"Ein guter Tag für den Verlag"

22.10.2013
Der Suhrkamp-Verlag steht vor einem Neubeginn. Durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wird Minderheitsgesellschafter Hans Barlach wichtige Mitspracherechte verlieren. Damit dürften die jahrelangen Streitigkeiten beendet sein.
Der Kulturjournalist Thomas E. Schmidt sprach in diesem Zusammenhang von einem "guten Tag für den Verlag". Der könne nun wieder zu seinem Kerngeschäft, dem Verlegen von Literatur, zurückkehren. Das sei auch notwendig, denn der Suhrkamp-Verlag habe durch den langjährigen Streit der Gesellschafter "einen hohen Preis bezahlt und kaum noch finanzielle Polster".

Ob sich der entmachtete Gesellschafter Hans Barlach mit der Entscheidung, die heute vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg getroffen wurde, zufrieden gebe, sei schwer vorherzusagen, meinte Schmidt. Da der Medienunternehmer aber bei der Insolvenzverhandlung keinen Minderheitenschutz beantragt habe, gebe es kaum noch Möglichkeiten für ihn, juristisch gegen die Entscheidung vorzugehen.

Allerdings sei es auch "bizarr, mit welcher Beharrlichkeit und Zerstörungsenergie Hans Barlach in der vergangenen Zeit" agiert habe. Dennoch, so fürchtete Schmidt, sei der letzte Vorhang im Drama um den Suhrkamp Verlag sicher noch nicht gefallen.

Das vollständige Gespräch mit Thomas E. Schmidt können Sie bis mindestens zum 22. März 2014 in unserem Audio-on-demand-Player nachhören.


Mehr auf dradio.de:

Hermann Hesses Enkel fordert Entmachtung von Hans Barlach - Silver Hesse zum Machtkampf beim Suhrkamp-Verlag

"Das Geschäft geht weiter" - "Welt"-Redakteur Müller zum Insolvenz-Verfahren des Suhrkamp-Verlags

Naumann: Insolvenz für Suhrkamp positiv - Früherer Kulturstaatsminister sieht im Insolvenzverfahren einen Erfolg der Familienstiftung

Suhrkamps Insel Verlag meldet Insolvenz an - Die Krise geht weiter

Guter Rat für die Suhrkamp-Gesellschafter - Berliner Mediator empfiehlt den Konfliktparteien, vor allem über die Art ihrer Kommunikation zu reden