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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.08.2013

Ein Meisterwerk des Verismo

Zandonais "Francesca" konzertant aus Freiburg

Theater Freiburg (picture alliance / dpa - Rolf Haid)
Theater Freiburg (picture alliance / dpa - Rolf Haid)

Dante erwähnte die mörderische Geschichte um die schöne Francesca da Rimini in seiner "Göttlichen Komödie" zum ersten Mal. Gabriele D’Annunzio dramatisierte sie, indem er Francesca unschuldig in den Mittelpunkt von Intrige und Begehren rückte. Der Komponist Riccardo Zandonai, ein Schüler Mascagnis, schuf daraus ein Meisterwerk des Verismo.

Er beschwor in seiner packenden Musik die dunkle Melodramatik der Story um Täuschung, Betrug und verderbliche Romantik so eindrücklich, dass sich der Hörer ganz diesem musikalischen Strom überlassen kann – das Philharmonische Orchester und Generalmusikdirektor Fabrice Bollon luden zum Abschluss der Jubiläumsspielzeit "125 Jahre Philharmonisches Orchester" am 20. Juli dazu ein, dieser Oper konzertant zu begegnen.

Die Uraufführung von Gabriele D’Annunzios Drama "Francesca da Rimini" löste 1901 in Rom einen Skandal aus. D’Annunzio hatte es für seine Geliebte geschrieben, die Schauspielerin Eleonora Duse. Er bediente sich einer berühmten Episode, die Dante in der "Göttlichen Komödie" in wenigen Versen andeutet, wie er es mit vielen realen Ereignissen seiner Zeit tat.

Giovanni Boccaccio hat die Episode später breit und wohl auch mit Freiheiten gegenüber den wirklichen Ereignissen ausgeschmückt: Francesca als betrogene Liebende, die ihre arrangierte Ehe missachtete, sich für ihre wahre Liebe selbst ins Recht setzte und dafür ermordet wurde. Für Gabriele D’Annunzio wurde Francesca damit zur faszinierenden Gestalt: eine Frau, die in politisch finsteren Zeiten moralisch vieldeutig handelt und ihrem eigenen Begehren folgt.
Programmheft 20.07.2013


Theater Freiburg
Aufzeichnung vom 20.07.2013

Riccardo Zandonai
"Francesca da Rimini"
Oper nach Gabriele D’Annunzio
Libretto: Tito Ricordi
(konzertante Aufführung)

Francesca – Christina Vasileva
Paolo il Bello – Martin Mühle
Gianciotto – Juan Orozco
Malatestino – Adriano Graziani
Garsenda – Kim-Lillian Strebel
Biancofiore – Bénédicte Tauran
Adonella – Sally Wilson
Altichiara – Marija Jokovic
Samaritana/Smaragdi – Viktória Mester
Torrigiano/Ostasio – Levente Molnár
Ser Toldo – Aaron Judisch
Opernchor und Extrachor des Theaters Freiburg
Vokalensemble der Hochschule für Musik Freiburg
Freiburger Kammerchor
Philharmonisches Orchester Freiburg
Leitung: Fabrice Bollon

nach dem 2. Akt ca. 20:15 Uhr Nachrichten

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