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Konzert / Archiv | Beitrag vom 20.10.2017

Donaueschinger MusiktageDas älteste Festival fürs Neueste

Eröffnungskonzert - Live aus der Baar-Sporthalle

13.10.2016, Anton-Mall-Stadion, Klanginsallation 5 von Johannes S. Sistermanns "Ma Un Ma" (Ralf Brunner)
Klang-Licht-Installation bei den Donaueschinger Musiktagen 2016 (Ralf Brunner)

Im 96. Jahr ihres Bestehens gibt es bei den Donaueschinger Musiktagen an diesem Wochenende 20 Uraufführungen - nebst einer ganzen Reihe von Klanginstallationen und Diskussionen über Musik, Medien und Gender.

Die 1921 gegründeten Musiktage sind das weltweit älteste Festival für Neue Musik und gleichzeitig nach wie vor das renommierteste seiner Art. Viele bedeutende Komponisten des 20. Jahrhunderts haben hier ihre Werke uraufgeführt. Das jährlich im Oktober stattfindende Festival gibt von jeher einen Überblick über die Musikproduktion der Gegenwart und steht auch heute noch für alle neuen, experimentellen Formen auf dem Gebiet aktueller Musik und Klangkunst.

  (picture alliance / dpa / Patrick Seeger) (picture alliance / dpa / Patrick Seeger)
Unser Interview mit Björn Gottstein, künstlerischer Leiter des Festivals (7:54 min.): 

Schon immer haben sich Künstler von anderen Kulturformen oder sozialen Milieus inspirieren lassen. Auch die vier Komponisten des diesjährigen Eröffnungskonzerts spielen in ihren - durchweg zum ersten Mal erklingenden - Werken mit Sounds und expressiven Topoi, die sie aus anderen gesellschaftlichen Sphären geliehen haben: Der Groove in Bernhard Langs Differenz/Wiederholungs-Zyklus hat seine Ursprünge in afrikanischer Schlagzeugmusik, orientalischer Folklore und den Beats des Hiphop; der Norweger Øyvind Torvund konfrontiert das typische Idiom der Neuen Musik mit der Melancholie eines Singer-Songwriters, der bürokratischen Schnörkellosigkeit eines Klavierauszugs und dem grellen Funkeln des Las-Vegas-Bigband-Sounds; der aus Australien stammende Thomas Meadowcroft versucht sich an einem musikalischen "Nicht-Genre", indem er Nachrichtenjingles auf ihre musikalische Substanz hin befragt - und schließlich schafft Andreas Dohmen mit "a doppio movimento" eine Musik der Be- und "Überschleunigung", ein ausladendes Furioso in Form eines Tripelkonzertes.

Donaueschinger Musiktage

Eröffnungskonzert

Live aus der Baar-Sporthalle


Bernhard Lang

DW 28 "Loops for Davis" für Bassklarinette und Orchester (Uraufführung)

Øyvind Torvund

"Archaic Jam" für Orchester mit Elektronik (Uraufführung)

Thomas Meadowcroft

"The News In Music (Tabloid Lament)" für Orchester (Uraufführung)

Andreas Dohmen

"a doppio movimento" für E-Gitarre, Harfe, Klavier und Großes Orchester (Uraufführung)


Gareth Davis, Bassklarinette

Yaron Deutsch, E-Gitarre

Andreas Mildner, Harfe

Nicolas Hodges, Klavier


Experimentalstudio des SWR

SWR Symphonieorchester

Leitung: Ilan Volkov

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