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Kulturnachrichten

Montag, 25. November 2019

Einbruch in Grünes Gewölbe in Dresden

In das berühmte Grüne Gewölbe in Dresden ist am frühen Morgen eingebrochen worden. Das hat die Polizei bestätigt. Nach Informationen der Bild-Zeitung wurde aus den Staatlichen Kunstsammlungen, der Schatzkammer August des Starken, antiker Schmuck im Millionenwert gestohlen, darunter Diamanten und Edelsteine. Die unbekannten Täter sollen einen Stromkasten unter der Augustusbrücke in Brand gesetzt haben, um die Stromzufuhr der Kunstsammlungen lahmzulegen. Im Anschluss sollen sie durch ein Eckfenster in die Kunstsammlungen eingestiegen sein, in der sich große Teile des Wettinerschatzes befinden. Das Historische Grüne Gewölbe im Dresdner Residenzschloss ist das barocke Schatzkammermuseum der sächsischen Kurfürsten und Könige. Es beherbergte rund 3000 Schmuckstücke und andere Meisterwerke aus Gold, Silber und anderen wertvollen Materialien.

Video von Dieben im Grünen Gewölbe

Nach dem Diebstahl von drei Juwelengarnituren aus dem Grünen Gewölbe in Dresden hat die Polizei einen Ausschnitt aus einem Überwachungsvideo mit zwei Einbrechern veröffentlicht. Wie viele Diebe in den frühen Morgenstunden am Werk waren, ist noch nicht ausgemacht. Die Fahndung ist international ausgeschrieben. Auch über den materiellen Wert der gestohlenen Objekte ist bislang nichts bekannt. Sie stammen aus der Schatzkammer, die August der Starke im 18. Jahrhundert zusammengetragen hatte.

Ahmet Altan setzt auf Mitleid gegen Nationalismus

Jeder Mensch sei verpflichtet "aufzustehen und für das Wohl der Menschheit zu kämpfen". Diese Worte hat der türkische Journalist Ahmet Altan in München verlesen lassen, wo ihm am Abend in Abwesenheit der Geschwister-Scholl-Preis verliehen worden ist. Der 69-Jährige Regierungskritiker wurde für seine Texte aus dem Gefängnis ausgezeichnet, in dem er seit 2016 inhaftiert ist. Gegen Nationalismus, Hass und Dummheit helfe nur Mitleid, Güte und Klugheit, so Altan.

Überlebende gegen Gemeinnützigkeits-Entzug

Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano hat die Bundesregierung aufgefordert, gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) vorzugehen. In einem Brief an Finanzminister Olaf Scholz (SPD), fordert sie dazu auf, "alles zu tun, um diese unsägliche, ungerechte Entscheidung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Arbeit der VVN-BdA rückgängig zu machen". Die Vereinigung wurde von Überlebenden der deutschen Konzentrationslager gegründet, nimmt aber auch jüngere Antifaschisten auf. Das Berliner Finanzamt für Körperschaften I hatte dem Verein die Gemeinnützigkeit entzogen. Die Entscheidung wurde damit begründet, dass der Verein in den Verfassungsschutzberichten Bayerns seit Jahren als linksextreme Vereinigung geführt wird.

SPD will Hohenzollern nicht entschädigen

Die SPD will dem Haus Hohenzollern im Streit über Entschädigungen nicht entgegenkommen. Er könne sich nicht vorstellen, dass seine Fraktion im Bundestag für "einen einzigen Cent" für sie stimmen werde, sagte der haushaltspolitische Sprecher Kahrs im ZDF. Die Hohenzollern verfügten ja durchaus über ein "nicht unwesentliches" Vermögen. Da könne es nicht sein, dass sie jetzt noch etwas mehr auf Kosten der deutschen Steuerzahler wollten. Der Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, drängt auf Wiedergutmachung für Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Haus, dem auch der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. entstammte, erhebt beispielsweise Anspruch auf die Rückgabe früherer Immobilien. Seit Jahren laufen darüber Verhandlungen mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, bislang ohne Ergebnis.

Museum gibt Gemälde an Erbin - und kauft es zurück

Das Dürener Leopold-Hoesch-Museum hat ein im Zweiten Weltkrieg geraubtes Gemälde des Expressionisten Heinrich Campendonk der Erbin eines jüdischen Sammlers zurückgegeben - und gleich wieder zurückgekauft. Das Gemälde "Bild mit Tieren" stammt aus der Kunstsammlung des jüdischen Mäzens Alfred Hess, dessen Familie vor den Nationalsozialisten geflohen war. Da es sich bei dem Bild nachweislich um verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut handele, habe sich die Stadt Düren entschlossen, das Bild an die Erbin zurückzugeben, teilte die Verwaltung mit. Um das Bild für die Sammlung des Museums und damit für die Öffentlichkeit zu erhalten, habe man mit der Erbin vereinbart, das Bild für eine nicht näher genannte Summe zurückzukaufen.

Neue Direktorin des Museums Sinclair-Haus

Die Kulturwissenschaftlerin Kathrin Meyer wird neue Direktorin des Museums für zeitgenössische Kunst "Sinclair-Haus" in Bad Homburg. Sie werde am 15. Februar kommenden Jahres ihr neues Amt antreten, teilte das Museum mit. Die 40-Jährige war zuletzt am Deutschen Hygiene-Museum Dresden als Kuratorin und Projektleiterin für die Ausstellung "Von Pflanzen und Menschen" verantwortlich. Sie folgt auf Andrea Firmenich, die als Generalsekretärin in den Vorstand der Kunststiftung NRW in Düsseldorf gewechselt war.

Britischer Bestseller-Autor Lee Child will Ire werden

Der britische Bestseller-Autor Lee Child hat die irische Staatsbürgerschaft beantragt. Er wolle auch nach dem Brexit noch frei in der EU reisen können, so der Thriller-Autor in der Zeitung "Irish Times". Child geht nach eigenen Angaben davon aus, die irische Staatsbürgerschaft schon "sehr bald" zu erhalten, weil sein Vater im nordirischen Belfast geboren wurde. Child, der mit bürgerlichem Namen James Grant heißt, sagte, Großbritannien sei ein "dummes und frustrierendes Land". Der 65-Jährige hält Johnson für das Produkt eines elitären Systems von Privilegierten: "Wenn Johnson auf meine Schule gegangen wäre, wäre er kein Premierminister geworden". Auf die Frage, was geschehen würde, wenn Johnson mit seinem fiktiven Ermittler Jack Reacher in ein abgelegenes Bauernhaus gesperrt würde, antwortete Child: "Nur einer von beiden käme lebend heraus, und das wäre nicht Boris".

Leiter des Saarlandmuseums wechselt nach Wuppertal

Der bisherige Leiter des Saarlandmuseums in Saarbrücken, Roland Mönig (54), wird neuer Direktor des Von der Heydt-Museums in Wuppertal. Das teilte das saarländische Kulturministerium in Saarbrücken mit. Mönig habe um eine vorzeitige Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrages gebeten, um einen Wechsel nach Wuppertal zu ermöglichen, hieß es. Der Kunsthistoriker werde am 1. April im Von der Heydt-Museum die Nachfolge von Gerhard Finckh antreten. Mönig ist seit Dezember 2013 Leiter des Saarlandmuseums und Kunst- und kulturwissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.

Online-Kampagne zum Schutz von Kindern im Netz

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat eine Kampagne zum Umgang mit Kinderfotos in sozialen Netzwerken gestartet. Ziel sei es, Eltern für das Mitbestimmungsrecht von Kindern zu sensibilisieren, wenn sie Fotos ihrer Kinder online stellen, erklärte die Organisation in Berlin. Die Kampagne steht demnach unter dem Motto #DenkenFragenPosten und läuft vor allem auf Facebook und Instagram. Kinder sollten altersgerecht in die Entscheidung, ob ein Bild oder Video gepostet wird, eingebunden werden, forderte das Kinderhilfswerk.

US-Juwelier Tiffany wird französisch

Der französische Luxusgüterkonzern LVMH will den US-Juwelier Tiffany für 14,7 Milliarden Euro kaufen. Das bedeute einen Preis in Höhe von 135 US-Dollar je Aktie, teilte LVMH in Paris mit. Es gebe eine endgültige Vereinbarung für die Übernahme, die Aktionäre von Tiffany müssten allerdings noch zustimmen. Die Übernahme soll Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden. Für LVMH ist die Übernahme von Tiffany nach eigenen Angaben die bisher größte. Der vor 182 Jahren gegründete Juwelier ist weltweit bekannt für seine türkisfarbenen Kartons und seine Rolle im Hollywoodfilm "Frühstück bei Tiffany".

Theaterpreis Neestroy verliehen

Die deutsche Regisseurin Andrea Breth hat den österreichischen Theaterpreis Nestroy für ihr Lebenswerk erhalten. Die Jury bezeichnete die 67-jährige als "Hohepriesterin der Akribie", die keinerlei Verschlampung der Sprache sowie des Ausdrucks dulde. Den Preis für die beste Regie erhielt Johan Simons mit "Woyzeck" an der Wiener Burg. Als beste Schauspielerin wurde Steffi Krautz und als bester Schauspieler Steven Scharf geehrt. Der Autorenpreis für das "Beste Stück ging an Sibylle Berg für „Hass-Triptychon –Wege aus der Krise“. In der Kategorie "Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum" gewann das zehnstündige Antiken-Spektakel "Dionysos Stadt" an den Münchner Kammerspielen.

Taylor Swift räumt bei American Music Awards ab

Die US-Sängerin Taylor Swift hat bei der Verleihung der American Music Awards insgesamt fünf Preise gewonnen. Unter anderem erhielt sie die Auszeichnung als Künstlerin des Jahres und für ihr Album "Lover". Damit überholte Swift den 2009 gestorbenen Michael Jackson, der mit 24 American Music Awards bislang der Rekordhalter gewesen war. Swift hat nun 28 Trophäen. Auch Stars wie Billie Eilish, Shawn Mendes, Camila Cabello, Halsey und Post Malone konnten bei der Gala in Los Angeles Auszeichnungen mit nach Hause nehmen.

Israelische Stiftung bekommt versteigerten Hitler-Hut

Der in München versteigerte Hut von Adolf Hitler kommt in die Hände einer israelischen Stiftung. Der in der Schweiz lebende libanesische Geschäftsmann Tschatila sagte der Zeitung "Le Matin Dimanche", er habe den Hut und weitere Objekte erworben, damit sie nicht für "Neonazi-Propaganda" missbraucht würden. Er wolle die Gegenstände der israelischen Stiftung Keren Hajessod übergeben, die sie ausstellen werde. Die Hinterlassenschaften des Diktators waren am vergangenen Mittwoch in München vom Auktionshaus Hermann Historica versteigert worden. Der Präsident der European Jewish Association, Margolin, forderte die Bundesregierung auf, die Versteigerung von Nazi-Gegenständen stärker zu kontrollieren.

Einstein-Brief wird in Jerusalem versteigert

Ein handgeschriebener Brief des Physikers Albert Einstein soll Anfang Dezember in Jerusalem versteigert werden. Der Startpreis liege bei umgerechnet gut 18 000 Euro, teilte eine Sprecherin des Auktionshauses Kedem mit. Einstein hatte seine Schriften und seinen Besitz der Hebräischen Universität in Jerusalem vererbt. Den Brief in deutscher Sprache schrieb er den Angaben zufolge im Juni 1950 an den Mathematiker Ernst Gabor Straus, seinem Assistenten an der Princeton University, mit dem Einstein auch mehrere Arbeiten veröffentlichte.

Türkischer Journalist erhält Geschwister-Scholl-Preis

Der inhaftierte türkische Journalist Ahmet Altan wird heute mit dem 40. Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet - in Abwesenheit. Bei der Verleihung in der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität soll an seiner Stelle Altans enge Vertraute Yasemin Congar die Auszeichnung entgegennehmen. Altan, der als Kritiker von Präsident Erdogan gilt, war kurz nach dem Putschversuch in der Türkei vom Juli 2016 verhaftet worden.

Daniel Craig will als James Bond aufhören

Dieses Mal soll die Ankündigung endgültig sein: Daniel Craig (51) will als James Bond aufhören. Der 25. Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" soll sein letzter Auftritt in der Kultrolle sein. "Ja, das war's", bestätigte der britische Schauspieler bei seinem Auftritt in der US-Show "Late Show with Stephen Colbert" am Samstag (Ortszeit). Im Oktober endeten die Dreharbeiten zu dem neuen Film, der im April 2020 in die Kinos kommen soll. 2017 hatte Craig schon einmal angekündigt, nicht mehr James Bond spielen zu wollen. Über mögliche 007-Nachfolger wird schon seit Jahren spekuliert.

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