Seit 23:05 Uhr Fazit

Donnerstag, 16.08.2018
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.12.2017

Ein Riss als Mahnmal am BreitscheidplatzEine Narbe, die schwer verheilt

Pablo von Frankenberg im Gespräch mit Andrea Gerk

Podcast abonnieren
Passanten gehen am 24.11.2017 über einen aus Bronze nachempfundenen Riss in den Bodenplatten auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin. (dpa / picture-alliance)
Passanten gehen über einen aus Bronze nachempfundenen Riss in den Bodenplatten auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin. (dpa / picture-alliance)

Der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz war eine Zäsur im Leben vieler Menschen. Ein in den Boden eingelassener Riss aus Bronze soll das Ereignis symbolisieren – und Hoffnung machen.

Was ist die angemessene Art an ein Ereignis zu erinnern, das unbegreiflich erscheint? Mit dieser Frage sah sich Pablo von Frankenberg vom Büro "Merz Merz" konfrontiert, als er an einem Gestaltungswettbewerb teilnahm, in dem es darum ging, an die Ereignisse vom 19. Dezember 2016 zu erinnern.

"Wir haben lange diskutiert und lange gerungen, wie wir mit dieser Aufgabe umgehen können. Und die meiste Zeit ist tatsächlich in diese Diskussion geflossen, bis wir angefangen haben, verschiedene Entwürfe immer wieder durchzuprobieren."

Schließlich habe man sich entschieden, einen Riss in den Boden am Breitscheidplatz einzulassen und ihn mit Bronze zu füllen.

"Dieser Riss war für uns das Wichtigste"

"Dieser Riss ist für uns dann letztendlich das gewesen, was das Wichtigste war. Was für uns den Riss symbolisiert hat, der damals am 19. Dezember 2016 durch die Gesellschaft gegangen ist, durch das Leben vieler Menschen, nicht nur der Todesopfer, auch der Verletzten, der Rettungskräfte, all der Menschen, die damals traumatisiert worden sind."

Zugleich soll der Riss aber auch ein Symbol der Hoffnung sein, erklärte Pablo von Frankenberg:

"Wir wollen mit diesem Riss zeigen, dass unsere Gesellschaft stärker ist als der Terrorismus. Indem wir diesen Riss füllen mit einer Bronzelegierung, wollen wir auch zu der Heilung dieses Risses beitragen."

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDie Grenzen humanitärer Hilfe
Erwachsene und Kinder strecken im Dorf Kotokpa in Benin ihre Hände aus wie in der Erwartung, etwas zu bekommen. (imago/photothek)

Die "FAZ" begibt sich auf die Suche nach Rezepten für bessere Hilfe in Zeiten weltweit steigender Not: Der Geschäftsführer der Hilfsorganisation Medico International und Schriftsteller Ilja Trojanow stellen fest, dass nicht mangelnde Hilfsaktivitäten das Problem seien.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 6Über Gräben
Die Schrift am Luckenwalder Stadttheater liegt im Schatten. (picture alliance / dpa / Sascha Steinach)

Wie halten sie's mit den Produktionsbedingungen? Im Juni-Podcast geht es um das Verhältnis von festen Häusern und Freier Szene. Außerdem Thema: eine strittige Inszenierung in Berlin und wie Theater sich gegen rechte Übergriffe wappnen können.Mehr

Folge 5Auf der Bühne und dahinter
Der Intendant des Schauspiels Köln, Stefan Bachmann, stellt am 21.05.2013 in Köln (Nordrhein-Westfalen) den Spielplan für die kommende Saison vor.  (picture-alliance / dpa / Oliver Berg)

Künstler oder Servicepersonal? Dulden oder Aufbegehren? Im Mai-Theaterpodcast geht es um die Rolle des Schauspielers im 21. Jahrhundert. Außerdem Thema: Die Proteste von Mitarbeitern der Bühnen in Cottbus und Köln.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur