Feature, vom 22.05.2021, 18:05 Uhr

Ein AfD-Kreisverband im RuhrgebietInnenansichten einer Partei

Von Reinhard Schneider
AfD-Infostand in der Fußgängerzone in Marl 2019 (Reinhard Schneider)
AfD-Infostand in der Fußgängerzone in Marl 2019 (Reinhard Schneider)

Es war – für beide Seiten – ein nicht immer ganz einfaches Verhältnis zwischen den Aktivisten des AfD-Kreisverbands Recklinghausen und dem Journalisten, der wissen wollte: "Wie tickt ihr? Was treibt euch an, und warum seid ihr dabei?" Die gemeinsame Herkunft aus dem Ruhrpott half gewiss, und im Laufe von zwei Jahren gab es dann doch etliche spannende Begegnungen: beim Stammtisch oder Plakate kleben, beim Besuch im properen Eigenheim, beim Kicken mit der "Jungen Alternative" oder beim Ausflug zur "großen Politik" auf Einladung eines Abgeordneten in Berlin. Auch wenn es ums Zuhören und Nachfragen ging, blieben kontroverse Debatten nicht aus. Manches ist dem Autor heute unverständlicher denn je. Anderes ist deutlicher geworden. Zum Beispiel, dass das lustvolle "Alles-immer-schlimmer-Klagen" bei manchem auch deshalb so beliebt ist, weil der beschworene Zusammenbruch des Staates als Bestätigung und Stunde der Partei gesehen wird.


Innenansichten einer Partei
Ein AfD-Kreisverband im Ruhrgebiet
Von Reinhard Schneider
Regie: der Autor
Mit: Stefan Kaminski, Nadja Schulz-Berlinghoff
Ton: Peter Weinsheimer
Produktion: WDR 2020
Länge: 51'45


Reinhard Schneider, geboren 1952 in Gelsenkirchen, Werkzeugmacher und Theaterwissenschaftler, ist Autor und Regisseur von Dokumentarfilmen und Hörfunk-Features. "Mein Sohn, der Nazi" wurde mit dem Prix Italia 2001 ausgezeichnet. Weitere Stücke: "Manchmal könnte ich schreien" (DKultur 2012), "Die Zeit, die noch bleibt" (SWR/WDR 2015), "Wettstreit in Stein und Beton" (RBB 2015). 2018 erhielt "Neun Stockwerke neues Deutschland – Über ein Haus in Gladbeck" (WDR/SWR 2017) den Civis Medienpreis.

 

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