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Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.11.2010

"Eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung"

Springer-Kolloquium zum Brandt-Kniefall in Warschau vor 40 Jahren

Geste der Demut und Entschuldigung: Willy Brandts berühmter Kniefall vor dem Denkmal für die ermordeten Juden in Warschau, 6.12.1970 (AP-Archiv)
Geste der Demut und Entschuldigung: Willy Brandts berühmter Kniefall vor dem Denkmal für die ermordeten Juden in Warschau, 6.12.1970 (AP-Archiv)

Mit dem Kniefall von Willi Brandt in Warschau vor 40 Jahren hat sich heute ein Kolloquium im Berliner Verlagshaus der Axel Springer AG beschäftigt. Die Teilnehmer, die 1970 noch sehr unterschiedliche Ansichten zu diesem Ereignis hatten, waren sich einig: Der Kniefall war einer der großen Augenblicke der deutschen und europäischen Geschichte.

Die Konferenz sei eine "ganz außergewöhnliche Veranstaltung gewesen", "im Grunde auch ein historisches Ereignis", sagt Winfried Sträter, der für das Deutschlandradio Kultur vor Ort war.

1970 hätten diese Personen sicher nicht zusammen gesessen und erst recht nicht an diesem Ort, urteilt Sträter. Auf der einen Seite habe es Gesprächsteilnehmer wie Thomas Schmid gegeben, Chefredakteur der "Welt", damals ein Linksradikaler, der zum revolutionären Kampf im Dunstkreis um Joschka Fischer gehörte - oder Karl Schlögel, heute Professor, damals Maoist, KPD-Mitglied. Auf der anderen Seite war Peter Gauweiler, der als Rammbock der Konservativen angesehen worden ist, zugegen. Außerdem nahmen viele Zeitzeugen wie Richard von Weizsäcker teil.

Das sei ein Ausdruck dafür, dass die Zeitepoche des Kalten Kriegs der Vergangenheit angehört, so Sträter. Der Kalte Krieg sei auch ein Krieg innerhalb der deutschen Gesellschaft gewesen.

Das vollständige Gespräch mit Winfried Sträter können Sie bis zum 25.4.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

Mehr bei deutschlandradio.de

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"In dieser Geste von Brandt haben sich viele wiedererkannt"

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