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Konzert / Archiv | Beitrag vom 30.08.2020

DSO Berlin Live mit Ariane Matiakh und Alexandra SoummFranzösisch Märchenhaft

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Die Dirigentin Ariane Matiakh hebt ihren weißen Taktstock bei einer Probe. (Ariane Matiakh / Marco Borggreve)
Die Dirigentin Ariane Matiakh ist in einem musikalischen Haus groß geworden: beide Eltern sangen an der Oper. (Ariane Matiakh / Marco Borggreve)

Noch vor dem offiziellen Saisonstart spielt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin ein exklusives Konzert für uns - im fast rein französischen Programm dirigiert Ariane Matiakh und spielt die Geigerin Alexandra Soumm Werke von Ravel, Fauré und Tschaikowsky.

Eine französische Geigerin und eine französische Dirigentin sind in diesem live-Studiokonzert beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin zu Gast. Die Geigerin Alexandra Soumm und die Dirigentin Ariane Matiakh.

Ariane Matiakh dirigiert zum ersten Mal das Orchester. Alexandra Soumm war bereits vor sieben Jahren Gast im Rahmen der Debüt-Reihe im Deutschlandfunk Kultur mit dem DSO Berlin zu hören. Nun also für beide Künstlerinnen etwas Ungewohntes: ein Konzert ohne Publikum, nur für die Menschen, die Radio hören.

Märchenhaft und warmherzig

Es geht recht märchenhaft, stimmungsvoll und warmherzig zu in diesem Musikprogramm. Zwei Seiten Maurice Ravels können Sie kennen lernen – seine pädagogische Kunst, Märchen zu erzählen mit der kompletten Ballettmusik "Ma Mère l’oye" am Ende. Und mit seiner Hommage an die Musik der Roma vom Balkan in Form eines hochvirtuosen Stücks für Violine und Orchester – "Tzigane - Rapsodie de concert" heißt es im französischen Original.

Die Geigerin Alexandra Soumm (Béatrice Cruvellier/Website Alexandra Soumm)Die Geigerin Alexandra Soumm (Béatrice Cruvellier/Website Alexandra Soumm)

Außerdem wird Alexandra Soumm die Meditation aus dem "Souvenir d‘un lieu cher" von Peter Tschaikowsky spielen, ein kleines, aber feines Werk der russischen Geigenliteratur mit schier unendlich wirkenden Melodiebögen und melancholischen Stimmungen.

Dunkle Vorahnungen als Hauptaufgabe der Musik

Der Abend beginnt mit einer Suite zur Schauspielmusik "Pelléas et Mélisande" von Gabriel Fauré. Wohl kaum ein Theaterstück hat in der Musikwelt so tiefe Spuren hinterlassen - von Shakespeares Werken einmal abgesehen - wie Maurice Maeterlincks "Pelleas und Melisande".

Noch vor Claude Debussy mit seiner "Anti-Oper" und Arnold Schönberg wie Jean Sibelius mit ihren Orchesterdichtungen hat Gabriel Fauré eine Schauspielmusik zu dem mystischen Drama verfasst. Die Suite daraus ist immer Mal im Konzertsaal zu hören. Was hat die Musiker so fasziniert an dem Stoff?

Brudermord aus Eifersucht

Mélisande wird von Golo quasi aus dem Wald heraus geheiratet. Sie ist auf eine geheimnisvolle Art schön. Auf Golos Schloss wird sie nicht glücklich, nur die Begegnung mit Golos Bruder Pelléas verschafft ihr neuen Lebensmut. Sie sind das eigentliche Paar, Golo wird aus Eifersucht seinen Bruder töten, Mélisande aus Kummer darüber sterben. Dieses traurige Schicksal kündigt sich selbst während des gesamten Stücks schon an. Düstere Vorahnungen auszudrücken, das ist die Hauptaufgabe einer Musik zu "Pelléas et Mélisande".

Zwischen den Musikstücken werden die beiden Künstlerinnen Alexandra Soumm und Ariane Matiakh Auskunft geben zur Musik des Programms und zu ihrer Arbeit auch außerhalb des Konzertsaals.

Das Gespräch mit der Dirigentin Ariane Matiakh können Sie hier hören.

Das Gespräch mit der Geigerin Alexandra Soumm können Sie hier hören.

Unsere Mikros, Ihre KonzerteLive aus dem Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks Berlin

Gabriel Fauré
"Pelléas et Mélisande", Suite op. 80

Maurice Ravel
"Tzigane" für Violine und Orchester

Peter Tschaikowsky
"Meditation" aus "Souvenir d'un lieu cher" für Violine und Orchester op. 42/1

Maurice Ravel
"Ma mère l'oye" (vollständige Ballettmusik)

Alexandra Soumm, Violine
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin  
Leitung: Ariane Matiakh

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