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Kulturnachrichten

Samstag, 11. Mai 2019

Dresdner Kunstpreis für Schriftsteller Marcel Beyer

Der Schriftsteller Marcel Beyer ist mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt ausgezeichnet worden. In seinem Roman "Kaltenburg" erfasse er den Charakter Dresdens in "außergewöhnlicher Weise", teilte die Stadtverwaltung zur Entscheidung der Jury mit. Beyer bringe sich in den öffentlichen Diskurs ein, wirke am aktuellen Geschehen mit und engagiere sich für die Stadt, hieß es zur Begründung. Der Kunstpreis ist mit 7000 Euro dotiert. Marcel Beyer wurde in Baden-Württemberg geboren und lebt seit 1996 in Dresden. Er ist Lyriker, Erzähler und Romancier, Hörspiel-Autor und Opern-Librettist, Essayist und Herausgeber. 2016 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen, im Januar wurde er mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen ausgezeichnet.

Regisseur Jean-Claude Brisseau ist tot

Der französische Regisseur Jean-Claude Brisseau ist tot. Der gebürtige Pariser, der mit Erotik-Filmen wie "Heimliche Spiele" für Aufsehen sorgte, starb am Samstag im Alter von 74 Jahren, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf sein persönliches Umfeld berichtete. In seinen Filmen hatte der umstrittene Brisseau häufig sexuelle Obsessionen umgesetzt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen neben "Céline" das Drama "Weiße Hochzeit". Der Film aus dem Jahr 1989 mit Vanessa Paradis handelt von einer Liebesbeziehung zwischen einem Lehrer und seiner minderjährigen Schülerin. Brisseau war Autodidakt. Bekannt wurde er in Frankreich unter anderem mit "Lärm und Wut". Im Jahr 2012 gewann der Regisseur für "La fille de nulle part" (Das Mädchen von Nirgendwo) auf dem Filmfestival von Locarno den Goldenen Leoparden. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau und einen alten Mannes. 2005 wurde Brisseau wegen sexueller Belästigung von zwei Schauspielerinnen verurteilt.

Simon Armitage neuer "Poet Laureate" Großbritanniens

Simon Armitage ist der neue "Poet Laureate" des Vereinigten Königreichs. Königin Elizabeth II. genehmigte die höchste literarische Ehrenauszeichnung des Landes für Armitage, der damit Dichterin Carol Ann Duffy ablöst. Die Würdigung als "Poet Laureate" reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert, vorherige Titelträger waren etwa John Dryden, William Wordsworth und Ted Hughes. Der ausgezeichnete Dichter behält die Auszeichnung für zehn Jahre. Er darf selbst entscheiden, ob er für Anlässe auf nationaler Ebene oder Geschehen im Königshaus Gedichte verfassen will. Armitage ist Professor für Poesie an der University of Leeds. Er hat 28 Poesie-Sammlungen veröffentlicht und seine Werke werden im Schulunterricht in Großbritannien durchgenommen.

Deniz Yücel in deutsches PEN-Zentrum aufgenommen

"Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist in das deutsche PEN-Zentrum aufgenommen worden. Auf der diesjährigen Jahrestagung des Autorenverbandes in Chemnitz seien insgesamt 23 Autorinnen und Autoren neu aufgenommen worden, teilte das deutsche PEN-Zentrum in Chemnitz mit. Darunter seien neben Yücel auch Lena Falkenhagen, Jeanette Erazo Heufelder und K.P. Wolf. Voraussetzung für die Mitgliedschaft sei die Unterzeichnung der Charta des internationalen PEN durch die Neumitglieder. Yücel war von Februar 2017 bis Februar 2018 wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda in der Türkei inhaftiert. Eigenen Angaben zufolge wurde er während der Haft gefoltert.

Italien hofft auf schnelle Rückgabe von geraubten Bild

Italien hofft auf die rasche Rückgabe aus Deutschland eines während des Zweiten Weltkrieges aus den Uffizien in Florenz geraubten Gemäldes. Die Bundesregierung habe ihre "maximale" Kooperation bekräftigt, um das von Nationalsozialisten geraubte Bild "Vaso di Fiori" (Blumenvase) "so schnell wie möglich" nach Italien zurückzubringen, erklärte das italienische Kulturministerium in Rom. Das Werk des holländischen Malers van Huysum (1682-1749) wurde nach Angaben der Gemäldegalerie in Florenz 1944 von Soldaten der Wehrmacht aus dem Palazzo Pitti gestohlen. Zuletzt war es demnach im Besitz einer deutschen Familie, wo genau, ist unklar. Das Thema kam nun bei einem Treffen zwischen Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli mit der deutschen Staatssekretärin für Internationale Kultur und Bildungspolitik, Michelle Müntefering, auf der Kunstbiennale in Venedig zur Sprache. Das Auswärtige Amt habe den Besitzern mehrfach geraten, das Gemälde freiwillig zurückzugeben, sagte Müntefering.

Unicef-Projekt "Theater der 10.000" in rund 80 Städten

An dem Projekt "Theater der 10.000" des UN-Kinderhilfswerks Unicef haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag Tausende Menschen in rund 80 deutschen Städten teilgenommen. "Über eine Audio-Datei und Kopfhörer erfuhren die Teilnehmenden die Story des ihnen vorher unbekannten Stücks und erhielten überall simultan die gleichen Regie-Anweisungen", teilte das Kinderhilfswerk mit. Die Menschen hätten beispielsweise vor dem Kölner Dom, auf dem Berliner Arkonaplatz oder vor der Trierer Porta Nigra gleichzeitig die selben Bewegungen vollzogen. In dem Stück wurden die Teilnehmer zu Zeitreisenden, deren Aufgabe es war, ins Jahr 2019 zurückzukehren und die Zukunft zu verändern. Ansonsten drohte die Erde zu einem unbewohnbaren Ort zu werden. "Wir möchten mit der Theateraktion auf ein ernstes Thema aufmerksam machen: Schon heute wachsen Millionen von Kindern in einem Kriegs- oder Krisengebiet auf", sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider.

Museum für Terence Hill in Sachsen eröffnet

Im sächsischen Lommatzsch haben Fans am Samstag ein Museum zu Ehren des Schauspielers eröffnet. Etwa 600 Besucher kamen nach Angaben von Betreiber Michael Maaß zur Einweihungsfeier. Der aus Italien stammende, in den USA lebende Schauspieler war bei der Feier nicht dabei, weil er einen Film drehe, wie Maaß sagte. Aber der Sprecher seiner deutschen Synchronstimme, Thomas Danneberg, kam und durchschnitt ein Eröffnungsband. Auf 2000 Quadratmetern Außen- und 50 Quadratmetern Innenfläche sind Filmplakate, Fotos sowie sein Hut aus "Troublemaker" zu sehen. Mario Girotti, wie der Sohn einer Lommatzscherin und eines Italieners mit bürgerlichem Namen heißt, verbrachte von 1943 bis 1947 einige Jahre seiner Kindheit in dem Ort. Hill wurde besonders durch die Filme mit Bud Spencer (1929-2016) bekannt. Als er 1995 nach 48 Jahren zurückkehrte, löste das einen Riesen-Ansturm aus. Auf seiner Facebook-Seite postete er kürzlich, dass er sich sehr über das Museum freut.

Längste Bibel der Welt wird in Washington entfaltet

Die Stuttgarter Wiedmann-Bibel wird in den USA erstmals komplett und an einem Stück gezeigt. Das als "längste Bibel der Welt" bekannte Werk des Malers Willy Wiedmann (1929-2013) im Leporello-Format werde in Washington am 1. Juni entlang des Lincoln Memorial auf 1.517 Meter entfaltet, teilte die Wiedmann Media AG mit. Veranstaltet werde die Aktion vom Museum of Bibel in Washington. Für die Aktion suche das weltweit größte Bibelmuseum etwa 1.000 freiwillige Helfer, die das Artefakt entfalten und halten. Die Wiedmann-Bibel, die auf 3.333 Bildern Szenen aus dem Alten und Neuen Testament zeigt, ist bis zum 8. September in den USA zu sehen. Ausgeklappt wird ein Nachdruck der Wiedmann-Bibel. Das Faksimile wurde zum ersten Mal 2017, zum Reformationsjubiläum, am Elbufer in Magdeburg ausgeklappt. Das Werk erhielt danach einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als größtes Faltbuch.

Peru schränkt Zugang zur Inkastadt Machu Picchu ein

Peru schränkt den Zugang zu drei wichtigen Sehenswürdigkeiten in der historischen Inkastadt Machu Picchu ein. Wie die Regierung mitteilte, werde der Zutritt zum Sonnentempel, dem Tempel des Kondors und dem Intihuatana-Stein des Unesco-Welterbes zunächst für einen Zeitraum von zwei Wochen streng kontrolliert, Besucher dürfen sich dort lediglich drei Stunden aufhalten. Die Maßnahmen seien "angesichts der Anzeichen des Verfalls notwendig, um Machu Picchu zu bewahren", erklärte das Kultusministerium. Fast 6000 Besucher dürfen die berühmte Inka-Stätte täglich in zwei Touren betreten. Die Behörden wollen in der zweiwöchigen Testphase die Auswirkungen der neuen Maßnahmen evaluieren. Das vom Inkaherrscher Pachacútec erbaute Machu Picchu war im Juli 1911 vom US-Archäologen Hiram Bingham für die Wissenschaft entdeckt worden. Heute gehören die Ruinen zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Welt.

Biennale Venedig: Gewinner der Löwen verkündet

Litauen wurde bei der Preisverleihung der diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig mit dem Hauptpreis für den besten nationalen Beitrag ausgezeichnet. Die Opern-Performance "Sun & Sea (Marina)" auf einem künstlichen Strand übt Kritik am Lebensstil des vielen Reisens, Konsums und Arbeitens. Der US-amerikanische Filmemacher und Kameramann Arthur Jafa gewann den Goldenen Löwen als bester Künstler für sein Video "The White Album", mit dem er das hochaktuelle Thema Rassismus aufgreift und unter anderem Hass-Videos aus dem Internet zeigt. Die Biennale hatte bereits zuvor bekannt gegeben, dass der US-amerikanische Konzeptkünstler, Autor und Aktivist Jimmie Durham den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk bekommt. Die Jury der 58. Biennale wurde von der Direktorin des Berliner Martin-Gropius-Baus, Stephanie Rosenthal, geleitet. Bei der Kunstbiennale 2017 hatten zwei Deutsche Goldene Löwen erhalten. In diesem Jahr wurde der deutsche Pavillon von der Künstlerin Natascha Süder Happelmann gestaltet.

Deutscher Kamerapreis für elf Filmemacher

Acht Kameramänner und -frauen sowie drei Filmeditoren sind in Köln mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet worden. Der diesjährige Ehrenpreis ging an Benedict Neuenfels, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mitteilte. Das Kuratorium lobte dessen Kreativität und Profession sowie die Fähigkeit, technische Normen und Grenzen aufzuheben. Neuenfels (u.a. "Styx", "Die Fälscher") selbst lehne den Begriff "Kameramann" als zu kurzgegriffen ab und betone die künstlerischen Aspekte und die Mitautorenschaft seines Berufsstandes an jedem Film, hieß es. In der Sparte "Kinospielfilm" erhielt Christopher Aoun die Auszeichnung für seine Bildgestaltung in "Capernaum - Stadt der Hoffnung". Der Preis für den besten Fernsehfilm ging an David Luther für eine Folge der Sky-Serie "Das Boot". Mitja Hagelüken erhielt die Auszeichnung in der Kategorie "Dokumentarfilm".

Künstler Ai Weiwei wirft dem Westen Kritikarmut vor

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wirft dem Westen vor, zu viel Rücksicht auf die Pekinger Staatsführung zu nehmen. Jede Nation denke "zuerst an die eigenen Interessen und nicht an die Menschenrechte, so ist es einfach", sagt er dem Hamburger Magazin "Der Spiegel". "Alles ist vergiftet durch die Rücksichtnahme auf China." Ai Weiwei stand in China jahrelang unter Hausarrest. Er lebt derzeit noch in Berlin. Gleichzeitig hadert er damit: "Als ich ankam, fühlte ich mich nicht wie ein Fremder. Doch je länger ich hier bin, umso mehr komme ich mir doch so vor." Am 18. Mai eröffnet eine große Ausstellung seiner Werke in Düsseldorf.

Aus für Wiener Benefiz-Gala gegen Aids

Nach 26 Jahren haben die Organisatoren des Wiener Life Balls das Ende der weltgrößten Benefiz-Gala zugunsten von Aids- und HIV-Kranken verkündet. Der Life Ball werde am 8. Juni zum letzten Mal stattfinden, teilte Mitbegründer Gery Keszler mit. Vor dem Hintergrund der medizinischen Fortschritte sei es schwieriger geworden, Sponsoren und Spender zu finden. Weil sich die einstmals tödliche Krankheit durch Medikamente zu einer chronischen Krankheit gewandelt hat, ergebe sich die paradoxe Situation, dass die Zahl der Verbündeten für Aids-Hilfsprojekte international und national abnehme, erklärte Keszler. In den vergangenen Jahren waren auf dem Life Ball den Organisatoren zufolge insgesamt rund 30 Millionen Euro Spenden für Aids-Hilfsprojekte gesammelt worden. Die Wiener Aids-Hilfe fürchtet, dass ihr bis zu 200.000 Euro pro Jahr an Spenden wegbrechen. Rund 37 Millionen Menschen waren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2017 mit dem Virus infiziert, 940.000 Menschen starben daran.

Fernsehpreis für Fritz und Elmar Wepper

Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten zum 31. Bayerischen Fernsehpreis geht an die Schauspieler Fritz und Elmar Wepper. Sie stünden "seit über 60 Jahren für den deutschen Film wie kein anderes Brüderpaar", erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Bayerische Fernsehpreis wird am 24. Mai in München verliehen.Viele Menschen seien mit den Krimiserien "Der Kommissar", "Derrick" und "Polizeiinspektion 1" aufgewachsen, die heute Kultstatus hätten, so Söder. Mit der Serie "Um Himmels Willen" (Fritz Wepper) und Doris Dörries Film "Kirschblüten - Hanami" (Elmar Wepper) hätten sie Millionen Menschen begeistert und ihre Vielseitigkeit bewiesen. Bei ihren Auftritten hätten die Weppers zudem immer wieder ihrer bayerischen Heimat "ein liebevolles Denkmal" gesetzt.

Deutscher Pavillon in Venedig eröffnet

Auf der Kunst-Biennale in Venedig ist der deutsche Pavillon eingeweiht worden. Der deutsche Beitrag ist in diesem Jahr eine multimediale Sound- und Rauminstallation und setzt sich mit Migration, Integration, Ein- und Abgrenzung und Fragen des Zusammenlebens auseinander. Kuratiert wurde der Beitrag von Franciska Zólyom, die Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig ist. Gestaltet hat ihn die Künstlerin Natascha Süder Happelmann, die ihren Namen an das Projekt anpasste und nur mit einer Steinattrappe auf dem Kopf auftritt - so auch bei der Einweihung. Bei der letzten Ausgabe der Biennale 2017 hatte die deutsche Künstlerin Anne Imhof den Goldenen Löwen für den besten nationalen Beitrag gewonnen. Die riesige Schau zeitgenössischer Kunst öffnet für das Publikum am Samstag und läuft bis zum 24. November.

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