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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 18.03.2017

Eine amerikanische NachtAmerican Dusk

Von Edgar Lipki und Hermann-Christoph Müller

US-Grenzfahnder fahren in einem Auto an Mauern und Befestigungen an der Grenze zu Mexiko entlang, bei Otay Mesa, Kalifornien, USA, am 14. Oktober 2010 (picture alliance / dpa / Mike Nelson)
US-Grenzfahnder überwachen die Grenze zu Mexiko. (picture alliance / dpa / Mike Nelson)

American Dusk - im Zentrum dieses dreiteiligen Hörspiels stehen Erfahrungen von Grenzen - Erfahrungen der Staatsgrenze zwischen Mexiko und den USA, der Grenze zwischen Leben und Tod. Eine Wiederholung aus dem Jahr 1997 von ernüchternder Aktualität.

Die Grenze ist ein paradoxer Ort. In den USA wurde im Zuge der Volkszählung 1890 die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation für aufgelöst erklärt, jene Grenze, die sich in das Bewusstsein der europäischen Siedler ursprünglich als die neue Identität einschrieb. Heute wiederholt sich an der Grenze zu Mexiko das Drama der Besitznahme: Bei Anbruch der Dunkelheit überqueren illegale Einwanderer den Rio Grande, die Demarkationslinie zwischen Pesos und Dollars. Auf Güterzügen oder zu Fuß durch die Wüste schwärmen sie in alle Teile der Weltmacht aus.

Die letzte Grenze tut sich im Todestrakt von Ellis Unit auf, dem größten Hinrichtungsgefängnis der Vereinigten Staaten, oder in Waco, wo 1993 beim Sturm des FBI auf das Gebäude der Davidianer Sekte 79 Menschen starben.

Originaltöne von Beteiligten und Betroffenen wie auch Musik- und Literaturfragmente verschmelzen und kollidieren in diesem Szenario der Grenzerfahrung - ein unbekannteres Amerika.

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