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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 26.06.2016

E-Sport Schalke 04 in der "League of Legends"

Von Maximilian Kuball

Der FC Schalke 04 tritt jetzt auch im E-Fußball an. (Deutschlandradio / Max Kuball)
Der FC Schalke 04 tritt jetzt auch im E-Sport an. (Deutschlandradio / Max Kuball)

"League of Legends" ist das derzeit populärste Sport-Computerspiel. Längst gibt es Profispieler, vor allem in Asien. Aber auch in Europa professionalisiert sich der E-Sport immer mehr. Vor kurzem hat sich auch der FC Schalke 04 eine E-Sport-Sparte zugelegt.

"Also, ich bin jetzt knapp 19 und ich würde sagen 20 Jahre Schalke-Fan, weil ich im Bauch meiner Mutter zum ersten Mal im Stadion war. Und LoL-Fan bin ich so seit 2013 oder so und hab mich seitdem immer weiter damit beschäftigt."

Youri Kaminsky steht mit einigen Kumpels vor einer großen Halle am Rande Berlins, in der in wenigen Minuten geradezu Historisches passiert: Ein Team des FC Schalke 04 tritt zum ersten Mal bei der "League of Legends" Championship Series an: ein Traditions-Verein beim E-Sport-Event. Kaminsky, den blauen Schalke-Fanschal ums Handgelenk gebunden, ist begeistert:

"Dass sich zwei Hobbys von mir verbunden haben und zwei Welten aufeinandergetroffen sind, wo ich für lange Zeit nicht gedacht hätte, dass das tatsächlich passiert. Und ich find es superklasse und freu mich darauf, jetzt meinen Lieblings-Fußball-Club auch in meiner zweitliebsten Sportart anfeuern zu können. Das find ich ziemlich cool!"

300 Zuschauer sind gekommen, vor allem junge Männer

Drinnen in der Halle sitzen bereits etwa dreihundert Zuschauer auf einer Tribüne. Es sind vor allem junge Männer, kaum einer ist über 30. Auf der Bühne gegenüber stehen zehn Schreibtische in einer Reihe - mit gigantischen Monitoren darauf und Bürostühlen dahinter. Auf der linken Seite sitzen die Schalke-Spieler, hinter den Monitoren sind ihre Gesichter kaum zu sehen. Die ganze Szenerie erinnert an ein Fernsehstudio: Alles ist etwas steril, kühl und dunkel. Begleitet vom ununterbrochenen Reden der Kommentatoren beginnt das Spiel:

Über der Bühne hängt ein großer Bildschirm, auf dem eine quadratische Landkarte und viele bunte Fantasy-Figuren zu sehen sind: kleine Soldaten, riesige Drachen und neunschwänzige Füchse. Auf diesem virtuellen Spielfeld strömen die fünf Schalker Spieler und ihre Gegner jetzt aus. Zunächst geht es darum, viel Gold zu sammeln. Damit können sich die Spieler zusätzliche Fähigkeiten kaufen und im Kampf besser werden. Wie die Fußballer haben auch die League-of-Legends-Profis alle eine festgelegte Position und Rolle im Team.

Nach einigen Minuten gehen die Schalker langsam in den Angriff über und attackieren die Befestigungs-Türme ihrer Gegner. Schalkes Überlegenheit wird bald immer deutlicher:

"Läuft ganz gut, oder?" 

"Ja, ziemlich, kann man nicht anders sagen. Also, die spielen einfach Ligen darüber, was sie letztes Jahr gespielt haben. Und das ist verwunderlich, weil letztes Jahr das andere Team nicht so schlecht war. Und jetzt dominieren die das einfach auf einem ganz neuen Level."

Chancen auf die Play-Offs

Und tatsächlich gelingt es den Schalkern schon kurz darauf, die Basis ihrer Gegner zu zerstören und das erste Spiel zu gewinnen. Nach einer kurzen Pause folgt ein zweiter Satz gegen dieselben Gegner. Diesmal ist es zwar nicht ganz so eindeutig, aber wieder gewinnt Schalke.

Nach dem Auftakt-Sieg sind Youri Kaminsky und seine Kumpels vollkommen begeistert. Und auch der Team-Manager von Schalke, Jacob Toft-Andersen, rechnet sich nun Chancen aus, von den zehn Teams mindestens Sechster zu werden und die Playoffs zu erreichen:

"Wir möchten natürlich Erster werden. Realistisches Ziel ist aber, erstmal unter die ersten Sechs zu kommen und die Play-Offs zu erreichen. Und nächstes Jahr wollen wir dann unter die besten Drei kommen und vielleicht mal den europäischen Titel gewinnen."

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