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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. Mai 2019

Dževad Karahasan erhält Bremerhavener Literaturpreis

Der bosnische Schriftsteller Dževad Karahasan ist mit dem Bremerhavener Jeanette-Schocken-Bürgerpreis für Literatur geehrt worden. Seine Bücher seien eine Absage an jede Form von Nationalismus und ideologischer Engstirnigkeit, hieß es in der Begründung. Karahasan erlebte von 1992 bis 1995 die Belagerung Sarajewos im jugoslawischen Bürgerkrieg und zeichnete in seinen ersten Büchern minuziös nach, wie diese einst multiethnische Stadt danach zu existieren aufhörte. Karahasan erhielt die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung im Historischen Museum. Der Bremerhavener Preis wird alle zwei Jahre vergeben und ist nach der Bremerhavener Jüdin Jeanette Schocken (1883-1942) benannt, die im November 1941 nach Minsk deportiert und dort ermordet wurde. Laut Statut soll der Preis ein Zeichen setzen gegen Unrecht, Gewalt, Hass und Intoleranz und wird von Bremerhavener Bürgerinnen und Bürgern gestiftet.

Versuch der Einigung beim "Fusion"-Sicherheitskonzept

Im anhaltenden Streit um das Sicherheitskonzept des „Fusion"-Festivals versuchen Genehmigungsbehörden und Veranstalter morgen zu einer Verständigung zu kommen. Bei dem Gespräch soll es vor allem um die Forderungen der Polizei nach einer eigenen Wache auf dem Gelände gehen, sowie die Möglichkeit „anlassloser Streifen". Die Veranstalter lehnen die Forderungen ab. Dies sei ein Bruch mit der Philosophie des Festivals. Das Amt Röbel/Müritz will voraussichtlich am 16. Mai eine Entscheidung fällen. Das Fusion-Festival soll vom 26. bis 30. Juni stattfinden und erwartet rund 70 000 Besucher.

Israelischer ESC-Fernsehspot verärgert

Ein israelischer Fernsehspot zum Eurovision Song Contest (ESC) wird kontrovers diskutiert. Eine arabische Israelin und ein aus Russland eingewanderter Jude nehmen die Zuschauer in dem Clip mit "auf eine musikalische Reise durch die wichtigsten Teile Israels", wie der für die ESC-Übertragung zuständige Sender Kan bei Twitter mitteilte. In sozialen Medien kritisierten viele Israelis das Lied als zu negativ. Sogar als antisemitisch wurde eine Stelle eingestuft. Das palästinensische Außenministerium forderte die Europäische Rundfunkunion (EBU) dazu auf, Werbevideos für den ESC 2019 zurückzuziehen, die im 1967 von Israel besetzten und später annektierten Ostteil Jerusalems aufgenommen wurden. Dies gebiete der "Respekt für das palästinensische Volk und internationales Recht", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. In dem Video ist unter anderem der Tempelberg in Jerusalems Altstadt zu sehen, der Muslimen und Juden heilig ist. Der Sender Kan selbst betonte, bei dem Clip handele es sich um Satire, die sich mit Stereotypen über Juden und Israel befasse. Vor dem Musikwettbewerb, der vom 14. bis 18. Mai in Tel Aviv ausgetragen wird, gab es mehrfach Boykottaufrufe.

Ex-Leiter der Gedenkstätte Theresienstadt gestorben

Der langjährige Leiter der Gedenkstätte Theresienstadt, Jan Munk, ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Das teilte die Jüdische Gemeinde in Prag mit, deren Vorsitzender er seit 2012 war. Munk leitete die Gedenkstätte des früheren nationalsozialistischen Ghettos Theresienstadt 27 Jahre lang, von 1990 bis 2017. Er machte sie zu einem Erinnerungsort, der heute jährlich von knapp 300 000 Menschen besucht wird, davon vier Fünftel aus dem Ausland. Seine Mutter Vera hatte die Lager Theresienstadt, Auschwitz und Mauthausen überlebt.

Land unterstützt Doku-Film "Potsdam und Europa"

Mit rund 50 000 Euro hat das Brandenburger Wirtschaftsministerium einen Dokumentarfilm zum Thema "Potsdam und Europa" unterstützt. Der Film setze ein wichtiges Zeichen für kulturelle Verständigung und für ein respektvolles Miteinander, so das Ministerium anlässlich der Preview des Films "Potsdam und Europa - Eine Entdeckungstour". Thema des Films von Produzent Joachim von Vietinghoff und Regisseur Jens Arndt ist das europäische Kulturerbe am Beispiel Potsdams innerhalb der vergangenen 350 Jahre. Sechs junge Menschen aus den Niederlanden, Italien, Russland, Großbritannien, Tschechien und der Schweiz, die derzeit in Potsdam studieren, berichten, was Europa für sie persönlich bedeutet. Gefördert wurde der Film auch mit 15 000 Euro vom Europaministerium und der Landeszentrale für politische Bildung.

Polens Bischöfe begrüßen Film über Kindesmissbrauch

Mit einer erneuten Entschuldigung hat die katholische Kirche in Polen auf einen neuen Dokumentarfilm über sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester reagiert. Mehr als drei Millionen Menschen schauten die am Samstag auf der Videoplattform "YouTube" veröffentlichte Doku "Nur sag es niemandem" des Regisseurs Tomasz Sekielski in den ersten 24 Stunden. Der Erzbischof dankte dem Filmemacher für seine Arbeit. Die Doku werde zur genauen Einhaltung der Richtlinien für den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Kirche beitragen. Im Herbst 2018 hatte die Bischofskonferenz ganz anders auf den polnischen Kinofilm "Klerus" reagiert, der sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester und dessen Vertuschung angeprangerte. Die meisten Bischöfe hatten den Streifen ignoriert oder kritisiert. Mehr als fünf Millionen Zuschauer machten ihn zum meistgesehenen Kinofilm in Polen seit 2000.

Herkunft umstrittener Benin-Bronzen wird untersucht

Ein neues Forschungsprojekt will die Herkunft der umstrittenen Benin-Bronzen aus Nigeria untersuchen, die in etlichen europäischen Museen - bald auch im Humboldt Forum - ausgestellt sind. Rekonstruiert werden soll, wie die Artefakte im 19. Jahrhundert während einer britischen Strafexpedition gestohlen und wie sie nach Europa gebracht worden seien, erklärte Jürgen Zimmerer von der Universität Hamburg. Wenn dann die Unwissenheit ausgeräumt sei, müsse eine politische Entscheidung getroffen werden, "die Bronzen zu behalten oder sie zurückzugeben", sagte der Historiker. Britische Truppen eroberten 1897 das Königreich von Benin im heutigen Nigeria, plünderten Benin-Stadt und brachten mehr als 3000 Bronzen sowie andere wertvolle Gegenstände nach Europa. Dort wurden sie an etliche Sammler und Museen verkauft. Das auf drei Jahre ausgelegte Forschungsprojekt wird von der Gerda-Henkel-Stiftung gefördert. Neben Zimmerer sind daran der nigerianische Professor Osarhieme Osadolor von der Universität Benin sowie drei Doktoranden in Hamburg und Nigeria beteiligt.

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