrücke in Torgau die Hand reichten, ging das Foto dieses Handschlags um die Welt. Es symbolisierte das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Der Friede währte nicht lange, der Kalte Krieg sollte bald beginnen und auch in diesem sollte die Elbe eine wichtige Rolle spielen. Die Elbe wurde zum innerdeutschen Grenzfluss. Auf die "Aktion Ungeziefer" 1952, folgte im Sperrgebiet die "Aktion Kornblume" 1961. Für die betroffenen Menschen noch heute eine schmerzvolle Erinnerung.

Da das Elbufer während des Kalten Krieges zum Umfeld einer fast undurchdringlichen Staatsgrenze gehörte, konnte sich wiederum die Natur ungehindert entwickeln. Heute ist dieser Abschnitt der Mittel-Elbe als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.

Gleich mehrere Stätten auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes finden sich an der Elbe: das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit seinen vielen Schlössern, Dessau mit seinem Bauhaus und die Lutherstadt Wittenberg. Eine der mächtigsten Festungen Europas liegt im Elbsandsteingebirge an der Elbe, die Festung Königstein mit ihrer über 800-jährigen Geschichte.

Eine Lange Nacht über eine aufregende Flusslandschaft, ihre Schönheiten, ihre Gefahren und ihre Geheimnisse.

"Die Elbe ist so recht eigentlich der deutsche Strom"

So schrieb Schriftsteller Max Jähns 1900 über das Wesen der Elbe: "Heißt doch Elbe gar nichts anderes als kurzweg "Fluss". Dass aber einst den Deutschen die Elbe als der Fluss schlicht hin galt, das hat seinen guten Grund. Wohl meldet die Forschung von Zeiten, in denen an den Ufern des Rheines und der Weser noch keine Deutschen gewohnt, dann wieder von solchen in denen die Deutschen die Flussgebiete der Oder und der Weichsel verlassen hatten – keine Zeit aber kennen wir, in der nicht Deutsche an den Ufern der Elbe, gewohnt hätten. Und darum ist die Elbe unserem Volk so lieb und teuer! Ihr Verhältnis zum Rhein ist ungefähr das gleiche wie in unserer Dichtung das der Linde zur Eiche. Mächtig greifen die Sänger in die Saiten zum Preise der knorrigen, gewaltigen, hochwipfligen Eiche; aber das Volk liebt die Linde; unter ihrem Schatten tagt das Volksgericht, und im Dufte ihrer Blüten schwingt sich der Reigen der Dörfler."

Der Rhein mag berühmter sein,  immerhin gab es bereits im 19. Jahrhundert über 120 Reiseführer und Landschaftsbeschreibungen über den Rhein, im Gegensatz zu 25 über die Elbe, aber mit ihren Mythen und abenteuerlichen Geschichten kann sie es mit jedem anderen Fluss aufnehmen. Ihre Quelle hat die Elbe im tschechischen Riesengebirge auf einer Höhe von etwa 1400 m und bereits kurz dahinter stürzt sie im Elbfall 40 Meter in die Tiefe.

Die Elbe - von der Quelle bis zur Mündung in der ARD Mediathek

Die Elbe (niederdeutsch Elv, tschechisch Labe, lateinisch Albis) ist ein mitteleuropäischer Strom, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mündet. Sie ist der einzige Fluss, der das von Mittelgebirgen umschlossene Böhmen zur Nordsee hin entwässert. Zu den bekanntesten Gewässern ihres Einzugsgebiets gehören die Moldau, die Saale, die Havel mit der Spree und die Elde mit der Müritz. Im Oberlauf durch die Mittelgebirge geprägt, folgt sie im weiteren Verlauf zwei Urstromtälern des Norddeutschen Tieflands. Weiterlesen bei Wikipedia

Der Elberadweg

Riese Ruebezahl. (imgago)Der Riese Rübezahl. (imgago)

Rübezahl, der Berggeist des Riesengebirges

In der wilden Landschaft des Riesengebirges spielen die Legenden des Berggeistes Rübezahl. Johann Karl August Musäus beschreibt ihn in den "Volksmärchen der Deutschen" 1783 als launischen, ungestümen, sonder­baren Kerl, der aber durchaus auch eine weiche Seite hatte, denn eines Tages erblickte der Berggeist eine Prinzessin, badend unterhalb eines Wasserfalls und verliebte sich. Er verwandelte sich in einen Jüngling und entführte die Jungfrau in einen von ihm herbeigezauberten Palast in den Bergen. Da die Prinzessin jedoch traurig und einsam in ihrem prächtigen Reich war, brachte der Berggeist ihr einen Korb mit Rüben.

Rübezahl, der Berggeist des Riesengebirges bei Wikipedia

Rübezahl - Herr der Berge (1957) bei Youtube

Burg Schreckenstein

Einige Kilometer stromabwärts erhebt sich eine Burgruine 100 Meter über der Elbe, die durch Künstler wie Caspar David Friedrich und Ludwig Richter verewigt wurde. Einen anderen Künstler hat sie, neben der Grundlage für sein Hauptwerk, auch zu wunderbaren Albernheiten inspiriert.

"… als ich mich in frühgewohnter Weise zu einer mehrtägigen Fußwanderung in das böhmische Gebirg aufmachte, um meinen Plan zum »Venusberg« unter den angenehmen Eindrücken eines solchen Ausfluges in mir auszuarbeiten. Hierzu reizte es mich, auf dem so romantisch gelegenen Schrekkenstein bei Aussig http://www.burgenwelt.org/index.php für mehrere Tage in dem kleinen Gastzimmer, in welchem des Nachts mir eine Streu aufgemacht wurde, mein Quartier zu nehmen. Tägliche Besteigung der »Wostrai«, der höchsten Bergspitze der Umgebung, erfrischten mich, und die phantastische Einsamkeit regte meinen Jugendmut in der Art wieder auf, daß ich eine volle Mondnacht, in das bloße Bett-Tuch gewickelt, auf den Ruinen des Schreckensteins herumkletterte, um mir so selbst zur fehlenden Gespenstererscheinung zu werden, wobei mich der Gedanke ergötzte, von irgendjemand mit Grausen wahrgenommen zu werden. Hier setzte ich denn nun in mein Taschenbuch den ausführlichen Plan zu einer dreiaktigen Oper »Der Venusberg« auf, welchem vollkommen getreu ich später die Dichtung ausführte."

Das Gespenst hieß Richard Wagner. Aus dem dreiteiligen "Venusberg" wurde später dann "Der Tannhäuser", dessen Grundlagen hier auf der Burg Schreckenstein entstanden. Die 1319 vom König von Böhmen Johann von Luxemburg erbaute Burg, thront 100 Meter über der Elbe. Sie ist auf einem monolithischen Klingsteinfelsen gebaut und gilt als die am besten erhaltene Burgruine Böhmens.

Burg Schreckenstein auf Wikipedia

Zwei Bergsteiger auf dem Gipfel der Brosinnadel vor den Schrammsteinen (links) und dem Falkenstein im Nationalpark Sächsische Schweiz bei Bad Schandau. (picture alliance / ZB / Rainer Oettel)Auf dem Gipfel der Brosinnadel im Nationalpark der Sächsischen Schweiz. (picture alliance / ZB / Rainer Oettel)

Die "Sächsische Schweiz"

Das Elbsandsteingebirge wird auch die "Sächsische Schweiz" genannt. Mit ihren hohen Felsen, tiefen Schluchten, Mooren und Gewässern, bietet diese Landschaft alles was einen Maler wie Caspar David Friedrich, der sich hier Monate aufhielt, anzieht. Aber wie bekam dieses Gebirge den Namen "Sächsische Schweiz"? Das erzählt der Autor des Buches "Die Elbe", Uwe Rada:

"Im Grunde erst im 18. Jahrhundert. Davor war von der Heide bei Pirna die Rede, von den Böhmischen Bergen. Es gab also keine besonderen Merkmale die man dort für sehenswert erachtet hätte, bis dann zwei Schweizer in Dresden gearbeitet habe, immer wieder auch mit ihren Studenten Ausflüge in diese Landschaft mit ihren bizarren Felsformationen unternommen haben und festgestellt haben, wenn es eine Landschaft in Deutschland gibt, die man eine Schweizerische nennen könnte, dann ist die hier vor unserer Haustür, vor den Türen Dresdens und so ist die Sächsische Schweiz zu ihrem Namen gekommen, der sich dann auch schnell verbreitet hat in Reiseführern. Es kamen die ersten Reisenden und das ist bis heute so geblieben."

Nationalpark Sächsische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge - eine Landschaft für Romantike

Blick von der Festung Königstein auf die Elbe (Ulf Dammann)Blick von der Festung Königstein auf die Elbe (Ulf Dammann)

Festung Königstein

Angelika Taube ist die Geschäftsführerin der Festung Königstein und kennt die Geschichte und die Geschichten der Festung gut:

"Die Festung Königstein ist, wie der Name schon sagt, eine Festung und keine Burg. Man muss nämlich wissen, da gibt es gravierende Unterschiede. Eine Festung ist jünger als eine Burg. Eine Burg gehört ins Mittelalter, eine Festung in die Renaissancezeit, in die Barockzeit oder ins 19. Jahrhundert. Auf jeden Fall hatte eine Festung immer eine Garnison. Das heißt, es sind Soldaten hier gewesen, es gab einen Kommandanten, es gab Kasernen in denen die Soldaten gewohnt haben und es gab Zeughäuser, ganz wichtig, zur Aufbewahrung der Waffen, der Kanonen, aber zum Beispiel gehörte auch ein Proviantlager dazu und meistens auch ein Brunnen. Denn ein Brunnen war natürlich ganz wichtig um eine Wasserversorgung unabhängig von außen zu gewährleisten."

Das 9,4 Hektar große Felsplateau Königstein, erhebt sich 240 Meter über der Elbe. Der Bau eines Brunnens stellte deshalb an die Erbauer der Festung ganz besondere Anforderungen.

Angelika Taube: "Das ist ganz wichtig. Also die Wasserversorgung ist natürlich für eine Festung ein lebenswichtiges Thema.  Zur Zeit der Burg, im Mittelalter, gab es hier schon eine Burg, da hatte man noch keinen Brunnen. Da hatte man nur Zisternen in denen man Regenwasser sammeln konnte.  Trinkwasser musste man im Mittelalter hier hoch transportieren, höchstwahrscheinlich in Tierhäuten vom nächst gelegenen Bach aus und von der nächstgelegenen Quelle. Als man dann aber daran dachte aus der mittlerweile verfallenen Burg eine Festung werden zu lassen, war die Voraussetzung dafür die Schaffung eines Brunnens. Und dieser Brunnen hier auf der Festung Königstein, der mehr als 152 Meter tief ist, wurde in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts von Bergleuten aus dem Erzgebirge geschaffen, aus Freiberg und Marienberg. Und die Bergleute haben also diesen Schacht abgeteuft und sind in 139 Meter Tiefe auf wasserführende Schichten gestoßen. Haben dann noch weiter gegraben quasi und haben dann bei 152 Meter Tiefe aufgegeben, weil dann der Wasserzufluss so stark war, dass sie des Wassers nicht mehr Herr werden konnten und auch nicht mehr weiter graben konnten, nicht mehr weiter das Gestein in der Tiefe abbauen konnten und nach oben schaffen konnten und dann hat auch der Kurfürst gesagt, wir lassen es jetzt gut sein, der Wasserzufluss wird reichen um die Garnison mit Wasser zu versorgen und dann war das große Werk vollbracht. Der Brunnen geschaffen."

Website der Festung Königsstein

Buchtipp

Angelika Taube Festung Königstein. Edition Leipzig
Eindrucksvoll erheben sich die Mauern der Festung Königstein auf einem Tafelberg inmitten der malerischen Felslandschaft der Sächsischen Schweiz. Über 750 Jahre Geschichte haben diese Bergfestung zu einem einmaligen Ensemble aus Bauten der Spätgotik und Renaissance, des Barock und des 19. Jahrhunderts werden lassen. Heute informieren dort Ausstellungen über das Leben der einstigen Hausherren und der auf Königstein bis 1922 inhaftierten Berühmtheiten. Der Band erzählt die Geschichte der Festung und ihrer Bewohner vom Mittelalter bis zur Gründung des Museums im 20. Jahrhundert, stellt deren bauliche Entwicklung und vielseitige Nutzung vor und lädt zu einem Ausflug in das bizarre Elbsandsteingebirge ein.

Schloss Hartenfels

Im 16. Jahrhundert war sie kursächsische Landeshauptstadt und politisches Zentrum der Reformation. Das Schloss Hartenfels ist eindrucksvolles Zeugnis der damaligen Glanzzeit. Christiane Schmidt ist seit 2008 die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde in Torgau.

Christiane Schmidt: "Die Reformation kam nach Torgau durch die Kurfürsten. Denn die Kurfürsten, die Wettiner haben sich hier auf Schloss Hartenfels ein neues Schloss gebaut und haben Torgau zu ihrer Residenzstadt gemacht. So das Torgau in der Zeit der Reformation das politische Zentrum der Reformation war. Und das brachte zwangsläufig mit sich, dass alle die irgendwie wichtig waren und was zu sagen hatten im Reich, auch herkommen mussten und sich zu ihrem Fürsten zu begeben hatten um Dinge hier zu besprechen und so ist es ganz automatisch passiert, dass Luther auch oft hier war und hier Dinge besprochen wurden in der Kanzlei und Beratungsrunden stattgefunden haben und von daher sich auch die Reformation in die Stadt begeben hat."

Martin Luther war oft in Torgau. Bis an die 60-mal ist belegt. Seine Heimatstadt Wittenberg war eine Tagesreise mit der Kutsche entfernt. Aus den Archivunterlagen weiß man auch, dass er mindestens 40 Mal in der Stadtkirche Sankt Martin gepredigt hat. In Torgau traf sich Luther mit  Philipp Melanchthon, Justus Jonas dem Älteren und Johannes Bugenhagen um die Torgauer Artikel vorzubereiten, die die Grundlage für das Augsburger Bekenntnis waren.  Die erste Taufe in deutscher Sprache fand hier in der Nicolaikirche, der damaligen Stadtkirche statt.  Hier wurde auch die erste Superintendentur eingerichtet, die überwachen sollte, dass die Pfarrer den Gottesdienst nach der neuen, reformatorischen Ordnung durchführten.

Website Schloss Hartenfels

Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Der Historiker Reiner Potratz arbeitet bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur als Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Gedenkstätten.

Reiner Potratz: "Also der Begriff "Ungeziefer" für die Zwangsaussiedlung an der innerdeutschen Grenze ist ursprünglich nur im Land Thüringen 1952 verwand worden, vom Ministerium für Staatssicherheit. Das wird sichtbar in einer später angefertigten Notiz der Bezirksverwaltung Erfurt des MfS, wo drinsteht, die  Akten der "Aktion Ungeziefer" wären vernichtet. Wir wissen nichts mehr, wie das ablief. Und es ist überliefert worden, ein kleines Dokument, ein Zettel, handschriftlich geschrieben, ebenfalls aus dem Juni 1952, wo in einem Gespräch zwischen Innenminister und Ministerpräsident  des Landes Thüringen gesagt wird, das sind die Zahlen der "Aktion Ungeziefer".

Und er ist dann aufgegriffen worden, dieser Begriff, im April 1990 als sich auf Einladung des "Neuen Forums" Erfurt mehrere Hundert, oder über tausend Menschen zusammen trafen, die von dieser  Aktion betroffen waren, 1952 als auch von der Aktion 1961 und die von diesem Begriff "Ungeziefer" sprachen. Die sagten: Uns nannte man das Ungeziefer.

Im April 1990 trafen sich auf Einladung der Bürgerbewegung "Neues Forum" über 1000 Menschen, die von den Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Seither wurde dann der Begriff "Aktion Ungeziefer" für die Aktion an der gesamten innerdeutschen Grenze benutzt.

Reiner Potratz: "Die Zwangsaussiedlungen gehen zurück auf Besprechungen die Stalin Ende März, Anfang April 1952 mit der SED in Moskau führte. Man wollte das Regime in der DDR stärker verändern und man wollte eine klare Grenze zur Bundesrepublik ziehen. Aus diesem Grunde wurde die DDR sehr stark militarisiert und es wurde festgelegt, eine Grenzzone zu legen. Eine Sicherheitszone, Sperrgebiet, wie man das später auch nannte. Die detaillierten Ausformungen im Mai 1952 von Angehörigen der sowjetischen Kontrollkommissionen in der DDR erarbeitet und abgestimmt mit der deutschen Grenzpolizei."

Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Eine Frau schaut sich am 07.11.2009 eine Fotografie des Innenhofes des ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhofes Torgau in der heutigen Gedenkstätte in Torgau an. (dpa / picture-alliance)Eine Frau schaut sich am 07.11.2009 eine Fotografie des Innenhofes des ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhofes Torgau in der heutigen Gedenkstätte in Torgau an. (dpa / picture-alliance)

Die sächsische Gedenkstätte des Dokumentations- und Informationszentrums Torgau

Um den guten Ausgang einer Geschichte, ging es gegen Ende des 2. Weltkriegs bei einem ganz besonderen Foto, das an der Elbe gemacht wurde und das später um die Welt ging. Wie es dazu kam, erzählt Wolfgang Oleschinski, der Leiter der sächsischen Gedenkstätte des Dokumentations- und Informationszentrums Torgau.

Wolfgang Oleschinski: "In der Zeit des Zweiten Weltkriegs war die kleine Stadt Torgau, sie hatte damals deutlich unter 20 000 Einwohner, ein ganz bedeutender Ort in einem speziellen Strafjustizsystem der Nationalsozialisten, nämlich im System der Wehrmachtjustiz. Die Nationalsozialisten hatten ein paralleles Justizsystem eingerichtet nur für Soldaten. Dieses System kam natürlich so richtig in Fahrt nach dem Beginn des 2. Weltkriegs 1939, denn von diesem Zeitpunkt an waren dann hier in Torgau auch 2 Wehrmachtgefängnisse. Die Wehrmacht betrieb eigene Gefängnisse. Eines davon, das Fort Zinna ist heute noch Justizvollzugsanstalt des Staates Sachsen. Das Andere, eine ehemalige Kaserne am östlichen Elbufer, es spielt dann bei der Begegnung 1945 noch eine Rolle das sogenannte Wehrmachtgefängnis Brückenkopf."

Am 25. April 1945 machten sich vier Amerikaner in einem Jeep auf die Suche nach diesen Wehrmachtgefängnissen. Es war ein großes Glück, das eine wichtige Brücke innerhalb der Stadt nicht von den Deutschen gesprengt worden war und das die deutschen Bewacher die wenigen gefangenen Soldaten bei offenem Gefängnistor alleine im Fort Zinna zurück gelassen hatten.

 Wolfgang Oleschinski: "Das heißt, diese Soldaten haben natürlich mit aller Vorsicht, denn sie kannten ja die Kriegslage vor den Toren gar nicht, die haben mit aller Vorsicht die Lage erkundet und standen sozusagen auch günstiger Weise an einer nahe gelegenen Straßenkreuzung, als der amerikanische Jeep auf der Suche nach ihrem Gefängnis vorbei fuhr. Das war eine wunderbare Sache für diese Soldaten. Von den Gefangenen im Gefängnis erfuhren die Amerikaner auf der anderen Seite auch noch eine interessante Neuigkeit, nämlich, dass nach Kenntnis dieser Gefangenen, die sowjetischen Truppen schon auf der anderen Elbseite Halt gemacht hatten, wie es zwischen den Alliierten ja vereinbart worden war, und zwar genau paradoxer Weise vor dem anderen Torgauer Wehrmachtgefängnis, dem Fort Brückenkopf."

Website des sächsischen Gedenkstätte des Dokumentations- und Informationszentrums Torgau

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz steht mit seinen sechs Schlössern und sieben Gärten für den großes Geist der Aufklärung von Fürst Franz. Die Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz Brigitte Mang engagiert sich sehr für den Erhalt dieser einmaligen Anlage.

Brigitte Mang: "Das Besondere an dieser Landschaft, diesem Gartenreich ist jetzt aus dem 18. Jahrhundert von 1769 bis 1773 das Schloss Wörlitz, das erste Schloss der Aufklärung, das erste Schloss des Klassizismus auf dem Kontinent, in Mitteldeutschland mit diesem ersten Landschaftsgarten des Kontinents überhaupt. Der erste Englische Garten der hier in Deutschland und in Europa entstanden ist nach den englischen Landschaftsgärten."

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Technikmuseum "Hugo Junckers" in Dessau

Gerd Fucke war Pilot und ist jetzt der Geschäftsführer des Technikmuseums in Dessau. Wenn man auf das Gelände des Museums kommt, wird man von einigen sehr alten Flugzeugen empfangen, die eine Ahnung davon geben was es bedeutet hat früher im kleinen, engen Cockpit gesessen und ein solches Flugzeug geflogen zu haben.

Gerd Fucke: "Prof. Junkers war für mich der Wegbereiter der industriellen Forschung. Er hat sein eigenes Forschungsinstitut parallel zu seinen Werken betrieben und er war auch einer, einer der ersten wiederum, die in seinem Werk eine Eingangskontrolle aller Werkstoffe vorgenommen haben. Er musste ja seinen Kunden eine bestimmte Qualität zusichern, denn wenn die Werkstoffe nicht stimmen, kann das Flugzeug nicht fliegen."

Hugo Junkers erste Fabrik stellte Badeöfen her. Er war da nicht der Einzige, aber auf Grund seiner sinnvollen Patente sehr erfolgreich. Erst relativ spät befasste sich der Tüftler und Erfinder mit dem Flugzeugbau. Er erkennt, dass nach dem Ende des 1. Weltkrieges, auf Grund des Versailler Vertrags, die Zukunft der zivilen Luftfahrt gehört. 1919 begann dann ein neues Zeitalter für die Luftfahrt.

Gerd Fucke: "Das Flugzeug F13 ist ein ganz großer Wurf der Junkers-Werke, unter Führung Prof. Junkers natürlich, es ist die Urgroßmutter aller heutigen Verkehrsflugzeuge und war das erste Verkehrsflugzeug das überhaupt in Ganzmetall gebaut wurde und das erste Verkehrsflugzeug in dem die Gäste in einer Limousine, also abgeschlossen saßen und schon ein ganz wesentliches Merkmal hatte dieses Flugzeug, es war ein Tiefdecker, zum Schutz der Passagiere."

Website des Technikmuseums "Hugo Junckers" in Dessau 

Ein Rundgang durch das Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau bei Youtube

Blick auf das historische Bauhaus-Ensemble in Dessau (Sachsen-Anhalt), aufgenommen am 07.09.2015. (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)Das Bauhaus-Gebäude ist Sitz der Stiftung Bauhaus Dessau (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)

Das Bauhaus in Dessau

Verbündete Wegbereiter der Aufklärung und Moderne findet Junkers in den Gründern des Bauhauses. Ise Gropius, die Frau des ersten Bauhausdirektors Walter Gropius schreibt 1925.

"Die Industrie nach vielen Mühen gewonnen. Vor allem Junkers, der sich sehr für den ganzen Bauhausplan interessiert und gleich überlegt hat, wie man praktisch zusammenarbeiten kann. Ein sehr kluger, großzügiger, ideenreicher Mensch."

Zur Eröffnung des Bauhauses richtet Junkers, einer Bitte von Walter Gropius nachkommend, eine Fluglinie Berlin – Dessau ein, um die wichtigen Gäste zur feierlichen Eröffnung zu bringen. Doch nicht nur die Bitte des Direktors findet bei Hugo Junkers gehör. Als die Bauhausstudenten ihn bitten, ihnen bei einer besonderen, zeitgemäßen Ehrung ihres Dozenten Max Klee zu helfen, leiht Junkers ihnen ein Flugzeug aus, welches einige Ehrenrunden zu seinem 50. Geburtstag über seinem Haus dreht und dort Geschenke abwirft. Hugo Junkers hat neben Wärmetechnik, Motoren und Flugzeugen auch Metallmöbel für das Bauhaus nach den Entwürfen der Meister in seinen Werkstätten fertigen lassen.

Gerd Fucke: "Eins der Ziele des Bauhauses war günstiges Bauen für den Durchschnittsbürger zu erreichen. Und da sah Prof. Junkers wie man dort baute, Stein auf Stein und natürlich optimiert, aber das war nicht ganz die Idee von Prof. Junkers, und Prof. Junkers hat dann mit seinen Mitarbeitern einem Grundsatz folgend der da war, in der Werkstatt möglichst weit vorzufertigen und auf der Baustelle nur noch zu montieren. Und da hat er das Stahlhaus 1926 schon entwickelt und 28 war wieder Geld da, da konnte er es produzieren, und dieses Haus hatte schon ganz tolle Features würden wir heute sagen. Es hatte zum Bespiel schon eine  Belüftung über einen Wärmetauscher, das heißt die Fenster gingen nicht auf, man verlor so gut wie keine Wärme durch die Lüftung. Dann war auf dem Dach ein Pool, oder eine Wasserfläche geplant, um im Sommer, damit durch die Verdunstung das Innenklima in dem Haus unter Kontrolle zu haben und er hatte geplant Sonnenkollektoren zur Heißwasserherstellung auf dem Dach gleichzeitig zu haben. Die Wände waren 80 mm gedämmt, so wie das heute Minimum ist. Da waren schon tolle Sachen die er da in seinem späten Schaffen noch hat einfallen lassen. "

Bauhaus Museum Dessau

Gänse fliegen nahe Neu Darchau (Niedersachsen) bei Nebel über die Elbe.  ( Philipp Schulze/dpa)Vögel und Nebel über der Elbe. ( Philipp Schulze/dpa)

Biosphärenreservat Mittelelbe

Wer die Elbe bereist, kann nicht nur faszinierende Bauten bewundern, sondern auch eine Natur, die nicht nur in Deutschland einzigartig ist. Der letzte große zusammenhängende Auenwald ist da nur ein Highlight, das einen erwartet. Guido Puhlmann ist der Leiter des Biosphärenreservates Mittelelbe, Sachsen-Anhalt.

Guido Puhlmann: "Die UNESCO sucht repräsentative Landschaften weltweit verteilt. Es gibt mittlerweile 660 Biosphärenreservate in 120 Ländern und die Elbe steht eben für mitteleuropäische Flusslandschaften. Es ist 1979 das erste deutsche Biosphärenreservat gewesen und das ist sozusagen wie, aus ökologischer Sicht, aus Sicht der Natur die Schönste und bedeutendste Flusslandschaft die wir in Deutschland haben."

Ein Biosphärenreservat ist eine Schutzkategorie der UNESCO. Es soll gute Beispiele der Organisation im Zusammenleben von Mensch und Natur schaffen, die man dann auf andere Landschaften übertragen kann. Das es zu so einer Auszeichnung kommt, war vor ein paar Jahren überhaupt nicht abzusehen. 1988 schrieb der Dresdner Lyriker Thomas Rosenlöcher sein Gedicht "Die Elbe", das den damaligen katastrophalen Zustand des Flusses beschreibt.

Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe

Der Uferweg, die Böschung und die Steine.
An schwarzer Mauer schwarze Industrie
Entleert sich schweigend in das schwarze Wasser.
Doch mitziehn Wiesen, und der Berghang, einst
Geleit und Halt, vor Schönheit fast verzitternd,
rollt noch sein Grün über die roten Dächer,
vorbei an einer Villa, weit geöffnet
die Fenster, da Musik herüberweht
und fernher, wo  gebaut wird, Pinke Panke,
als gälte es, den Fluss zu dirigieren,
dass er an seinen Rändern heller strudelnd
über glitschige Steine aufwärts fließt
und sich am Grund die Fladen leise regen,
und rascher in der Mitte, nur hinunter,
lautloses Kettenknirschen, Rohgejohl.
Was hab ich nur. Es geht, es geht doch alles.
Selbst noch der tote Fluss fließt fort.

Magdeburg

Es gibt eine Stadt, die hat sich von der Elbe erst zurückgezogen und nähert sich ihr jetzt langsam wieder an. Der Autor Uwe Rada kennt sich gut mit der wechselvollen Geschichte dieser Stadt aus, die sowohl katholischer als auch evangelischer Bischofssitz ist.

Uwe Rada: "Magdeburg ist eine der ganz wichtigen Städte an der Elbe, bis Karl dem Großen war die Elbe im Grunde eine Grenze zwischen dem Frankenreich und den Slawen die östlich der Elbe lebten. Später ist diese Grenze auch von den Hotonen, also den Sachsenkönigen befestigt worden und dann sind die ersten Städte gegründet worden. Meißen 929 zum Beispiel. Alle Städte die westlich der Elbe das Zentrum hatten, weil die Elbe noch diese Grenze war. Otto der Große hat gesagt, die Elbe ist für ich keine Grenze, er hat Magdeburg zum Bischofssitz gemacht und Magdeburg zu seiner Lieblingsstadt auserkoren und ist dort auch begraben im Dom, und er hat von Magdeburg aus den Osten Europas christianisiert. Das Magdeburger Stadtrecht ist eine Erfolgsgeschichte. Es hat dem städtischen Bürgertum eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber den Lehensherren gewährleistet. Es reicht bis Kiev, Kiev hat Magdeburger Stadtrecht übernommen. Also in Magdeburg wurde europäische Rechts- und Siedlungsgeschichte geschrieben."

Website der Landeshauptstadt Magdeburg

Radfahrer und Fußgänger nutzen den alten Elbtunnel in Hamburg (Andreas Diel)Der 1911 eröffnete alte Elbtunnel in Hamburg (Andreas Diel)

Der alte Elbtunnel

Hans Jürgen Witthöft ist lange mit der Bundesmarine zur See gefahren und war später Chefredakteur der Zeitschrift "Schiff und Hafen". Der Elbtunnel hat ihn schon immer fasziniert und so hat er ein Buch über seine Geschichte geschrieben.

Jürgen Witthöft: "Man musste also diese Arbeiter, die Mitarbeiter der Werften, waren ja nicht nur Arbeiter, sondern auch Angestellte und weiß der Teufel was noch alles, über die Elbe schaffen, von der Stadt her gesehen und da gab es mehrere Überlegungen ne größere Brücke zu bauen oder eine Fährlinie einzurichten, aber das wurde alles verworfen. Das Problem blieb bestehen, lange Zeit, trotz der Diskussionen, die  waren damals schon lange um solche Bauprojekte, gerade Infrastrukturprojekte, und das Problem blieb bestehen. Die Leute mussten über die Elbe geschafft werden, meist mit Barkassen, was im Winter besonders schwierig war, wenn Eisgang war natürlich, kam man auf den Tunnel, für den es ja schon Vorbilder gab in London zum Beispiel und in New York. Kleinere gab es auch schon in Deutschland, aber Hamburg war eben was Besonderes, auch die Menge der Menschen die rüber geschafft werden mussten."

Die Bauleitung wurde damals einem 26 jährigen Ingenieur übertragen, Otto Stockhausen. Der kurz vor der Hochzeit stehende junge Mann verschob dies kurzerhand auf die Zeit nach dem Ende der Bauarbeiten und bezog eine Wohnung direkt neben der Baustelle, um immer vor Ort zu sein, falls etwas Unvorhergesehenes passiert. Das konnte jeder Zeit geschehen, denn dieses Bauvorhaben war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes.

Hans Jürgen Witthöft: "Die Arbeiten am Elbtunnel waren zur damaligen Zeit besonders schwierig, das werden sie heute auch noch sein, aber damals war es eben besonders, weil der technische Fortschritt noch nicht so weit fortgegangen war wie heute. Die Arbeiter kamen aus aller Herren Länder, kann man fast schon sagen, aber deutschlandweit auf jeden Fall und die arbeiteten unter Bedingungen die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können, unter Druckluft und dafür hat die Stadt, dass muss man erwähnen, auch arbeitsschutzmäßig ganz strikte Maßnahmen ergriffen. Es musste zum Beispiel ein extra Tunnelarzt angestellt werden. Die Arbeiter konnten diese Pressluftkrankheit bekommen, wie Taucherkrankheit sagt man dazu, und das haben auch sehr viele erleiden müssen. Die wurden dann besonders gepflegt und behandelt. Es gab ja Gott sei Dank nur wenige Todesfälle, 4 insgesamt, beim Elbtunnelbau und das Kuriosum dabei war, das in diesem Tunnelvortriebsmaschine, waren um die Verhältnisse zu prüfen, auch ein Affe und ein Hund stationiert."

Alter Elbtunnel. Unter der Elbe entlang

Buchtipp

Hans Jürgen Witthöft. Der Alte Elbtunnel. Ein schönes Stück Hamburg. Geschichte und Geschichten. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2011

Von Hamburg ist es nicht mehr weit zur Mündung der Elbe.

Hier fließt sie aber nicht einfach ins Meer, sondern hat noch einmal einen spektakulären Auftritt. Peter Südbeck ist Leiter des Nationalparks Wattenmeer.

Peter Südbeck: "Das Wattenmeer ist im Jahre 2009 in das Erbe der Menschheit der UNESCO aufgenommen worden. Dort gelangen nur Naturstätten oder Gebiete hinein, die zweierlei erreichen müssen. Sie müssen einzigartig sein, etwas Besonderes und in dieser Form nur einmal auf der Welt geben. Das ist an drei Kategorien festzumachen, das sind die größten zusammenhängenden Wattgebiete auf der Welt. Watten gibt es auch in anderen Kontinenten, aber in diesem unzerschnittenen und in dieser Größe gibt es das nur einmal. Biologische Produktion, wir sagen gerne die Masse im Watt, die Bioproduktion im Watt ist weltweit etwas Besonderes und sie setzt sich aus Tierarten zusammen, die mit diesen widrigen Bedingungen des Wattenmeeres klar kommen. Nämlich zum Bespiel, dass wir einen tide Lebensraum haben, der durch Ebbe und Flut geprägt ist, der von sehr starken ökologischen Radienten geprägt ist, Temperatursprünge, Salzgehaltssprünge und Strömungen und anderes und drittens, und das ist bedeutend für die Biodiversität auf diesem Planeten, das kann man am Besten an den Zugvögeln festmachen, weil die Zugvögel vom Wattenmeer abhängen. Sie überwintern in Afrika, sie Brüten in der Arktis, das macht einen Ausschnitt von 10.000 km, dem halben Globus und das ist wirklich eine weltweite Bedeutung."

"10 Millionen Zugvögel kommen 2x im Jahr ins Wattenmeer. Sie bleiben ungefähr  3-4 Wochen und fressen sich von den riesigen Nahrungsmengen die Reserven für ihre langen Flüge an. Charakteristisch für das Wattenmeer sind zum Bespiel der Kiebitzregenpfeifer oder die Pfuhlschnepfe. Dann gibt es natürlich noch die großen Säugetiere dort, den Seehund, den Schweinswal und die Kegelrobbe. Die Kegelrobbe war ganz verschwunden und ist in den letzten 15 Jahren wieder gekommen. Auch hier im Wattenmeer hat sich der Zusammenbruch der DDR Industrie bemerkbar gemacht."

Peter Südbeck: "In der Tat ist es so, dass die Schadstoffbelastung der Elbe, bis zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung, schon sehr hohe Werte erreicht hat, gerade die Metall-Quecksilber-Stoffe, aber auch organische Schadstoffe. Wir haben seither ein Rückgang der Wert gemessen. Im Wattenmeer haben wir ein trilaterales Messprogramm. Trilateral heißt im Wattenmeer immer die Staaten des Wattenmeers, also Deutschland, Dänemark und die Niederlande messen gemeinsam an einem standardisierten Protokoll, unter anderem auch Schadstoffe im Wasser, aber auch in den Organismen, z.B. an der Flussseeschwalbe oder am Austernfischer und hier haben wir in der Tat nach der Wiedervereinigung zurückgehende Werte gemessen. Wir haben aber nicht einen Nullstatus erreicht. Das heißt es kommen nach wie vor auch Schadstoffe im Wattenmeer an. So das wir auch diesen Part des Naturschutzes am Wattenmeer sehr ernst nehmen müssen."

Das Wattenmeer ist weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, es ist das vogelreichste Gebiet Europas und Deutschlands bedeutendster Naturraum. Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen haben ihre Wattenmeeranteile als Nationalparks und Biosphärenreservate ausgewiesen. Die drei Nationalparkverwaltungen informieren hier über diese Schutzgebiete, deren Natur und die Möglichkeiten, sie zu erleben.

Musikliste

1. Stunde

Titel: Strom
Interpret und Komponist: Daniel Stelter
Label: herzog records  
Best.-Nr: 901014HER
Plattentitel: Homebrew songs

Titel: Ouvertüre zu 'Beherrscher der Geister' für Orchester, J 122 (op. 27)  Ouvertüre zu dem Opernfragment Rübezahl, J 44-46
Orchester: SWF-Sinfonieorchester Baden-Baden
Dirigent: Hans Rosbaud
Komponist: Carl Maria von Weber
Label: Afro Spirit Records
Best.-Nr: SWR190940CD

Titel: Na stribropenném Labi
Interpret: Ceská Filharmonie ( Tschechische Philharmonie)
Komponist: Frantisek Kmoch
Label: SUPRAPHON 
Best.-Nr: 104153-2
Plattentitel: Old Czech Marches & Dances, Vol. 1

Titel: Prelude to a prelude
Interpret: Schaefer, Eric
Komponist: Richard Wagner
Label: ACT                 
Best.-Nr: 9543-2
Plattentitel: Who Is afraid of Richard W.?

Titel: aus: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Große romantische Oper in 3 Aufzügen, WWV 70,  Ouvertüre zum 1. Aufzug
Orchester: Berliner Philharmoniker      
Dirigent: Claudio Abbado
Komponist: Richard Wagner
Label: Deutsche Grammophon
Best.-Nr: 474377-2

Titel: Act III 1. Bild - Orchestervorspiel
Interpret: Wiener Philharmoniker
Komponist: Richard Wagner
Label: Decca               
Best.-Nr: 421053-2
Plattentitel: Richard Wagner - Lohengrin

Titel: Nietzsche in disguise
Interpret und Komponist: Eric Schaefer
Label: ACT                 
Best.-Nr: 9543-2
Plattentitel: Who Is afraid of Richard W.?

Titel: aus: Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo e-Moll,  3. Satz: Presto
Solist: Emmanuel Pahud (Flöte)
Orchester: Kammerakademie Potsdam
Komponist: Franz Benda
Label: EMI CLASSICS         
Best.-Nr: 5099908423023

Titel: aus: Sonate für Flöte und Basso continuo h-Moll,  1. Satz: Siciliano. Lento
Solisten: Emmanuel Pahud (Flöte), Jonathan Manson (Violoncello), Trevor Pinnock (Cembalo)
Komponist: Friedrich II. Preußen
Label: EMI CLASSICS         
Best.-Nr: 5099908423023

Titel: Die Elbe bei Dresden
Interpret und Komponist: Wolf Biermann
Label: LiederProduktion         
Best.-Nr: 24167
Plattentitel: Wolf Biermann Edition, Vol. 4: Liebeslieder

Titel: Die Elbe bei Dresden
Interpret: Eva-Maria Hagen
Komponist: Wolf Biermann
Label: Hagen-Promotion         
Best.-Nr: EMH191034
Plattentitel: Eva-Maria Hagen singt Wolfslieder

Titel: Doe eyes (Love theme)
Interpret: Orchester
Komponist: Clint Eastwood
Label: Warner Bros. Records             
Best.-Nr: 245949-2
Plattentitel: The bridges of Madison County (Die Brücken am Fluß) - Original motion picture soundtrack

Titel: An der Elbe op. 477 (für Orchester)
Orchester: Staatskapelle Dresden
Dirigent: Christian Thielemann
Komponist: Johann Strauß
Label: Deutsche Grammophon
Best.-Nr: 4779540

2. Stunde

Titel: Mystic River (Interlude)
Interpret und Komponist: Guillaume Teyssier
Label: Tigersushi – Believe                  
Best.-Nr: TSRCD029
Plattentitel: Paris Vortex

Titel: Helicopter
Interpret: Paris Philharmonic Orchestra
Komponist: Bruno Coulais
Label: Virgin               
Best.-Nr: 850697-2
Plattentitel: Die Purpurnen Flüsse (Les rivières pourpres)

Titel: IV. Anmut sparet nicht noch Mühe
Interpret: Hanns Eisler & Irmgard Arnold
Komponist: Hanns Eisler
Label: Brilliant Classics
Best.-Nr: 9430
Plattentitel: Hanns Eisler Edition

Titel: Unsere Heimat
Interpret: L'Art de Passage
Komponist: Hans Naumilkat
Label: BUSCHFUNK            
Best.-Nr: BF 01472
Plattentitel: Im Fluss der Zeit 20

Titel: American patrol
Interpret: Glenn Miller
Komponist: Frank W. Meacham
Label: Reader's Digest 
Best.-Nr: WHJ057990
Plattentitel: Die Welthits des 20. Jahrhunderts - 1900-1909

Titel: Gleiten auf dem Fluss
Interpret: Sputnik 27
Komponist: Bernd Settelmeyer
Label: dml-records      
Best.-Nr: 011
Plattentitel: But where's the moon?

Titel: Menuett mit Trio, Wq 189. Tanzmusik des Rokoko
Ensemble Eduard Melkus       
Dirigent: Eduard Melkus
Komponist: Carl Philipp Emanuel Bach
Label: Archiv Produktion        
Best.-Nr: 439964-2

Titel: Menuett mit Trio, Wq 189. Tanzmusik des Rokoko
Ensemble Eduard Melkus       
Dirigent: Eduard Melkus
Komponist: Carl Philipp Emanuel Bach
Label: Archiv Produktion        
Best.-Nr: 439964-2

Titel: Pas de deux. Tanzmusik des Rokoko
Ensemble Eduard Melkus       
Dirigent: Eduard Melkus
Komponist: Josef Starzer
Label: Archiv Produktion        
Best.-Nr: 439964-2

Titel: Flieger, grüß mir die Sonne...
Interpret: Hans Albers
Komponist: Allan Gray
Label: Zyx-Records                
Best.-Nr: RMB 4004-2
Plattentitel: Deutsche Stimmen der Musikgeschichte, Vol. 2

Titel: Ol' Man River
Interpret: Gren Gray
Komponist: Jerome Kern
Label: Zyx-Records                
Best.-Nr: BOX7758-2
Plattentitel: Jazz Cafe, Vol.2

Titel: Über die Brücke
Interpret: Julian Maas
Komponist: Julian Maas, Christoph M. Kaiser
Label: Colosseum
Plattentitel: Wolfskinder

Titel: River flows in you
Interpret und Komponist: Yiruma (이루마)
Label: C2 Recordings             
Best.-Nr: 2789255
Plattentitel: River flows in you

Titel: Mystic river
Interpret: Brendel, Klaus
Komponist: Klaus Brendel
Label: VISIONLAND
Best.-Nr: VL58013
Plattentitel: Diamond sky

3. Stunde

Titel: Elbe
Interpret und Komponist: Francesco Serra, Sergio Carlini
Label: Trovarobato Parade      Best.-Nr: TRB P 015
Plattentitel: Av.Ur.Nav.

Titel: The river
Interpret: Kim Kashkashian
Komponist: Eléni Karaïndrou
Label: ECM-Records             
Best.-Nr: 449153-2
Plattentitel: Ulysses' gaze (Der Blick des Odysseus) - Original motion picture soundtrack

Titel: Elbe
Interpret und Komponist: Francesco Serra, Sergio Carlini
Label: Trovarobato Parade                 
Best.-Nr: TRB P 015
Plattentitel: Av.Ur.Nav.

Titel: Orzay
Interpret und Komponist: Francesco Serra, Sergio Carlini
Label: Trovarobato Parade                 
Best.-Nr: TRB P 015
Plattentitel: Av.Ur.Nav.

Titel: Das Lied von der Elbe
Interpret: Strom & Wasser
Komponist: Heinz Ratz, Peer Jensen
Label: TRAUMTON              
Best.-Nr: 918932
Plattentitel: Live in Rudolstadt

Titel: Gleiten auf dem Fluss
Interpret: Sputnik 27
Komponist: Bernd Settelmeyer
Label: dml-records
Best.-Nr: 011
Plattentitel: But where's the moon?

Titel: Stadt Hamburg an der Elbe Auen
Interpret: RIAS-Orchester
Komponist: Albert Gottlieb Methfessel
Label: SONOTON                
Best.-Nr: SCE001
Plattentitel: Sechzehn Hymnen - Sechzehn Länder

Titel: Kyma Alpha
Interpret und Komponist: Francesco Serra, Sergio Carlini
Label: Trovarobato Parade                 
Best.-Nr: TRB P 015
Plattentitel: Av.Ur.Nav.

Titel: Aso
Interpret und Komponist: Francesco Serra, Sergio Carlini
Label: Trovarobato Parade                 
Best.-Nr: TRB P 015
Plattentitel: Av.Ur.Nav.

Titel: Riverside
Interpret und Komponist: Agnes Obel
Label: PLAY IT AGAIN SAM          
Best.-Nr: 5413356519518
Plattentitel: Riverside

Titel: Kira
Interpret und Komponist: Francesco Serra, Sergio Carlini
Label: Trovarobato Parade                 
Best.-Nr: TRB P 015
Plattentitel: Av.Ur.Nav.

Titel: Vier Stunden vor Elbe 1
Interpret: Element Of Crime
Komponist: Jakob Ilja, Veto, Richard Pappik, Sven Regener
Label: Polydor            
Best.-Nr: 867191-2
Plattentitel: Blaulicht und Zwielicht

Titel: But where's the moon?
Interpret: Sputnik 27
Komponist: Bernd Settelmeyer
Label: dml-records                 
Best.-Nr: 011
Plattentitel: But where's the moon?

Titel: Strom
Interpret und Komponist: Daniel Stelter
Label: herzog records             
Best.-Nr: 901014HER
Plattentitel: Homebrew songs

Titel: Moon River (Breakfast At Tiffany's)
Interpret: Gracie Fields
Komponist: Henry Manchini, Johnny Mercer
Label: Capitol             
Best.-Nr: 9060902
Plattentitel: 140 Original Hits - Wartime

Produktion dieser Langen Nacht:
Autorin: Katharina Palm.
Es sprachen: Veronika Bachfischer, Judith Engel, Alexander Radszun, Boris Aljinovic und die Autorin.
Ton: Bernd Friebel.
Regie: Klaus-Michael Klingsporn.
Redaktion: Monika Künzel

Lange Nacht

Eine Lange Nacht über den BluesAuf der Suche nach Freiheit
Muddy Water spielt auf einer Bühne Gitarre. Schwarz-weiß Foto (imago stock&people)

Zwischen den 20er- und 70er-Jahren zogen in den USA immer mehr Afroamerikaner aus dem Süden in die Städte des Nordens. Sie brachten den Blues mit. Musiker wie Muddy Waters wurden berühmt. Es waren vor allem Frauen, die die ersten Bluesplatten kauften. Mehr

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