Freitag, 06.12.2019
 

Kulturnachrichten

Samstag, 23. April 2016

Dresdner Philharmonie gründet Kurt-Masur-Akademie

Tomoko Masur übernimmt Schirmherrschaft

Die Dresdner Philharmonie ruft eine Kurt-Masur-Akademie für musikalischen Nachwuchs ins Leben. In der Akademie solle von 2017 an bis zu zehn Musikern die Praxis des Orchesterspiels vermittelt werden, sagte Chefdirigent Michael Sanderling in Dresden. Damit verbunden sei ein zweijähriger Masterstudiengang an der Hochschule für Musik Dresden. Die Schirmherrschaft für die Nachwuchsakademie übernimmt Tomoko Masur, die Ehefrau des kürzlich verstorbenen Dirigenten Kurt Masur. Vom 1. November an würden Bewerbungen entgegen genommen, hieß es. Kurt Masur begann seine musikalische Laufbahn als Dirigent bei der Dresdner Philharmonie.

Mexikaner del Paso nimmt Cervantes-Preis entgegen

Auszeichnung ist für den 81jährigen "ein Anreiz, weiter zu schreiben"

Der mexikanische Schriftsteller und Dichter Fernando del Paso hat den Premio Cervantes, die bedeutendste Literatur-Auszeichnung der spanischsprachigen Welt, in Empfang genommen. Del Paso bringe die spanische Sprache "zum Glänzen", sagte Spaniens König Felipe VI. am Samstag bei der Preisübergabe in der Universität von Alcalá de Henares östlich von Madrid. In seiner Dankesrede erklärte der 81-Jährige, der Cervantes-Preis sei in seinem hohen Alter "ein Anreiz, weiter zu schreiben". Del Paso wurde nach Angaben der Jury für seinen "Beitrag zur Entwicklung des Romans" ausgezeichnet, "der Tradition und Moderne vereint". Der Mann aus Mexiko-Stadt gehe Risiken ein und sei innovativ, hieß es. Zu seinen wichtigsten literarischen Einflüssen zählt del Paso unter anderem James Joyce und William Faulkner. Der 1987 im Original erschienene historische Roman "Nachrichten aus dem Imperium" ist das wichtigste Werk des eher zum Tragikomischen als zum Drama neigenden Autors.

Türkei interveniert gegen Dresdner Konzertprojekt

"Aghet" thematisiert den türkischen Genozid an den Armeniern

Die Türkei macht auf europäischer Ebene Druck gegen das Konzertprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker. Darin geht es um den Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren. Der türkische EU-Botschafter verlange, dass die Europäische Union die Förderung für die internationale Produktion einstellt, sagte der Intendant der Dresdner Symphoniker, Markus Rindt in Dresden. Das sei ein "Angriff auf die Meinungsfreiheit". Die zuständige Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur bei der EU-Kommission stehe weiter hinter dem Projekt, berichteten die "Dresdner Neuesten Nachrichten". Die Agentur hat Rindt zufolge der türkischen Seite jedoch insofern nachgegeben, dass sie Informationen zu "Aghet" auf ihrer Internetseite entfernte. "Das finden wir nicht gut."

Kunstfest Weimar fürchtet um seine Existenz

Stadtrat will Einstellung der Fördergelder beschließen

Das Weimarer Kunstfest sieht sich akut in seiner Existenz bedroht. Der Stadtrat der Klassikerstadt wolle in der kommenden Woche die Einstellung der Förderung ab 2019 beschließen, teilte das Kunstfest in Weimar mit. Damit stehe eines der deutschlandweit bekanntesten Kulturfestivals vor dem Aus. Das traditionsreiche Festival, das 1990 als eine der ersten deutsch-deutschen Kulturinitiativen nach dem Mauerfall gegründet und unter der langjährigen Leitung von Nike Wagner auch international wahrgenommen wurde, wird seit 2014 als künstlerisch eigenständige Abteilung des Deutschen Nationaltheaters Weimar geführt. Von der Stadt wird es nach eigenen Angaben jährlich mit 250.000 Euro und vom Freistaat Thüringen mit 650.000 Euro gefördert. Da die Höhe der Zuschüsse aneinander gekoppelt sei, würde die Streichung des städtischen Zuschusses auch zum Wegfall der Förderung durch das Land führen, hieß es.

Weltweite Trauer um Prince

US-Kinos legen "Purple Rain" wieder auf, New Orleans plant Jazz-Funeral

Als Hommage an den plötzlich verstorbenen Popstar Prince wird dessen Film "Purple Rain" in mehr als 150 Kinos in den USA gezeigt. Der Streifen wird von Samstag bis Donnerstag in vielen größeren Städten der Vereinigten Staaten laufen, unter anderem in neun Lichtspielhäusern in der Region von Minneapolis, der Geburtsstadt von Prince. Das teilten die Filmvertriebe AMC und Carmike Cinemas am mit. Prince-Fans in der amerikanischen Musikstadt New Orleans wollen sich von ihrem Idol mit einem "Jazz Funeral" verabschieden. An dem Trauerzug am Montag werden Musikzüge und in lila gewandete Menschen teilnehmen und weiße Tauben in den Sonnenuntergang über dem historischen Viertel Tremé fliegen lassen, heißt es auf der Facebook-Seite der Organisatoren. In den ganzen USA fanden nach dem überraschenden Tod der Musiklegende am Donnerstag Mahnwachen und Ehrungen statt, Denkmäler wurden in die Farbe Lila getaucht. Auch die Heimtatstadt von Prince, Minneapolis, bereitet eine besondere Trauerfeier vor.

Böhmermann-Gedicht vor türkischer Botschaft zitiert

Demo wurde aufgelöst

Die Polizei hat eine Kundgebung vor der türkischen Botschaft aufgelöst, weil ein Demonstrant Teile des umstrittenen Böhmermann-Gedichts auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zitiert hatte. Nach Angaben der Berliner Piratenpartei handelte es sich bei dem Zitierenden um ihren Landesvorsitzenden Bruno Kramm. An der Kundgebung für Meinungs- und Pressefreiheit waren am Freitagabend rund 20 Menschen zusammengekommen, wie die Polizei mitteilte. Als Kramm das Gedicht wiedergab, habe der Einsatzleiter der Polizei zweimal auf einen Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts vom 14. April hingewiesen. Demnach darf das Gedicht "Schmähkritik" des Satirikers Jan Böhmermann nicht vor der türkischen Botschaft gezeigt und zitiert werden. Weil Kramm seinen Vortrag nicht stoppte, löste die Polizei die Versammlung auf und notierte die Personalien des Berliner Piraten-Chefs. Dessen Partei kritisierte das Vorgehen der Beamten und sprach von "vorauseilendem Gehorsam" gegenüber der Türkei.

Samstag ist der "Welttag des Buches"

"Stiftung Lesen" verteilt 850 000 Bücher an Schüler

Heute ist der Welttag des Buches, ausgerufen von der UNESCO, der Kultur- und Bildungs-Organisation der Vereinten Nationen. Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte ein großes Lesefest. Die "Stiftung Lesen" verteilt an Schüler 850 000 Welttagsbücher "Ich schenk dir eine Geschichte". Der Tag geht auf einen katalanischen Brauch zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg zurück; außerdem wird mit dem Welttag des Buches des Todes von William Shakespeare und Miguel de Cervantes gedacht. Zudem ernennt die Unesco jährlich eine "World Book Capital". Buchhauptstadt ist in diesem Jahr das polnische Wroclaw (Breslau).

Polizei hat nach Tod von "Prince" keine Hinweise auf Suizid

Mehr als 150 Kinos in den USA zeigen "Purple Rain"

Einen Tag nach dem überraschenden Tod von Popstar Prince hat die Polizei im US-Bundesstaat Minnesota erste Details zu den Ermittlungen bekanntgegeben. Demnach wies die Leiche des Sängers keine Hinweise auf eine Verletzung auf.
Ein Behördenvertreter sagte, derzeit gingen die Ermittler nicht von einem Selbstmord oder einer Überdosis aus. Die Untersuchungen zur Todesurache seien aber noch nicht abgeschlossen. Bis der endgültige Obduktionsbericht vorliegt, können nach Angaben der örtlichen Gerichtsmedizin noch mehrere Wochen verstreichen. Als Hommage an den verstorbenen Popstar wird dessen Film "Purple Rain" in den kommenden Tagen in mehr als 150 Kinos in den USA gezeigt. Das gleichnamige Album gilt als eines der besten Alben der Pop-Geschichte. Prince war am Donnerstag überraschend im Alter von 57 Jahren gestorben. Mitarbeiter hatten den Sänger leblos in einem Fahrstuhl auf seinem Anwesen Paisley Park Studios gefunden.

Museen kaufen Nachlass von Bauhaus-Fotograf Umbo

Sein Werk steht für die Fotografie der Moderne

Drei deutsche Museen haben den Nachlass des Bauhaus-Fotografen Otto Maximilian Umbehr - genannt Umbo - erworben. Der Künstler (1902-1980) habe in seinen Fotografien faszinierende Wirklichkeiten durch Verfremdungseffekte geschaffen, teilte die Kulturstiftung der Länder in Berlin mit. Die Berlinische Galerie, das Sprengel Museum Hannover und die Stiftung Bauhaus Dessau kauften den Nachlass, zu dem etwa 600 Fotos und Schriftstücke gehören, mit Hilfe von Förderern. Umbehr sei neben László Moholy-Nagy der bedeutendste Fotokünstler, der aus dem Bauhaus hervorgegangen sei. Sein Werk stehe bis heute für die Fotografie der Moderne. Umbehr hatte in den 1920ern das staatliche Bauhaus in Weimar besucht und später in Berlin fotografiert.

Bernsteinzimmer: Historiker glaubt Ort zu kennen

Bunker im polnischen Mamerki im Fokus

Die moosüberwucherten Ruinen eines deutschen Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg im Nordosten Polens könnten nach Einschätzung eines Historikers das legendäre Bernsteinzimmer bergen. Er sei sich dessen fast sicher, sagte der Vorsitzende des Mamerki Museums, Bartlomiej Polanczyk. Tests mit erddurchdringenden Strahlen von Radargeräten hatten kürzlich nahegelegt, dass im Sockel des Bunkers ein kleiner Raum sein könnte. Der Bunker gehörte zur Zentrale der deutschen Armee und liegt in den Wäldern in der Nähe des Dorfs Mamerki. Dieses wiederum befindet sich rund 100 Kilometer von Kaliningrad in Russland entfernt. Dort hatten die Nazis das Bernsteinzimmer aufbewahrt, nachdem sie es in der Sowjetunion geraubt hatten. Die Briten hatten die damals Königsberg genannte Stadt 1944 stark bombardiert.

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