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Interview / Archiv | Beitrag vom 08.08.2016

"Earth Overshoot Day" Anschreiben lassen bei Mutter Natur

Roland Gramling im Gespräch mit Christopher Ricke und Anke Schaefer

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Die Erde im Weltall, aufgenommen am 26.7.1971 (picture-alliance / dpa / NASA)
Die Erde im Weltall, aufgenommen am 26.7.1971 (picture-alliance / dpa / NASA)

Wir treiben die Erde in den Burnout, kritisiert WWF-Sprecher Ronald Gramling am "Earth Overshoot Day". Das ist der Tag, an dem alle Ressourcen aufgebraucht sind, die die Erde jährlich reproduzieren kann. In diesem Jahr ist es bereits am 8. August so weit.

Jedes Jahr rechnen Wissenschaftler vom "Global Footprint Network" aus, wann die Menschen die Naturressourcen, die die Erde jährlich reproduzieren kann, aufgebraucht haben. Im letzten Jahr war das am 16. August, in diesem Jahr sogar noch früher: am 8. August.

"Wir treiben die Erde in einen Burnout", warnt Roland Gramling von der Umweltorganisation WWF.

"Man muss sich überlegen, man häuft jedes Jahr immer mehr Schulden an, und die Ökosysteme sind dadurch immer mehr Stress ausgesetzt."

Bereits jetzt seien die Folgen der Überlastung der Erde spürbar, sagt Gramling.

"Der Klimawandel ist eine direkte Konsequenz davon, die Überfischung, der Artenrückgang, das Artensterben weltweit, aber auch die Versauerung der Böden, die Verschmutzung der Meere."

Nicht nur die Politik, auch der Bürger ist gefragt

Als reiche Industrienation trage Deutschland besondere Verantwortung und solle beim Ressourcenschutz vorangehen, fordert der WWF-Sprecher. Andernfalls könne auch unser Wohlstand langfristig nicht gesichert werden. Leider kämen aus der Politik derzeit nicht die erwünschten Signale:

"Der Klimaschutzplan von Frau Hendricks, den sie vorgestellt hat, der wird jetzt peu à peu immer weiter aufgeweicht. Von einer nachhaltigen Agrarwende, als von einer nachhaltigen Ausrichtung der Landwirtschaft und Fleischproduktion ist auch nicht mehr so richtig die Rede. Und de facto verbrauchen wir immer noch viel zu viele Emissionen in unserem Verkehr, in unserer Mobilität."

Auch der Einzelne sei hier gefragt. Zum Beispiel durch eine Halbierung des persönlichen Fleischkonsums, mahnt Gramling.

"Fleisch ist unheimlich ressourcenintensiv in der Herstellung."

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