Seit 19:05 Uhr Oper

Samstag, 25.05.2019
 
Seit 19:05 Uhr Oper

Interview | Beitrag vom 02.05.2019

E-Scooter Wo sollen sie rollen?

Roland Stimpel im Gespräch mit Dieter Kassel

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die Füße eines Mannes auf einem E-Scooter.  (AFP/Tobias SCHWARZ)
Verkehrsminister Scheuer will Elektroroller auf Bürgersteigen zulassen. (AFP/Tobias SCHWARZ)

Die E-Scooter kommen - doch wo werden sie künftig fahren? Auf Rad- oder auf Fußwegen? Letzteres wäre fatal, warnt Roland Stimpel vom Fachverband Fußverkehr. Denn dort könnten sie schnell zur Gefahr werden.

Der Verkehrsausschuss des Bundesrats hat mit einer knappen Mehrheit beschlossen, so genannte E-Scooter nicht auf Fußgängerwegen fahren zu lassen, sondern auf Fahrradwegen. Eine endgültige Entscheidung ist das allerdings nicht. Das Bundesverkehrsministerium vertritt eine andere Meinung und eine endgültige Entscheidung fällt erst Mitte des Monats.

Gefahr von Slalom auf Fußwegen

E-Scooter seien auf Radwegen gut aufgehoben, sagt Roland Stimpel, Vorstandsmitglied und Pressesprecher des Fachverbands Fußverkehr Deutschland, FUSS e.V. Auf Fußgängerwege gehörten die Elektroroller hingegen "überhaupt nicht", so Stimpel. "Das wäre schlimm. Das würde dann bedeuten, dass ZwölfJährige (...) um die Fußgänger Slalom fahren. Und wo man Slalom fährt - das sieht man bei jeder Ski-Übertragung - da fällt leider ab und zu mal eine Stange um."

Bessere Bedingungen auf Radwegen schaffen

Stimpel zufolge müssten die E-Scooter, die bis 20 Stundenkilometer fahren, ebenso wie Fahrräder bessere Bedingungen bekommen als heute. So sollten Radwege verbreitert und die Fahrbahnen sicherer gemacht werden, beispielsweise durch Tempo 30. Den ohnehin vollen Fußgängerwegen dürfe man die Roller nicht "aufdrücken". Verglichen mit Autos seien E-Scooter aber eine "tolle Entwicklung". Deswegen müsse man sie grundsätzlich unterstützen.

Verfettung von Jugendlichen?

Kritisch bewertet Stimpel allerdings die Klasse der E-Scooter, die 12 Stundenkilometer fahren. "Selbst die Hersteller davon sagen, das sind eigentlich keine Fahrzeuge, sondern das sind Spielzeuge. Das würde bedeuten, dass Jugendliche, von denen ja viele heute schon unter Bewegungsmangel leiden, auch noch auf der letzten Meile zur Verfettung neigen, indem sie nicht mal mehr zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren."

(ckü)

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur