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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.04.2020

Ein Jahr nach dem Brand von Notre-DameDer lange Weg zum Wiederaufbau

Barbara Schock-Werner im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Die Kathedrale Notre Dame in Paris in Flammen. (picture alliance/Gaël Dupret/MAXPPP/dpa)
Der Brand der Kathedrale in Paris versetzte Frankreich vor einem Jahr in einen Schockzustand. (picture alliance/Gaël Dupret/MAXPPP/dpa)

In fünf Jahren werde Notre-Dame wieder aufgebaut sein, versprach Präsident Macron nach dem Brand der Kathedrale. Die Ex-Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner glaubt nicht, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

Am 15. April 2019 fing der Dachstuhl der Kathedrale Notre-Dame de Paris bei Bauarbeiten Feuer. Die Schäden waren immens, doch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron tröstete das geschockte Land und versprach, binnen fünf Jahren die Schäden zu beseitigen und die Kirche wiederaufzubauen.

Dass das in so kurzer Zeit gelingt, daran gibt es allerdings starke Zweifel. Momentan sei die Baustelle wegen Corona geschlossen, berichtet die Architektin und ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die die deutsche Hilfe für Notre-Dame koordiniert. "Der Wiederaufbau ist noch ein ganzes Stück weg", so die 72-Jährige. 

Die Kathedrale Notre Dame in Paris ist nach dem Brand eingerüstet. (picture alliance/dpa/MAXPPP)Notre-Dame wird noch lange eingerüstet bleiben. (picture alliance/dpa/MAXPPP)

Bisher, berichtet sie, seien vor allem Sicherungsarbeiten ausgeführt worden: "Und das nicht, weil die Kollegen nichts getan haben, sondern weil es ganz schwierig ist." Stützen seien mit Korsetten umgeben und Fensteröffnungen versteift worden: "Um das Ganze wenigstens ein bisschen zu stabilisieren", sagt Schock-Werner.

Streit um den Vierungsturm

Wie genau die Kathedrale wiederaufgebaut werden soll, ist umstritten. Die Form des Vierungsturms, des ehemals höchsten Turms der Kathedrale, sei noch völlig unklar: "Da gibt es heftige Diskussionen." Neue futuristische Formen seien im Gespräch: "Kristall-Edelstahl-Laser-Dinger" und Glasdächer. Das meiste davon sei aber nicht realisierbar.

Ein weiteres Problem sei der allgegenwärtige Bleistaub, erklärt die Architektin. Selbst in der Orgel befinde sich dieser: "Es hat sich herausgestellt, dass sie auseinandergenommen und restauriert werden muss. Und auch das wird längere Zeit dauern."

Schock-Werner ist sich dennoch sicher, dass alle Schwierigkeiten überwunden werden: "Der französische Kollege Philippe Villeneuve macht sehr gute Arbeit, und letztendlich wird das natürlich gelingen."

(beb)

Über den Wiederaufbau von Notre-Dame haben wir in unserer Sendung "Studio 9" auch mit dem Kunsthistoriker Stephan Albrecht gesprochen. Er ist einer der wissenschaftlichen Berater des Projekts und lehrt an der Universität Bamberg.

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