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Kulturnachrichten

Sonntag, 9. November 2014

Ehren-Oscar: Harry Belafonte spricht vor Hollywood-Prominenz

Der 87-jährige US-Schauspieler und Musiker wurde in Los Angeles für sein humanitäres Engagement ausgezeichnet.

In seiner Rede rief er die anwesenden Stars dazu auf, sich mit ihrer Arbeit mehr für positive Veränderungen einzusetzen. «Vielleicht können wir als Künstler und Visionäre überall auf der Welt die Bürger beeinflussen, damit sie die besseren Seiten der menschlichen Spezies erkennen», sagte Belafonte bei der Verleihung des «Jean Hersholt Humanitarian Award» am Samstag.

Belafonte hatte mit Martin Luther King Jr. für die Bürgerrechte der Schwarzen gekämpft und sich öffentlich gegen das Apartheidregime in Südafrika ausgesprochen.

Auch der französische Drehbuchautor Jean-Claude Carrière (83), die irisch-amerikanische Schauspielerin Maureen O'Hara (94) und der japanische Regisseur Hayao Miyazaki (73) wurden mit «Governors Awards» ausgezeichnet. Die Vergabe der Ehrenoscars wurde 2009 erstmals von der Oscar-Show im Frühjahr abgekoppelt.

Preise beim Filmfestival Cottbus: Auszeichnung für russisch-deutsches Drama "Corrections Class"

Der Film des russischen Regisseurs Ivan I. Tverdovsky gewann den mit 20 000 Euro dotierten Hauptpreis im Spielfilmwettbewerb.

Die Jury lobte sein Werk für die «unsentimentale und unprätentiöse Darstellung eines starken gesellschaftlichen Themas» und eine «großartige Ensembleleistung». In der russisch-deutschen Koproduktion geht es um eine Jugendliche im Rollstuhl, die an einer russischen Schule in eine Klasse für schwer erziehbare Kinder gesteckt wird.

Damit ging die 24. Ausgabe des Festivals für den osteuropäischen Film am Sonntag in Cottbus zu Ende. Die Besucherzahl lag wie bereits 2013 bei über 20 000, wie die Veranstalter mitteilten.

"Versteckte Fette": Cartoonist Rudi Hurzlmeier gewinnt Deutschen Karikaturenpreis 2014

Der aus Bayern stammende Künstler wurde am Sonntag im Dresdener Schauspielhaus mit dem geflügelten Bleistift in Gold ausgezeichnet.

Den zweiten Preis erhielt das Duo Elias Hauck und Dominik Bauer für die Karikatur «Nun, ihr Kind ist nicht hochbegabt. Sie sind nur beide sehr sehr dumm.» Der dritte Preis ging an Jan Blum und Michael Schillig für ihre Karikatur eines Psychiaters, der seinen Patienten wissen lässt: «Sie sind nicht depressiv. Sie haben einfach nur ein beschissenes Leben». Laudator war der Kabarettist Tom Pauls.

Der Deutsche Karikaturenpreis wurde zum 15. Mal verliehen. Er ist mit insgesamt 10 000 Euro dotiert. Der Wettbewerb stand diesmal unter dem Motto «Wie krank ist das denn?». 214 Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligten sich. Eine Jury konnte aus 890 Arbeiten auswählen. Der Deutsche Karikaturenpreis wurde von der «Sächsischen Zeitung» ins Leben gerufen und gilt als wichtige Auszeichnung der Branche.

Walter-Hasenclever-Literaturpreis: Auszeichnung für Michael Köhlmeier

Der österreichische Schriftsteller erhält den mit 20.000 Euro dotierten Preis der Stadt Aachen am Sonntag Abend.

Der in Wien lebende Autor sei ein Sprachkünstler, der seine Leser in den Strudel seiner vielfältigen komischen, tragischen und widersprüchlichen Geschichten ziehe, begründete die Stadt Aachen ihre Entscheidung.

Michael Köhlmeier wurde 1949 in Vorarlberg geboren. Der Schriftsteller, Musiker und Moderator veröffentlichte zahlreiche Romane zu zeitgeschichtlichen Themen. Sein literarisches Können erweise sich dabei sowohl in umfangreichen, auf lange Strecken von Zeitgeschichte angelegten Romanen wie «Die Abenteuer des Joel Spazierer» wie auch im kurzen Roman «Idylle mit ertrinkendem Hund» oder der pointierten Novelle «Sunrise», lobte die Jury.

Erfolgreich war der Autor ebenfalls mit freien Nacherzählungen antiker Sagenstoffe und biblischer Geschichten, die er zunächst im Radio, später in CD-Editionen und Büchern präsentierte. Damit eröffne Köhlmeier einen leichten Zugang zu diesen Grundlagen abendländischer Kultur, erklärte die Jury. Dem Raum philosophischen Denkens nähere sich Köhlmeier in seinen Werken mittels Mathematik, Musik, Sprache, Philosophie, Mythen und Fantasie.

Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und erinnert an den Schriftsteller und gebürtigen Aachener Walter Hasenclever (1890-1940). Zu den bisherigen Preisträgern zählen Peter Rühmkorf, George Tabori, Oskar Pastior und die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller.

Deutsche Kinderhörspielpreis der ARD: Deutschlandradio Kultur gewinnt

Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an Peter Jacobi für sein Stück «Tyrannosaurus Max» (Deutschlandradio Kultur), in dem sich ein kleiner Junge, der sich von seinen Eltern vernachlässigt fühlt, in ein Monster verwandelt.

Der Preis wurde am Samstag Abend zum Abschluss der ARD-Hörspieltage im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie ZKM vergeben.

Den ebendfalls mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Hörspielpreis bekamen Helgard Haug und Daniel Wetzel für ihre WDR-Produktion «Qualitätskontrolle oder warum ich die Räusper-Taste nicht drücken werde!». Darin erzählen sie die wahre Geschichte der vom Hals abwärts gelähmten Maria-Cristina. 20 Jahre nach ihrem verhängnisvollen Sprung in den Pool einer Ferienanlage schildert sie ihr Leben, geprägt «von Hilfsbedürftigkeit und Selbstbehauptung», wie die Veranstalter der ARD-Hörspieltage mitteilten.

Der Publikumspreis (ARD Online Award), der durch die Nutzer des Internetportals radio.ARD.de bestimmt wurde, ging an das Hörspiel «Chapters» von Bettina Erasmy (Hessischer Rundfunk). Er ist mit 2500 Euro dotiert.

Digitaler Saurierknochen: Berliner Naturkundemuseum digitalisiert Urzeit-Funde

Besucher können vom 11. bis 14. November im Museum für Naturkunde zuschauen, wie die Objekte digital eingescannt werden.

Dazu wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung eine 3D-Digitalisierungstrasse aufgebaut, teilte das Museum mit. Auf einem Förderband fahren die Objekte an Scannern vorbei. In wenigen Minuten sollen ihre Daten dann in 3D-Modelle umgerechnet werden.

Mit seinen mehr als 30 Millionen Fundstücken beherbergt das Berliner Museum für naturkunde ein Viertel aller deutschen naturkundlichen Sammlungen. Große Teile sind bisher aber noch unzureichend erforscht. Die Digitalisierung soll die Möglichkeit bieten, dass sich Forscher die virtuellen Modelle überall auf der Welt genau anschauen können.

Der Faust: Die Preisträger 2014

Launige Ansprachen, gerührte Preisträger und amüsante Anekdoten: Die Verleihung des Deutschen Theaterpreises "Der Faust" am Samstagabend in der Hamburgischen Staatsoper hatte alles, was eine gelungene Gala ausmacht.

Im Rampenlicht standen die Besten ihres Fachs, die in zehn Kategorien die renommierte undotierte Auszeichnung des Deutschen Bühnenvereins entgegennahmen - darunter die Schauspielerin Dagmar Manzel und der Regisseur Johan Simons.
Manzel wurde für ihre Rolle in «Gift» von Lot Vekemans in der Regie von Christian Schwochow am Deutschen Theater Berlin geehrt. Sie nahm den Preis von ihrem Bühnenpartner Ulrich Matthes entgegen, der die Gala moderierte.

Der niederländische Regisseur und Intendant Johan Simons bekam die Trophäe für seine Inszenierung von Georg Büchners «Dantons Tod» an den Münchner Kammerspielen. Der 68-Jährige freute sich, dass so viele ausländische Künstler für den Faust nominiert sind. «Ihr Deutschen seid sehr offen. Dafür möchte ich mich wirklich bei Euch bedanken.»

Emotionaler Höhepunkt des Abends war der Auftritt der 92-jährigen Bühnenverlegerin Maria Müller-Sommer. Die langjährige Leiterin der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH hatte «unbekannte deutsche und noch namenlose internationale Theaterautoren» wie Günter Grass oder George Tabori nach Berlin geholt.

Den Faust für die beste Musiktheater-Regie erhielt Sandra Leupold für ihre Inszenierung von «Don Carlo» am Theater Lübeck, in der Kategorie beste Sängerdarsteller gewann Evelyn Herlitzius den Faust für ihre Rolle der Elektra in «Elektra» an der Sächsischen Staatsoper Dresden.

In der Kategorie Choreografie erhielt Christoph Winkler den Faust für «Das wahre Gesicht - Dance is not enough» am Ballhaus Ost Berlin. Als beste Tänzerin wurde Bruna Andrade für «Der Fall M.» und «Spiegelgleichnis» im Rahmen des Ballettabends «Mythos» am Staatsballett Karlsruhe ausgezeichnet.

In der Kategorie Bühne/Kostüm bekam Aleksandar Denic den Faust für Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» bei den Bayreuther Festspielen (Regie: Frank Castorf). Den Faust für das beste Kinder- und Jugendtheater gewann Andrea Gronemeyer für «Tanz Trommel» am Nationaltheater Mannheim.

Der Preis des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins ging an das Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig. Mit dem Preis solle auch ein Signal gegen die drohende Schließung dieses Instituts - als einziges seiner Art in den neuen Ländern - gesetzt werden.

OpenMike: 22 Kandidaten bewerben sich in Berlin

Der Wettbewerb der Literaturwerkstatt Berlin gilt als wichtige Plattform für literarische Neuentdeckungen und findet am 8./9. November im Heimathafen Neukölln statt.

Jeder Bewerber hat 15 Minuten Zeit, um die Jury und das Publikum von seinem Werk zu überzeugen. Auch viele Verleger, Lektoren und Agenten nehmen zur Talentsuche an dem Wettbewerb teil. Beim 22. Open Mike in Berlin bewerben sich 22 Kandidaten um Auszeichnungen als beste Nachwuchsautoren in Prosa und Lyrik.

Die Finalisten wurden von sechs renommierten Lektoren ausgewählt, knapp 600 Texte wurden eingereicht. Bewerben konnten sich junge Autoren, die noch kein eigenes Buch veröffentlicht haben. Eröffnet wird der Wettbewerb am Freitag von drei früheren Preisträgern, die ihre inzwischen erschienenen Debütwerke vorstellen. Fans können den Open Mike per Blog sowie auf Facebook und Twitter verfolgen.

Autoren wie Karen Duve, Jochen Schmidt, Terézia Mora und Judith Zander starteten ihre Karriere beim Open Mike.

"Stimmliche Intensität": Opernsängerin Nina Stemme

Die schwedische Sopranistin hat den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis der Stadt Duisburg erhalten. Die 51-Jährige nahm die Auszeichnung am Sonntag im Lehmbruck-Museum der Ruhrgebietsstadt entgegen.

Nina Stemme verfüge über eine «unbeschreibliche stimmliche und darstellerische Intensität», befand die Jury. Die aus Stockholm stammende Sängerin gilt unter anderem als eine der bedeutendsten Wagner-Sopranistinnen.

Der Musikpreis Duisburg wird seit 1990 jährlich von der Stadt gemeinsam mit der Köhler-Osbahr-Stiftung vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der Geiger Yehudi Menuhin, der niederländische Choreograph Hans van Manen, der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau und die Tänzerin und Ballettdirektorin Pina Bausch.

Deutscher Regiepreis Metropolis: István Szabó für sein Lebenswerk geehrt

Der ungarische Filmregisseur wird die Auszeichnung am Sonntag in München entgegennehmen.

Filmemachen sei für Szabó das visuell einprägsame Erzählen menschlicher Erfahrungen und Emotionen, begründete der Bundesverband der Film- und Fernsehregisseure, der die Auszeichnung gemeinsam mit der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst vergibt. Der Regisseur inszenierte Filme wie «Taking Sides- Der Fall Furtwängler» oder «Oberst Redl». Der Ehrenpreis ist mit 20 000 Euro dotiert.

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