Feature, vom 07.07.2020, 22:03 Uhr

Ein deutsch-deutsches Seniorenhaus und seine GeschichtenZeitenwende

Zwei Rentner sitzen im Schatten des Schlossparks Charlottenburg in Berlin auf einer Bank.  (picture alliance / Ole Spata)
Rentner auf einer Bank (picture alliance / Ole Spata)

In Berlin-Pankow gibt es eine Einrichtung für Seniorinnen und Senioren, die mehr bietet als Pflege und Verwahrung. Ein Ort der Bildung und der Debatte ist hier entstanden und auch ein Begegnungsort. Von den rund 160 Mieterinnen und Mietern lebten 2019 über die Hälfte in der ehemaligen DDR, die anderen in der früheren Bundesrepublik. Bestätigen sich hier die Klischees über den Osten und den Westen? Es ist komplizierter. Ein Bewohner wurde in der Ukraine geboren, wuchs in Wien auf und wurde Chef-Lektor des DDR-Verlags "Volk und Welt". Eine Bewohnerin nennt sich bis heute "fanatischer Preuße". Vor dem Horizont fast hundert Jahre währender Leben bekommen die Fragen nach Ost und West etwas beinahe Kleingeistiges. Hört man den Menschen zu, gewähren sie sehr persönliche Einblicke in die Geschichte unseres Landes, das es so nicht mehr gibt.


Ursendung
Zeitenwende
Ein deutsch-deutsches Seniorenhaus und seine Geschichten
Von Heike Tauch
Regie: die Autorin
Mit: Bettina Kurth
Ton und Technik: Martin Eichberg
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020
Länge: 55'46


Heike Tauch, 1965 in Berlin geboren, arbeitet seit 1992 als Autorin und Regisseurin fürs Radio mit Schwerpunkt Hörspiel und Feature. Von 1996 bis 2012 betrieb sie das Hörtheater für Deutschlandfunk Kultur. Für "Bürger zweiter Klasse" (Dlf 2016) wurde sie mit dem n-ost-Reportagepreis ausgezeichnet. Zuletzt: die Features "Der Fälscher. Wie ein Major der Staatssicherheit versuchte, die Welt zu verbessern" (Dlf Kultur 2017) und "Mit den Augen eines Scharfschützen" (zusammen mit Herlinde Koelbl, Dlf Kultur 2017) und das Hörspiel "One Shot, One Kill" (zusammen mit Florian Goldberg, WDR 2018).

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