Das Feature, vom 25.02.2020, 19:15 Uhr

Ein deutscher Unternehmer in Bulgarien Stich für Stich

Von Mirko Schwanitz

Der Deutsche Bertram Rollmann ist der größte Bekleidungshersteller in Bulgarien. Doch seit 2015 hat er fast die Hälfte seiner Belegschaft verloren. Auch für Bulgaren gilt inzwischen die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Die Folgen für das Land und die Wirtschaft dort sind verheerend.

Bertram Rollmann steht vor seiner Kleiderfabrik in Bulgarien. (Deutschlandradio / Mirko Schwanitz)
Bertram Rollmann vor seiner Kleiderfabrik in Bulgarien (Deutschlandradio / Mirko Schwanitz)

Bertram Rollmann stammt aus einer deutschen Schneiderfamilie. 1981 kauft sein Vater eine insolvente Kleiderfabrik in Griechenland. Er bittet den Sohn, das Unternehmen zu restrukturieren. Da ist Rollmann 25 Jahre alt, Griechenland hat gerade die Militärdiktatur hinter sich, und die Frauen an den Nähmaschinen singen noch Kampflieder.

1993 geht er in das nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Agonie liegende Bulgarien, baut eine weitere Fabrik auf und wird binnen weniger Jahre der größte Bekleidungshersteller des Landes. Er bildet aus. Unterstützt Berufsschulen. Zahlt immer pünktlich und über dem Durchschnitt. Gibt Tausenden Menschen Arbeit.

Seit 2015 laufen ihm die Leute davon. An manchen Tagen erhielt er mehr als 100 Kündigungen. Was passiert hier eigentlich? - Das Feature erzählt erstmals konsequent aus dem Blickwinkel eines Unternehmers vom Preisdruck des Marktes, den Folgen der Globalisierung für Europas Textilindustrie und davon, welch katastrophale Auswirkungen die Freizügigkeit von Arbeitnehmern im Zusammenspiel mit der Sozialpolitik der EU für die Länder Osteuropas hat.

Stich für Stich
Ein deutscher Unternehmer in Bulgarien 
Von Mirko Schwanitz

Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2020

Mirko Schwanitz wurde in Halle an der Saale geboren und studierte Journalistik in Leipzig. Er berichtet als freier Korrespondent für unterschiedliche Hörfunksender und Zeitschriften aus Südosteuropa.

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