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Donnerstag, 17.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 4. August 2019

Einblicke in die Restaurierung von Tutanchamuns Sarg

Ägypten hat einen Einblick in die Restaurierung des Sarkophags des Pharaos Tutanchamun gewährt. Bei dem Sarkophag handele es sich um "ein einzigartiges historisches Artefakt, nicht nur für Ägypten, sondern für die ganze Welt", sagte der Minister für Altertümer, Chaled al-Enani, bei einer Pressekonferenz im Großen Ägyptischen Museum in Kairo. Er wird erstmals seit seiner Entdeckung 1922 restauriert. Mitte Juli hatten Experten mit den Arbeiten an den insgesamt drei Särgen begonnen. Die Restaurierung wird voraussichtlich acht Monate dauern. Ende nächsten Jahres sollen die Särge zusammen mit anderen Artefakten des jungen Königs anlässlich der Eröffnung des neuen Museums nahe der berühmten Pyramiden von Gizeh ausgestellt werden.

Denkmal für verfolgte Homosexuelle beschädigt

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ist nach Angaben des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg beschädigt worden. Das Sichtfenster sei "intensiv mit weißer Farbe beschmiert" worden, teilte der Verband mit. In dieser Öffnung des 2008 im Berliner Tiergarten eröffneten Denkmals ist ein Film mit einer Kuss-Szene zu sehen. Der Verband habe Anzeige erstattet. Das Denkmal sei in der Vergangenheit bereits mehrfach beschädigt worden. Die Berliner Polizei bestätigte den Eingang der Anzeige. Der Fall werde geprüft, hieß es.

Museumsverband hat Zweifel an Schlösserstiftung

Die Gründung einer Mitteldeutschen Schlösserstiftung stößt beim Thüringer Museumsverband auf Skepsis. Das geplante Sonderinvestitionsprogramm von 200 Millionen Euro in Thüringen sei dringend nötig, das Konstrukt einer länderübergreifenden Stiftung mit Sachsen-Anhalt jedoch zu kompliziert, erklärte der Verband in Erfurt. Vertreter der rot-rot-grünen Regierungskoalition hatten im Landtag erklärt, sie nehme das komplizierte Konstrukt in Kauf, weil der Bund daran seine Zahlungen gebunden habe. Damit überwögen die Vorteile. Geplant ist, dass Thüringen und Sachsen-Anhalt je 100 Millionen Euro vom Bund erhalten, um den Sanierungsstau bei Schlössern und Gärten abzubauen. Beide Länder müssen jeweils weitere 100 Millionen Euro zur Gegenfinanzierung aufbringen.

Katholische Kathedrale von Christchurch vor Abriss

Mehr als acht Jahre nach ihrer Zerstörung durch ein Erdbeben soll die katholische Kathedrale von Christchurch in Neuseeland abgerissen werden. Das kündigte Bischof Paul Martin an. Pläne für einen Wiederaufbau des 113 Jahre alten Gebäudes seien wegen ausufernder Kosten gescheitert. Stattdessen werde nun ein Neubau an anderer Stelle angestrebt, sagte der Bischof. Einen festen Zeitplan gebe es allerdings noch nicht. Die Kathedrale, die auch als Christchurch Basilica bekannt ist, war 2011 durch ein Erdbeben zerstört worden. Bei dem Beben der Stärke 6,3 starben 185 Menschen.

Kunstwerke in Ahrenshoop versteigert

Die Versteigerung von mehr als 170 Kunstwerken in Ahrenshoop auf dem Darß, in Mecklenburg-Vorpommern, hat etwa eine halbe Million Euro eingebracht. Die höchsten Zuschläge erzielten zwei Zeichnungen von Lyonel Feininger mit 25 600 und 22 000 Euro, teilten die Veranstalter mit. Am Ende der Versteigerung hätten 162 Kunstwerke den Besitzer gewechselt. Das entspreche einer Zuschlag-Quote von 93 Prozent. Insgesamt waren bei der 45. Ahrenshooper Kunstauktion 174 Kunstwerke von Mitgliedern der Ahrenshooper und weiterer Ostsee-Künstlerkolonien angeboten worden. Neben Arbeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts waren auch Werke späterer Generationen bis hin zur zeitgenössischen Kunst unter den Hammer gekommen.

Alexa-Mitschnitte im Homeoffice ausgewertet

In der Debatte um die Auswertung von Nutzerdaten aus Sprachassistenten ist Amazons Dienst Alexa erneut in den Fokus geraten. Nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" sollen befristete Angestellte teilweise von zu Hause aus Daten aus Amazons Sprachassistentin Alexa auswerten. "Einigen Mitarbeitern ist es gestattet, von anderen Orten aus zu arbeiten", erklärte Amazon der Zeitung. "Dabei gelten strenge Sicherheitsmaßnahmen." Insbesondere die Arbeit an öffentlichen Orten sei untersagt. Seit diesem Wochenende bietet Amazon Alexa-Nutzern, die sich um ihre Daten sorgen, eine neue Option an: Sie können die Auswertung von Mitschnitten durch Mitarbeiter des Konzerns verhindern. In der Alexa-App findet sich nun ein neuer Schalter dafür. In den vergangenen Wochen hatte es immer mehr Kritik daran gegeben, dass sich Menschen aufgezeichnete Fragmente von Unterhaltungen der Nutzer anhören und verschriftlichen, um die Spracherkennung zu verbessern. Die jahrelange Praxis war den Nutzern bis vor wenigen Monaten weitestgehend unbekannt.

Diane Keaton: Filmbranche ignoriert Frauen über 60

Die US-Schauspielerin Diane Keaton wehrt sich gegen das abnehmende Rollenangebot für Frauen im zunehmenden Alter. "Rein ökonomisch gesehen, sind wir es, die die Filmwirtschaft am Leben erhalten. Wer Profite will, darf Frauen über 60 nicht mehr ignorieren", sagte die 73-Jährige der "Bild am Sonntag". Deutsche Schauspielerinnen teilen ihre Einschätzung. So sagte die 67-jährige Michaela May: «Die Bevölkerung wird immer älter. Die Gruppe der älteren Menschen geht auch sehr gern ins Kino. Da wäre es doch auch sinnvoll, in Filmen Problematiken zu zeigen, die Menschen über 50 oder 60 betreffen.» Dazu zählt sie Verluste, Ängste, den näher rückenden Tod oder Probleme mit der Rente. Auch Jutta Speidel (65) sagte, sie erhalte deutlich weniger interessante Rollenangebote als früher.

Dokumentarfilmer Pennebaker mit 94 Jahren gestorben

Der Oscar-prämierte US-amerikanische Dokumentarfilmer D.A. Pennebaker ist tot. Er starb im Alter von 94 Jahren am vergangenen Donnerstag in seinem Haus auf Long Island, wie der "Hollywood Reporter" und andere US-Medien unter Berufung auf den Sohn Frazer Pennebaker berichteten. 2013 war Pennebaker mit einem Ehrenoscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Pennebaker zählte in den 1960er Jahren zu den Pionieren des "Direct Cinema", denen es um Authentizität und die Darstellung von Alltag ging und die oft mit Handkamera filmten. Er beschäftigte sich vorrangig mit Themen der Rock- und Popmusik. So porträtierte er in "Dont Look Back" den Musiker Bob Dylan auf dessen Großbritannien-Tournee im Jahr 1965. In dem Dokumentarfilm "The War Room" befasste sich Pennebaker mit dem US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf von Bill Clinton im Jahr 1992. Pennebaker arbeitete oft mit seiner Ehefrau, der Dokumentarfilmerin Chris Hegedus, zusammen, mit der er seit 1982 verheiratet war.

Metal-Festival in Wacken beendet

Das Heavy-Metal-Festival in Wacken ist beendet. Rund 75 000 Menschen besuchten das Spektakel, das als eines der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt gilt. Festivalgründer Thomas Jensen zeigte sich mit der 30. Ausgabe zufrieden. Dabei gab es in diesem Jahr auch kritische Situationen zu bewältigen. Das Festival wurde zweimal wegen eines drohenden Unwetters unterbrochen. Auch im Kampf gegen Blutkrebs war das Open Air ein Erfolg. Die deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrierte den 10 000.
Stammzellenspender auf dem Festival, wie die Organisation mitteilte.
Damit gewann die DKMS an den drei Festivaltagen insgesamt 2700 neue Freiwillige.

Kardinal Woelki hofft auf mehr Kulturinteresse

Oft erreichten die "kulturell hoch wertvollen Einrichtungen" die breite Masse nicht, sagte der Kölner Kardinal dem katholischen Internetportal "domradio.de". Denn "Otto Normalverbraucher" wisse oft gar nicht, was ihn erwarte. Um Interesse an einem Konzert- oder Museumsbesuch zu entwickeln, sei Bildung der Schlüssel, sagte Woelki. Emotionale Nähe und Begeisterung kämen hinzu. Eltern könnten diese bei ihren Kindern wecken, zum Beispiel durch gemeinsame Besuche einer Philharmonie. Auch Kirchen seien mit ihrer Architektur und hochwertigen Andachtsstätten "wunderbare Orte", so der Kardinal.

Waldbrände bedrohen aramäische Klöster in der Türkei

Im Südosten der Türkei sind mehrere aramäische Dörfer und Klöster von Waldbränden bedroht. Laut Augenzeugen wurde ein Friedhof bereits von den Flammen zerstört. Viele Dörfer und Klöster im Südosten der Türkei waren erst in den vergangenen Jahren von den aramäischen Christen restauriert worden, überwiegend mit finanzieller Unterstützung deutscher Gemeinden. Das Gebiet nahe der syrischen Grenze gilt als eine Heimat der Urchristen. Dort befinden sich die ältesten Klöster der Welt. Schätzungsweise 3.000 syrisch-orthodoxe Christen leben heute noch in der Region.

"Spiegel"-Autor nimmt Stellung zum Tod von Bloggerin

Nach dem Tod der deutschen Bloggerin Marie Sophie Hingst hat Martin Doerry seine Berichterstattung verteidigt. Der Reporter des Magazins "Spiegel" hatte aufgedeckt, dass sie erfundene Geschichten über angebliche jüdische Vorfahren sowie weitere Falschmeldungen verbreitet hatte und sie damit konfrontiert. "Wenn Marie Sophie Hingst während oder nach der Konfrontation angekündigt hätte, ihre Geschichte öffentlich zu korrigieren, wäre der Artikel in dieser Form nicht erschienen", so Doerry im aktuellen "Spiegel". Sie habe acht Tage ungenutzt verstreichen lassen und außerdem einen Fragenkatalog nicht genutzt, um in Ruhe Stellung dazu zu nehmen. Hingst, die 2017 zur Bloggerin des Jahres gekürt wurde, war Mitte Juli tot in ihrer Dubliner Wohnung aufgefunden worden. Die Polizei schließt ein Fremdverschulden aus.

Erster Kirchen-Neubau in der Türkei seit 1923

In der Türkei wird zum ersten Mal seit der Gründung der Republik im Jahr 1923 eine christliche Kirche gebaut. Das Gotteshaus der christlich-syrischen Minderheit entsteht in Istanbul und soll in zwei Jahren fertig sein. Es sei eine Bereicherung für die Türkei, sagte Staatspräsident Erdogan bei einer Zeremonie anlässlich des Baubeginns. Das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche für Istanbul und Ankara, Yusuf Cetin, sprach von einem historischen Tag. Die Bevölkerung der Türkei ist zu mehr als 99 Prozent muslimisch. Seit der Republikgründung im Jahr 1923 durfte die christliche Minderheit ihre Kirchen zwar renovieren, ein Neubau war bislang aber noch nicht genehmigt worden.

Rapper Asap Rocky zurück in USA

Nach mehreren Tagen vor Gericht in Stockholm ist der amerikanische Musiker Asap Rocky zurück in den USA. Der 30 Jahre alte Rapper ("Praise the Lord") hob am späten Freitagabend mit einem Privatjet vom Flughafen Stockholm-Arlanda ab und landete einige Stunden später in Los Angeles, wie Aufnahmen schwedischer Medien sowie des US-Fernsehsenders CBSLA zeigten. Fotos hielten zuvor fest, wie der Musiker nach Verhandlungsende und der Bekanntgabe seiner Freilassung bis zur Urteilsverkündung freudestrahlend in einem Fahrzeug saß.

Nobelpreisträgerin: Mehr Unterstützung für Jesiden

Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad hat mehr politische Unterstützung für ihr jesidisches Volk gefordert. Die Jesiden müssten in der Lage sein, sich selbst schützen zu können und ihre Heimat wiederaufzubauen, sagte sie bei einer Gedenkveranstaltung in Stuttgart zum fünften Jahrestag des Genozids an den Jesiden im Nordirak. Die 26-Jährige erhielt 2018 gemeinsam mit dem kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege den Friedensnobelpreis. Sie engagiert sich als UN-Sonderbotschafterin für die Opfer von Menschenhandel und sexueller Versklavung und war selbst 2014 im Irak vom IS verschleppt worden.

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