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Kulturnachrichten

Sonntag, 15. April 2018

Echo-Veranstalter wollen Preis überarbeiten

Nach heftiger Kritik will Bundesverband Musikindustrie Konsequenzen ziehen

Wegen des Proteststurms nach der Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang will der Veranstalter das Konzept erneuern. "Als Konsequenz daraus wird der Preis auf Entscheidung des Vorstandes vom heutigen Tag nun überarbeitet werden", erklärte Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie. Das schließe die "umfassende Analyse und die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen" ein. Details nannte Drücke noch nicht. Die beiden Rapper waren am Donnerstag für ihr als antisemitisch kritisiertes Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" in einer Sparte mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis ausgezeichnet.

FPÖ droht kritischen ORF-Journalisten mit Entlassung

Politiker und Medienvertreter: "Angriff auf die Pressefreiheit"

Die seit Monaten schwelende Auseinandersetzung zwischen der rechten FPÖ und dem Österreichischen Rundfunk (ORF) eskaliert weiter: Die FPÖ droht kritischen Journalisten, die sich in ihren Augen nicht "korrekt" verhalten, mit Entlassung und kündigte speziell bei bei den Auslandsbüros des Senders Streichungen an. Der FPÖ-Politiker Norbert Steger, der Mitglied im ORF-Stiftungsrat ist, bezeichnete gegenüber den "Salzburger Nachrichten unter anderem die Berichterstattung des ORF-Korrespondenten in Ungarn als "zu einseitig". Steger drohte Journalisten ebenfalls mit Entlassung, wenn sie sich nicht an die geplante neue Social-Media-Richtlinien für Facebook und Twitter hielten. Medienvertreter wie Politiker kritisierten Steger scharf: Der ORF-Redakteursratsvorsitzende Dieter Bornemann sprach von einem "Tiefpunkt in der Medienpolitik". Die Politikerin Claudia Gamon von den liberalen Neos bezeichnete Stegers Aussagen als "Angriff auf die Pressefreiheit". Bei unabhängigen Journalisten den Maßstab von korrekten oder unkorrekten Verhalten nach FPÖ-Gusto anlegen zu wollen, sei unfassbar.

Bibelturm-Gegner siegen bei Bürgerentscheid in Mainz

Kritik an der geplanten modernen Architektur des Gebäudes

Beim Bürgerentscheid über den Bibelturm für das Gutenberg-Museum in Mainz haben die Gegner des Projekts eine klare Mehrheit erzielt. Sie erhielten bei der Abstimmung am Sonntag 77,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) mitteilte. Die Befürworter des Bibelturms - benannt nach der von Gutenberg gedruckten Bibel - kamen nach dem vorläufigen Endergebnis auf 22,7 Prozent. Die Gegner hatten vor allem die moderne Architektur des auf dem Domplatz geplanten Gebäudes kritisiert und die Finanzierung angezweifelt. Der Entwurf sah für den eigentlich als Bibliotheksturm bezeichneten Bau eine Fassade aus Kupferblech vor, das mit frei gesetzten Buchstaben perforiert ist. An der Abstimmung beteiligten sich 40 Prozent der stimmberechtigten Mainzer.

Filmregisseur Vittorio Taviani gestorben

Italienischer Filmemacher und Bruder von Paolo Taviani wurde 88 Jahre alt

Der italienische Regisseur Vittorio Taviani ist tot. Nach langer Krankheit sei er im Alter von 88 Jahren in Rom gestorben, teilte Tavianis Tochter Giovanna mit. Taviani arbeitete als Filmemacher stets mit seinem jüngeren Bruder Paolo zusammen. Bis ins hohe Alter produzierten die beiden Filme. Mit "Padre Padrone" gewann das Regisseur-Duo "I Fratelli" (Italienisch für "Die Brüder") 1977 die Goldene Palme von Cannes. Der jüngste Erfolg liegt mit "Cäsar muss sterben" (2012) noch gar nicht allzu lange zurück: Sie bekamen für das Doku-Drama auf der Berlinale den Goldenen Bären.

Kulturrat: Echo-Verleihung war "großer Fehler"

ARD-Koordinator für Unterhaltung sieht Echo-Preis am Ende

In der Antisemitismus-Debatte um die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Deutsche Kulturrat schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter des Musikpreises erhoben. Schon die Nominierung der beiden zeuge von "wenig Selbstreflexion", sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. "Die Echo-Jury und der Bundesverband Musikindustrie hätten die Notbremse ziehen müssen." Zuvor hatte unter anderem Außenminister Heiko Maas die Echo-Verleihung an die Rapper scharf kritisiert. Der jüdische Rapper Ben Salomo hat in der Berliner Morgenpost der deutschen Rap-Szene eine starke Judenfeindlichkeit attestiert. Sie sei in weiten Teilen genauso antisemitisch wie die Rechtsrock-Szene, sagte Salomo. Der ARD-Koordinator für Unterhaltung stellt den Echo-Musikpreis grundsätzlich in Frage. "Die Musikindustrie steckt den Kopf in den Sand, hofft, das Ungemach zieht vorüber, und lernt nichts", schrieb Thomas Schreiber in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Die Welt". "Dabei gibt es nur eine sinnvolle Reaktion: eine Entschuldigung und die Erkenntnis, dass dieser Echo keine Berechtigung mehr hat: weder inhaltlich noch moralisch."

Usedomer Literaturpreis für Ilija Trojanow

Preis ist mit einmonatigem Arbeitsaufenthalt auf Usedom verbunden

Der aus Bulgarien stammende Autor Ilija Trojanow ist mit dem Usedomer Literaturpreis 2018 ausgezeichnet worden. Trojanow begehre in seinen Büchern auf gegen einen zunehmenden Populismus, nationale Egoismen, hermetische Abschirmung, aber auch zunehmende Überwachung und ungehemmte Kontrolle der Menschen, so die Jury in der Begründung. In seinen Werken zeige er eindrucksvoll, "dass das Vertrauen in Demokratie kein Selbstläufer mehr ist, sondern zivilgesellschaftliche Unterstützung, auch von Künstlern, erfordert." Der Usedomer Literaturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der Ostsee-Insel Usedom verbunden. Verliehen wird er an Autoren, "die sich in herausragender Weise um den europäischen Dialog und die Themen Flucht und Vertreibung verdient gemacht haben".

Berlins Kultursenator will Zeit für Intendantensuche

Volksbühne solle "diverser, weiblicher und jünger" werden

Berlins Kultursenator Klaus Lederer will sich Zeit nehmen, um einen neuen Intendanten für die Volksbühne zu finden. "Wir werden uns die nötige Zeit nehmen. Denn nichts wäre verheerender, als jetzt aus Druck eine Entscheidung zu treffen", sagte Lederer. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Volksbühne diverser, weiblicher, jünger werden soll", sagte Lederer am Rande eines Parteitags in Adlershof. Dieser Herausforderung sei konzeptionell Rechnung zu tragen. Die Volksbühne sei auch immer ein politisches Theater gewesen - auch an diese Tradition müsse angeknüpft werden. Der bisherige Intendant Chris Dercon gab am Freitag noch vor dem Ende seiner ersten Spielzeit seinen Posten auf.

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