Seit 08:50 Uhr Buchkritik
Dienstag, 13.04.2021
 
Seit 08:50 Uhr Buchkritik

Tonart | Beitrag vom 07.04.2021

Earthling ProjectMusik für unbekannte Wesen

Von Oliver Schwesig

Beitrag hören
Der Komponist Felipe Perez Santiago bei einem Interview in Mexico City. Im Hintergrund ist ein Rechner mit Monitor zu sehen. Perez Santiago trägt eine schwarze Brille.  (imago / EFE / Sáshenka Gutiérrez)
Reiseziel: Mond - Felipe Perez Santiago wählt die Musik aus, die mit dem Mondlandegefährt Peregrine ins All geschossen werden soll. (imago / EFE / Sáshenka Gutiérrez)

Das "Earthling Project" schickt an Bord einer Raumfahrtmission musikalische Grüße von der Erde mit ins All. Der Komponist Felipe Perez Santiago kuratiert die Musik und bekommt derzeit Einsendungen aus aller Welt - vom Schlaflied bis zum Partykracher.

Die kalifornische Organisation SETI – eine wissenschaftliche Non-Profit-Organisation, die nach außerirdischer Intelligenz sucht – hat gerade ein Programm gestartet, mit dem man seine eigene Musik oder seinen Gesang aufnehmen und ins Weltall schicken kann.

Musik auf den Mond schießen

Mit dem Mondlandegefährt Peregrin – einer privat finanzierten Mondmission, die noch in diesem Sommer ins All geschossen werden soll - soll eine speziell entwickelte Scheibe ins All reisen, auf der unter anderem Lexika, Bücher und auch Musik gespeichert sein sollen.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter

"Earthling" heißt dieses Projekt, bei dem man per App eigene Musik aufnehmen kann, die dann von einem Komponisten, dem Mexikaner Felipe Perez Santiago, kuratiert und bearbeitet wird – und dann auf der Peregrine zum Mond gehen soll.

Auf der Scheibe ist zum Beispiel ein Schlaflied. Das war eine von hunderten Einsendungen aus über 50 Ländern, die Santiago für das Earthling-Projekt bisher schon bekommen hat. Täglich landet neue Musik in seinem Postfach.

"Feiern" ist das Topthema

Wer mitmachen will, kann zu Themen wie Liebe, Geburt oder Tod selbst erdachte, komponierte oder improvisierte Lieder aufnehmen. Von Rap über Death Metal bis zum acapella Gesang – alles ist erlaubt. Die meisten Beiträge gab es interessanterweise zum Thema Feiern.

Santiago ist gerade Artist-in-Residence am SETI und spricht von universellen menschlichen Erfahrungen, wenn er über das Projekt und die eingesandte Musik nachdenkt:

"Ich glaube, es gibt kein Kind auf der Welt, das nicht irgendwann davon geträumt hat, mal ein Astronaut zu sein, oder in einem 'Star Wars'-Film zu sein, oder ein Raumschiff zu fliegen. Und ich glaube, allein die Vorstellung, dass man mit diesem Projekt etwas von sich da hoch schickt, erfüllt schon ein wenig diesen Traum. Und man kann nach dieser Mission zum Mond hinaufschauen und sagen: 'Hey, da oben ist jetzt meine Stimme.' - Das ist doch faszinierend!"

Mehr zum Thema

Weltraum-Architektur - Ein Häuschen auf dem Mars
(Deutschlandfunk Kultur, Echtzeit, 25.01.2020)

BDI-Kongress in Köln - Goldgräberstimmung im Weltraum
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 18.10.2019)

Wie spricht man mit Aliens? - Lauschen ins All
(Deutschlandfunk, Freistil, 10.11.2019)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Tonart

Die Brixton Riots 1981 in LondonEin Knall mit Ansage
Ein Kleinbus der Polizei liegt auf der Seite und brennt. Die Straße ist übersäht mit geworfenen Steinen. (picture alliance / empics | Martyn Hayhow)

Arbeitslosigkeit, Armut und rassistische Polizeigewalt führten im April 1981 im Londoner Einwandererbezirk Brixton zum Aufstand. Musiker hatten die Unruhen in ihren Songs vorhergesagt und dokumentierten mit den Mitteln der Musik, was dort geschah.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur