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Sonntag, 21.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. Mai 2018

East Side Gallery geht an Stiftung Berliner Mauer

Gedenkort für Zeit der Teilung und des Mauerfalls

Die Berliner East Side Gallery soll zum Gedenk- und Erinnerungsort an die Zeit der Teilung und des Mauerfalls werden. Dazu überträgt das Land Berlin das Grundstück mit bemalten Resten der früheren DDR-Grenzanlage unentgeltlich an die Stiftung Berliner Mauer. Der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses gab heute grünes Licht für das Vorhaben, das in der kommenden Woche dann im Plenum endgültig beschlossen werden soll. Die Stiftung wird vom Land und dem Bund getragen und ist bereits für mehrere Gedenkorte zuständig. Bei der East Side Gallery handelt es sich um ein 1,3 Kilometer langes Teilstück der sogenannten Hinterlandmauer, die Künstler aus aller Welt 1990 bemalten.

Oscar-prämierte Cutterin Anne V. Coates gestorben

Künstlerin arbeitete mit vielen Starregisseuren zusammen

Noch im hohen Alter von 90 Jahren arbeitete die hochdekorierte Cutterin Anne V. Coates an dem Sado-Maso-Film "Fifty Shades of Grey" mit - jetzt ist die oscarprämierte Künstlerin gestorben. Die gebürtige Engländerin, die mit Hollywood-Regisseuren wie David Lean, Steven Soderbergh, Wolfgang Petersen und David Lynch arbeite, starb in einem Pflegeheim im kalifornischen Woodland Hills, wie mehrere Branchenblätter berichteten. Sie wurde 92 Jahre alt. Für den Schnitt des Dramas "Lawrence von Arabien" (1962) war sie mit dem Oscar ausgezeichnet worden und später mit weiteren Filmen mehrfach für die Auszeichnung nominiert. 2016 erhielt sie einen Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk.

Drei neue Professuren zur Herkunftsforschung

Neuer Studiengang entsteht an der Uni Bonn

Gleich drei neue Professuren an der Universität Bonn sollen zukünftig die Herkunft und die Geschichte von Kunstwerken kritisch untersuchen. Damit werde ein bundesweit einmaliger interdisziplinärer Schwerpunkt für Provenienzforschung sowie Kunst- und Kulturgutschutzrecht geschaffen, wie die Uni mitteilte. Die neuen Professoren hätten bereits zu Beginn des Sommersemesters ihre Arbeit aufgenommen und sollten unter anderem ein Handbuch zur Provenienzforschung verfassen. Zu ihren weiteren Aufgaben gehöre, einen komplett neuen Masterstudiengang zum Thema zu entwerfen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters betonte, Deutschland habe eine große Verantwortung vor allem für die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kunstraubs.

München bekommt Mahnmal zur Bücherverbrennung

Entwurf von Dreyblatt wird umgesetzt

Noch in diesem Jahr soll die Stadt München ein Mahnmal zur Bücherverbrennung von 1933 bekommen. Der städtische Kulturausschuss beschloss, den Entwurf des US-amerikanischen Künstlers Arnold Dreyblatt umzusetzen. Das teilten die Stadt und das NS-Dokumentationszentrum mit. Das Denkmal soll vor der Staatlichen Antikensammlung am Königsplatz entstehen - an dem mutmaßlichen Ort, wo die Nationalsozialisten 1933 Bücher verbrannt hatten. Auf dem dortigen Kiesboden sollen sich 359 Buchtitel von damals geächteten Autoren in einer Spirale anordnen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Entwurf namens "Die Schwarze Liste" in einem Wettbewerbsverfahren durchgesetzt.

Neue Präsidentin der Viadrina

Julia von Blumenthal wird voraussichtlich zum Wintersemester 2018/19 ernannt

Der Senat der Stiftung Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) hat die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Julia von Blumenthal zur Präsidentin der Europa-Universität Viadrina gewählt. Die Wahl fiel einstimmig aus. Zuvor hatte der Senat ihrer Kandidatur offiziell zugestimmt. Von Blumenthal wird voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters zur Präsidentin ernannt. Die Zukunft der Viadrina als Präsidentin gemeinsam mit den vielen Akteuren, die sich mit so viel Engagement für die Universität und ihre Verankerung in der Stadt einsetzen, gestalten zu können, sei ihr ein wichtiges Anliegen, sagte von Blumenthal zu ihrer Ernennung heute. Julia von Blumenthal ist seit Oktober 2009 Professorin für Innenpolitik der Bundesrepublik Deutschland an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2014 leitet sie als Dekanin die dortige Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät. Als Politikwissenschaftlerin beschäftigt sie sich mit Fragen des Föderalismus, mit Parlamenten und mit der institutionellen Integration muslimischer Religionsgemeinschaften in Deutschland.

Lehrerin darf nicht mit Kopftuch unterrichten

Geltendes Neutralitätsgesetz nicht verfassungswidrig

Eine muslimische Lehrerin darf nicht mit Kopftuch an einer Berliner Grundschule unterrichten. Das Berliner Arbeitsgericht wies heute in erster Instanz eine Klage der Frau ab. Das Gericht erachtete das in Berlin geltende Neutralitätsgesetz nicht als verfassungswidrig. Das Gesetz verbietet das Tragen von religiös geprägten Kleidungsstücken im öffentlichen Dienst. Die Lehrerin hatte gegen das Land geklagt, weil sie mit Kopftuch an der Grundschule unterrichten wollte. Vor ihrer Einstellung hatte sie bejaht, dass sie das Neutralitätsgesetz kenne.

Dänischer Maler Per Kirkeby gestorben

Kirkeby arbeitete auch an verschiedenen Kunstschulen

Der dänische Maler und Bildhauer Per Kirkeby ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er sei am Mittwochnachmittag friedlich eingeschlafen, bestätigte seine Familie der Zeitung "Politiken". Kirkeby galt als bedeutendster Vertreter der dänischen Gegenwartskunst. International erregte er vor allem in Deutschland Aufmerksamkeit, er stellte aber auch im Londoner Tate, im Museum of Modern Art in New York und im Centre Pompidou in Paris aus. Kirkeby war Naturwissenschaftler und ließ sich in seiner Arbeit häufig von der Natur inspirieren. Zu seinen Werken zählen zahlreiche abstrakte Landschaftsdarstellungen in leuchtenden Farben. Zu Beginn der 1970er Jahre wandte sich Kirkeby von der Pop Art der informellen Malerei der 1950er Jahre zu. 1978 wurde Kirkeby Kunstprofessor in Karlsruhe, 1989 ging er als Professor an die Städelschule in Frankfurt.

Theater an der Ruhr-Mitgründer Habben gestorben

Bühnenbildner starb mit 83 Jahren

Der Bühnenbildner und Mitgründer des Theaters an der Ruhr, Gralf-Edzard Habben, ist tot. Er starb kurz vor seinem 84. Geburtstag, wie das Theater mitteilte. Mit Roberto Ciulli und Helmut Schäfer gründete Habben 1981 das Theater an der Ruhr, dessen Inszenierungen er über Jahrzehnte mitgeprägt habe. Habben schuf Räume "die auch den Schauspieler im Blick hatten, um mit ihm zu spielen, also spielerische Räume, die ihre Dimensionen auch durch das Licht fanden", hieß es. Er habe dazu beigetragen, das Theater weltweit zu etablieren.

Neue Frankfurter Altstadt ist eröffnet

Herz und Seele der Stadt

Die "neue" Frankfurter Altstadt ist heute offiziell eröffnet worden. Mit der Altstadt erhalte die Stadt "Herz und Seele" zurück, sagte Oberbürgermeister Feldmann nach der Entfernung der Bauzäune zwischen Römerberg und Kaiserdom. Die Rekonstruktion der Altstadt, die 1945 bei Luftangriffen zerstört worden war, ist nicht unumstritten. Auf dem rund sieben Hektar großen Gelände wurden rund 35 Häuser teils rekonstruiert, teils neu gebaut. Das Projekt der "neuen" Altstadt kostet rund 200 Millionen Euro. In den kommenden Wochen beginnt der Einzug der Mieter oder Eigentümer in die rund 70 Wohnungen des neu gebauten Altstadtareals. Mit der Eröffnung der Altstadt kann nun der Ausbau der Ladenflächen beginnen, die voraussichtlich Ende Juni bezogen werden. Offiziell eröffnet wird die Altstadt allerdings erst Ende September mit einem dreitägigen Fest.

Ethnologisches Museum Berlin gibt Objekte zurück

Neun Grabbeigaben aus Alaska werden übergeben

Das Ethnologische Museum Berlin gibt erstmals in seiner Geschichte Objekte aus seiner Sammlung an ein Herkunftsland zurück. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, wird die insgesamt neun Grabbeigaben aus Alaska nächsten Mittwoch (16. Mai) überreichen, wie die Stiftung heute mitteilte. John Johnson von der Chugach Alaska Corporation werde sie entgegennehmen. Die Anfrage zur Rückgabe der Objekte sei die erste einer Herkunftsgesellschaft an das Museum gewesen. Die Objekte stammen von einer Forschungsreise des norwegischen Ethnographen Johan Adrian Jacobsen in die Chugach-Region im Südwesten Alaskas in den 1880er Jahren. Jacobsen habe sie nach Berlin gebracht. Laut Stiftung deutet alles darauf hin, dass die Objekte aus einer Grabplünderung und nicht einer genehmigten archäologischen Grabung stammen. Der Stiftungsrat habe daher im Dezember dem Beschluss zur Rückgabe der Objekte zugestimmt.

Christian-Wagner-Preis für Jürgen Nendza

Aachener Lyriker erhält Preis für sein Lebenswerk

Der Aachener Lyriker Jürgen Nendza erhalt den Christian-Wagner-Preis für sein Lebenswerk. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 17. November in Leonberg in Baden-Württemberg verliehen werden. Die Werke des 60-Jährigen verbinden der Christian-Wagner-Gesellschaft zufolge sinnliche Wahrnehmung von Landschaft mit historischer Reflexion. Seine Gedichte seien "vorbildliche Lektionen in poetischer Genauigkeit". Nendza wurde 1957 in Essen geboren. Die Auszeichnung wird seit 1992 alle zwei Jahre an Lyriker vergeben, deren Werke die Gedankenwelt des Dichters Christian Wagner (1835-1918) widerspiegeln.

Köhne bleibt Präsident des Museumsbundes

Archäologe wurde auf Mitgliederversammlung wiedergewählt

Eckart Köhne (52) steht weiter an der Spitze des Deutschen Museumsbundes. Der Archäologe und Direktor des Badischen Landesmuseums Karlsruhe wurde auf der Mitgliederversammlung in Bremen wiedergewählt, wie der Bund in Berlin mitteilte. Köhne ist bereits seit 2010 im Vorstand und seit 2014 Präsident des Museumsbundes. Neue Vizepräsidentin ist die Vize-Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin, Christina Haak. Sie löst Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums Bremen, nach acht Jahren im Amt ab. Der 1917 gegründete Deutsche Museumsbund vertritt die Interessen der bundesdeutschen Museen und ihrer Mitarbeiter und hat derzeit nach eigenen Angaben rund 3.300 Mitglieder.

Neues Kunstgutdepot in Potsdam übergeben

Preußische Schlösserstiftung erhält mehr als 5.000 Quadratmeter

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten hat einen modernen Neubau zur Aufbewahrung ihrer Kunstschätze bekommen. Das mehr als 5.000 Quadratmeter große zentrale Kunstgutdepot in Potsdam wurde am Mittag übergeben. Der Grundstein wurde im Juli 2016 gelegt, das Richtfest im März 2017 gefeiert. Die Kunstgüter der Schlösserstiftung, darunter Gemälde, Möbel und Porzellan, waren früher auf sieben Standorte verteilt. Der Neubau soll nach Angaben der Stiftung optimale konservatorische Bedingungen für das Kunstgut bieten und zugleich hohen Sicherheits- und Brandschutzanforderungen entsprechen. Mit dem modernen Neubau soll auch eine adäquate wissenschaftliche und restauratorische Betreuung der Bestände ermöglicht werden.

Anwalt von Polanski droht Oscar-Akademie mit Klage

Filmemacher solle faire Chance für seine Position erhalten

Nach dem Rauswurf aus der Oscar-Akademie droht Regisseur Roman Polanski (84) über seinen Anwalt mit einer Klage. "Herr Polanski hat das Recht, vor ein Gericht zu ziehen und von Ihrer Organisation zu verlangen, sich an Ihre eigenen Regeln zu halten", schrieb der Rechtsanwalt Harland Braun in einem Brief an die Akademie, den das Portal "TMZ.com" veröffentlichte. Braun kritisiert, sein Mandant sei vor der Entscheidung der Akademie nicht angehört worden. So würden es aber die Standards vorschreiben. Die einzig angemessene Lösung wäre es, wenn ihre Organisation den illegalen Ausschluss von Herrn Polanski aufheben würde. Der Filmemacher solle danach eine faire Chance erhalten, seine Position darzulegen, bevor eine erneute Entscheidung getroffen werde. Die Oscar-Akademie in Los Angeles hatte Polanski und Bill Cosby ausgeschlossen. Cosby war wegen schwerer sexueller Nötigung schuldig gesprochen worden. Gegen Polanski ermittelt die US-Justiz seit fast 40 Jahren wegen des Verdachts von Sexualdelikten.

Gericht prüft Rechteverletzung bei Youtube

Gegen die Google-Tochter klagt ein Hamburger Musikproduzent

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt seit heute darüber, ob die Musikplattform Youtube für Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer haftet. Gegen die Google-Tochter klagt seit zehn Jahren ein Musikproduzent aus Hamburg: Verschiedene Titel einer Tournee und eines von ihm produzierten Albums der Sopranistin Sarah Brightman seien von Nutzern illegal auf Youtube eingestellt worden. Er sei damit massiv geschädigt und um viel Geld gebracht worden. Der Produzent will, dass Youtube grundsätzlich für solche Urheberrechtsverstöße, wie sie auf der Plattform täglich tausendfach vorkommen, in die Pflicht genommen wird. Youtube begreift sich hingegen als passiver Dienstleister, der lediglich fremde Inhalte anderen technisch zugänglich macht. Für Verletzung von Urheberrechten sei das Unternehmen nicht verantwortlich.

Lesen gegen das Vergessen

Künstler erinnern an Bücherverbrennung

Mit einer Lesung auf dem Berliner Bebelplatz wollen Künstler und Schriftsteller morgen an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten von 85 Jahren erinnern. "Lesen gegen das Vergessen" - unter diesem Motto werden unter anderem der Schauspieler Ben Becker, die Autoren Volker Braun und Christoph Dieckmann, der Musiker Andrej Hermlin und die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld gegen 15 Uhr erwartet, wie die Bundestagsfraktion der Linken mitteilte. Am 10. Mai 1933 hatten die Nazis an 22. deutschen Universitätsstädten Bücher unliebsamer Autoren verbrannt, darunter auch am Bebelplatz. Dort erinnert inzwischen eine leere Bibliothek des israelischen Künstlers Michal Ullman an die Bücherverbrennung.

Rockefeller-Auktion bricht Rekord

Übertrifft Versteigerung von Yves Saint Laurent

Die Kunstsammlung des verstorbenen US-Milliardärs David Rockefeller hat den Weltrekord für die erfolgreichste Auktion einer Privatsammlung gleich am ersten Tag gebrochen. Mit einem Erlös von umgerechnet rund 550 Millionen Euro übertraf sie die Versteigerung des Besitzes von Yves Saint Laurent. Die Sammlung des Modeschöpfers hatte 2009 in Paris 373 Millionen Euro eingebracht. Der Besitz Rockefellers könnte etwa die dreifache Summe holen. Die Rockefeller-Auktion läuft bis morgen bei Christie's in New York. Versteigert werden neben Kunstgemälden wertvolle Möbel, Skulpturen, Geschirr und Mode-Accessoires. Gerechnet wird mit einem Erlös von mehr als eine Milliarde Dollar. Dieser soll - wie von Rockefeller vorgesehen - vollständig gestiftet werden. Zum Auftakt kamen 44 Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert unter den Hammer. Am begehrtesten war Pablo Picassos "Junges Mädchen mit Blumenkorb", das für umgerechnet 97 Millionen Euro den Besitzer wechselte.

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