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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. Februar 2021

Ehrenpreis des Schweizer Filmpreises für Lilo Pulver

Die Schauspielerin Liselotte Pulver erhält bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises in diesem Jahr den Ehrenpreis. Das teilte das Bundesamt für Kultur mit. Lilo Pulver habe die Filmgeschichte mit ihrem Spiel voller Humor und mit ihren subtil revoltierenden Interpretationen geprägt und erhielt große Zustimmung von der Kritik, so das Bundesamt. Es wolle Pulvers Beitrag zur internationalen Filmgeschichte von den 1950er-Jahren bis heute würdigen. 1955 war sie in "Ich denke oft an Piroschka" zu sehen, 1961 spielte sie in Billy Wilders "Eins, zwei, drei". Pulver wurde 1929 in Bern geboren. Dort lebt sie seit einigen Jahren in einer Alters-Residenz.

Spanischer Dichter Joan Margarit gestorben

Der spanische Dichter Joan Margarit ist tot. Der Katalane starb im Alter von 82 Jahren in seinem Haus bei Barcelona, das teilten seine Familie und das Kulturministerium mit. Der Gewinner des Cervantes-Literaturpreises von 2019 und zugleich erfolgreiche Architekt sei einer Krebskrankheit erlegen, hieß es. Der spanische Ministerpräsident Sánchez würdigte Margarit auf Twitter als "Architekt der Wörter". Seine Genialität mit der Feder sei immer von der Wertschätzung seiner Leser begleitet worden. Margarit schrieb seine ersten Werke noch auf Spanisch, aber später - in den 1980er Jahren - wechselte er zu Katalanisch. Der Lyriker war trotzdem nicht nur in seiner Region, sondern in ganz Spanien einer der meistgelesenen Dichter.

Türkei: Kavala-Organisation droht Auflösung

Die Organisation Anadolu Kültür des inhaftierten türkischen Menschenrechtsaktivisten und Kulturförderers Osman Kavala wehrt sich gegen ihre Auflösung. Die Organisation kritisierte eine entsprechende Klage des türkischen Handelsministeriums als "unrechtmäßig". Die 2002 von Kavala gegründete Gruppe setzt sich für interkulturelle Verständigung durch die Kunst ein - auch mit dem Nachbarland Armenien, zu dem die Türkei keine diplomatischen Beziehungen unterhält. Das Ministerium wirft der Gruppe vor, als Unternehmen registriert zu sein, um behördlichen Kontrollen zu entgehen. Der 63-Jährige Osman Kavala sitzt seit drei Jahren hinter Gittern, ohne verurteilt worden zu sein. Ihm wird Beteiligung am gescheiterten Putsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan 2016 sowie an den Gezi-Protesten 2013 vorgeworfen.

Razzien gegen belarussische Journalisten

In Belarus sind staatliche Behörden laut "Reporter ohne Grenzen" mit Razzien und Durchsuchungen gegen die belarussische Journalistenvereinigung BAJ sowie elf Journalisten vorgegangen. Außerdem seien führende BAJ-Vertreter in ihren Wohnungen festgenommen worden, teilte die Journalistenorganisation mit. Auch Menschenrechtsorganisationen seien ins Visier staatlicher Repressalien geraten. Der Geschäftsführer von "Reporter ohne Grenzen", Christian Mihr, wertete die Übergriffe als «neue Eskalationsstufe» gegen unabhängige Medienschaffende. Die Behörden hätten damit die Geldgeber der Massenproteste ermitteln wollen.

Polnischer Musiker wegen religiöser Beleidigung verurteilt

Ein Gericht in Warschau hat den Sänger der Death-Metal-Band "Behemoth", Adam "Nergal" Darski, wegen Verletzung religiöser Gefühle zu einer Geldstrafe verurteilt. Laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP muss er umgerechnet etwa 3.300 Euro zahlen, weil er 2019 auf Facebook ein Foto davon postete, wie er mit seinem Schuh ein Gemälde der Gottesmutter Maria zertritt. Die ultrakonservative christliche Organisation Ordo Iuris hatte den Musiker angezeigt. 2014 hatte ein Gericht den "Behemoth"-Sänger nach einer anderen Provokation noch freigesprochen, weil die Aktion durch die Kunstfreiheit gedeckt sei. Auf Beleidigung religiöser Gefühle stehen in Polen bis zu zwei Jahre Haft.

Tschechischer Philosoph Jan Sokol gestorben

Der tschechische Philosoph Jan Sokol ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das teilte die Vaclav-Havel-Bibliothek in Prag mit. Seine Aufsätze über Ethik, Menschenrechte, Bildung und Politik erschienen auch in deutscher Übersetzung. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den Offiziersorden der französischen Ehrenlegion. Vor 1989 kämpfte Sokol als Dissident gegen das kommunistische Regime. Er zählte zu den Erstunterzeichnern der Petition Charta 77, die sich für mehr Bürgerrechte einsetzte. Zudem war er Gründungsdekan der neuen Fakultät für Humanwissenschaften der Karls-Universität in Prag. 2003 kandidierte der christlich geprägte Jan Sokol erfolglos gegen den Neoliberalen Vaclav Klaus für das Präsidentenamt.

Scherer beendet 2022 Intendanz am Haus der Kulturen

Der Intendant des Berliner Hauses der Kulturen der Welt (HKW), Bernd Scherer, gibt die Leitung Ende kommenden Jahres ab. Der Vertrag des dann 67-Jährigen endet am 31. Dezember 2022. Der Philosoph und Autor stand seit 2006 an der Spitze des Zentrums für internationalen Kulturaustausch. Scherer prägte das Haus mit einer Neuausrichtung auf die Auseinandersetzung mit postkolonialen Strukturen sowie Fragen der ökologischen und technologischen Umbrüche.

Brexit: Schauspieler fordern Visa-Verhandlungen

In einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson haben britische Schauspieler eine Aufhebung der Visapflicht für Künstler gefordert. Die seit dem Brexit geltenden Regeln seien eine große Hürde, heißt es in dem Schreiben. Seit dem 1. Januar, dem Ende der Brexit-Übergangsphase, benötigen Musiker und Künstler Visa und andere Dokumente für Auftritte in der EU beziehungsweise in Großbritannien. London und Brüssel machen sich gegenseitig für die Situation verantwortlich. Es seien bereits Jobs verloren gegangen, heißt es in dem Schreiben, das die Gewerkschaft Equity veröffentlichte.

Kritik an Besucherandrang in Vatikanischen Museen

Wegen eines hohen Besucheraufkommens und Gedränge in einzelnen Ausstellungsräumen sind die Vatikanischen Museen in die Kritik geraten. Die Tageszeitung "La Repubblica" berichtete über teils "chaotische Zustände". So hätten sich am Samstagnachmittag "Menschenmassen" - unter Missachtung geltender Corona-Schutzvorschriften - gegenseitig blockiert. Das Blatt beruft sich auf Aussagen von Besuchern sowie auf Fotos, die in den sozialen Netzwerken kursieren. Nach langer Schließung aufgrund der Pandemie hatten die Vatikanischen Museen ihre Tore zu Monatsbeginn wieder geöffnet. Die Resonanz in den ersten Tagen fiel gering aus. Um Gedränge zu vermeiden, ist eine Online-Registrierung obligatorisch.

Kapitol-Erstürmung: Musiker verlassen Band Iced Earth

Zwei Metal-Musiker verlassen nach der Festnahme eines Bandkollegen, der an der Erstürmung des US-Kapitols teilgenommen haben soll, ihre Gruppe Iced Earth. Der Gitarrist der US-Band, Jon Schaffer, hatte sich am 17. Januar dem FBI gestellt: Er muss sich unter anderem wegen des unerlaubten Eindringens in das Regierungsgebäude und wegen Anwendung von Gewalt gegen Personen verantworten. Sie hätten Schaffer und das Management über ihre Entscheidung informiert, schrieben die beiden Musiker Stu Block und Luke Appleton bei Facebook. Beide Musiker nannten Schaffer zwar nicht namentlich als Grund, hatten sich aber bereits zuvor von der Gewalt am Kapitol ausdrücklich distanziert. Bei dem Angriff auf den Sitz des Kongresses am 6. Januar kamen fünf Menschen ums Leben.

Landesbibliothek kauft Sammlung von Burda-Koch

Mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder hat die sächsische Landesbibliothek die Privatsammlung des langjährigen Burda-Kochs Ernst Birsner erworben. Nach den Angaben handelt es sich um eine der größten privaten Sammlungen zur Geschichte der Kochkunst und Gastfreundschaft im deutschen Raum. Das Konvolut umfasst rund 30.000 Objekte, darunter Menü- und Speisekarten von Fürstenhöfen, Luxusschifffahrten und Sterne-Restaurants. Von ihrer Erforschung seien Erkenntnisse über Kochtechniken, Konsumverhalten, nationale und internationale kulinarische Strömungen zu erwarten. Ernst Birsner war ab 1962 Koch bei der Verleger-Familie Burda und zugleich Leiter des Burda-Kochstudios.

Beleidigung der Monarchie: Rapper festgenommen

Die spanische Polizei hat den Rapper Pablo Hasél festgenommen. Der 32-Jährige hatte sich in der Universität der katalanischen Stadt Lleida verbarrikadiert. Zuvor war er wegen Beleidigung der Monarchie und Verherrlichung von Gewalt zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilten worden.
Hasél hatte den Alt-König Juan Carlos I. als „Parasit und „Dieb bezeichnet und zur Gewalt gegen einen Bürgermeister aufgerufen. Er selbst sieht das durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
Oliver Neuroth:

OT

Verbraucherschützer: Tiktok schützt Kinder nicht

Über die beliebte Kurzvideo-App Tiktok hat der europäische Verbraucherverband Beuc eine Beschwerde bei der EU-Kommission und dem Netzwerk nationaler Verbraucherschutzbehörden eingereicht. "Tiktok lässt seine Benutzer im Stich, indem ihre Rechte massenhaft verletzt werden", sagte Generaldirektorin Monique Goyens. Konkret bemängeln die Verbraucherschützer etwa, dass Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor versteckter Werbung und potenziell schädlichen Inhalten geschützt würden. Auch sei das Vorgehen bei der Verarbeitung persönlicher Daten irreführend. Mehrere Klauseln der Nutzungsbedingungen seien unfair. Auch benötigen Tiktok-Anwender unter 18 Jahren offiziell die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten, was jedoch nicht überprüft werde.

Salsa-Musiker Johnny Pacheco mit 85 Jahren gestorben

Der Salsa-Musiker Johnny Pacheco ist mit 85 Jahren im US-Bundesstaat New Jersey gestorben. Der Komponist und Produzent gilt als einer der Väter der Salsa-Musik. Pacheco gründete das Musiklabel Fania Records und die Band Fania All Stars und arbeitete mit Salsa-Ikonen wie Celia Cruz, Hector Lavoe und Willie Colón zusammen. Pacheco wurde 1935 in der Dominikanischen Republik geboren und wanderte als Kind mit seinen Eltern nach New York aus. Nach einem Studium an der Juilliard School in New York begann in den 1950er Jahren seine Karriere als Musiker. Mit seiner Band Pacheco y Su Charanga begründete er seinen Ruhm.

Pandemie lässt Kinozahlen einbrechen

Die Pandemie hat die Besucherzahlen deutscher Kinos dramatisch einbrechen lassen. Im vergangenen Jahr wurden rund 38,1 Millionen Tickets verkauft - etwa 80,5 Millionen weniger als noch ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von knapp 70 Prozent, wie aus Zahlen der Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin hervorgeht. Die Kinos waren schon im Frühjahr 2020 mehrere Wochen geschlossen, wegen der Abstandsregeln durften auch im Sommer und Herbst nur deutlich weniger Besucher in die Kinosäle. Seit November sind Filmtheater wieder zu.

Parler ist wieder online

Das bei Anhängern des früheren Präsidenten Trump beliebte soziale Netzwerk Parler ist wieder online. Es können wieder Nachrichten abgesetzt und auch neue Accounts angelegt werden, teilte die Plattform mit. Amazon als Infrastruktur-Dienstleister hatte Parler nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger Trumps im Januar von seinem Server genommen. Das Unternehmen hatte zur Begründung erklärt, dass Parler nicht entschieden gegen rassistische, hasserfüllte oder zur Gewalt anstachelnde Beiträge seiner Nutzer vorgehe. Vor Amazon hatten bereits die Konzerne Google und Apple Parler aus ihren Angeboten entfernt.

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