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Interview / Archiv | Beitrag vom 03.03.2015

Ebola"Die Epidemie ist nicht besiegt"

Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Eine Familie wird von einem Mann in Schutzanzug isoliert (AFP / Dominique Faget)
Noch immer stecken sich Menschen mit Ebola an. Eine Impfung und Medikamente gibt es nach wie vor nicht. (AFP / Dominique Faget)

Trotz rückläufiger Zahlen - bei Ebola kann es noch keine Entwarnung geben. Davon ist Tankred Stöbe von Ärzte ohne Grenzen überzeugt. Der WHO wirft er Versagen vor, von der internationalen Gemeinschaft erwartet er weitere Hilfe.

Von einem "Warnsignal" spricht Tankred Stöbe, Präsident der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Er war zuletzt in Sierra Leone und hat erlebt, dass es wieder und wieder zu Neuinfektionen kommt. "Eigentlich dürfte das nicht mehr passieren, dass immer noch Patienten sich neu infizieren - und wir wissen nicht, wie und wo", sagt er.

Ein Einzelner reicht schon, um einen neuen Ausbruch auszulösen

"Die Epidemie ist nicht besiegt. Solange wir nicht bei Null sind, ist Ebola eine Gefahr", so Stöbe. Es gebe noch viel zu tun: So funktionierten die Gesundheitsüberwachung und der Datenaustausch zwischen den drei betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia nicht. Außerdem gingen Zehntausende über die Grenzen: "Ein Einzelner reicht ja schon, um einen neuen Ausbruch auszulösen."

Internationale Hilfe ist weiter notwendig

Der Weltgesundheitsorganisation WHO warf Stöbe Versagen vor: "Wir warten noch bis heute darauf, dass die WHO es schafft, Ebola zu besiegen. Das ist eigentlich ihre Grundaufgabe."

Von der heutigen internationalen Ebola-Konferenz in Brüssel erhofft sich Stöbe, dass weitere internationale Hilfe zugesagt wird, um die Lücken in der Ebola-Bekämpfung zu schließen und die zusammengebrochenen Gesundheitssysteme der betroffenen Länder wieder aufzubauen.

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