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Fazit / Archiv | Beitrag vom 30.04.2016

Dresdner "Aghet"-Konzert"Es lag Spannung in der Luft"

Markus Rindt im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Die Dresdner Sinfoniker stehen auf der Bühne nach der Aufführung des Konzertprojektes «Aghet» im Schauspielhaus Hellerau in Dresden (Sachsen) am Abend des 30.04.2016. Das Konzertprojekt «Aghet» zu den Massakern an den Armeniern 1915 ist bei seiner Aufführung in Dresden stürmisch gefeiert worden. ... (dpa / picture alliance / Martin Morgenstern)
Die Dresdner Sinfoniker wurden bei der Aufführung des Konzertprojektes "aghet" gefeiert (dpa / picture alliance / Martin Morgenstern)

Neugier, Solidarität, Sympathie – all das war bei der Aufführung des politisch brisanten Konzertprojektes "aghet" der Dresdner Sinfoniker zu spüren, sagt Intendant Markus Rindt. Es geht um den Völkermord an den Armeniern, die Türkei hatte bei der EU gegen das Projekt interventiert.

"Es lag Spannung in der Luft", sagt Markus Rindt, der Intendant der Dresdner Sinfoniker, im Deutschlandradio Kultur über die gestrige Aufführung des Konzertprojektes "aghet" im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau. Der Konzertsaal sei bis auf den letzten Platz ausverkauft gewesen:

"Man war schon sehr neugierig, nachdem man so viel gehört und gelesen hatte von unserem Projekt. Ich habe gemerkt: Man kam von überall, aus ganz Deutschland, aus ganz Europa. Natürlich gab es auch Solidarität. Das spürt man ja, wenn man selbst auf die Bühne geht, was einem da für eine Sympathiebekundung entgegenschlägt. Ich glaube, die Leute wollten das auch zum Ausdruck bringen."

Musik kann manchmal mehr als Politik

Bei dem Projekt gehe es nicht um Provokation, sondern um Versöhnung, stellt Rindt heraus:

"Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser Versöhnungsgedanke dort auch ankommt, wohin er adressiert wurde, nämlich an die Türkei und nach Armenien. Dass beide Völker aufeinander zugehen, dass sie sich die Hände reichen. Wie wir das ja hier auch vormachen auf der musikalischen Ebene. Was Musik kann, das kann Politik manchmal vielleicht nicht."  

(dpa / picture alliance / Arno Burgi)Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker (dpa / picture alliance / Arno Burgi)

Von türkischer Seite habe es bisher keine Reaktionen gegeben, berichtet Rindt. Es sei geplant, im November mit dem Projekt auf Tournee zu gehen – in die Türkei, nach Armenien und nach Serbien.

Unterstützung von Bundesaußenminister Steinmeier

Das Projekt "aghet" des Musikers Marc Sinan mit den Dresdner Sinfonikern erinnert an den Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren. Zuletzt hatte die türkische Regierung die EU aufgefordert, die Förderung des Projekts einzustellen. Die EU hatte den Verweis auf das Projekt zuerst von ihrem Internettauftritt entfernt und dann, versehen mit einem Zusatz, wieder zugänglich gemacht.

Unterstützung für das Projekt kam von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier: "Es weist einen Weg in eine hellere Zukunft", schrieb er in einem Grußwort. Dem Projekt gelinge das, "was eine auf abstrakte Begriffe verengte Debatte wohl nur schwerlich leisten kann".

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