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Interview | Beitrag vom 04.07.2018

Dominik Bartsch (UNHCR) zu Transitzentren"Auf zwei Tage begrenzt, wäre das denkbar"

Moderation: Julius Stucke

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Im Transitzentrum in Manching für Asylsuchende steht ein Sicherheitsmitarbeiter neben einem Bewohner an einem Zaun.  (Stefan Puchner/dpa)
Offen oder geschlossen? Langsam werden die Vorschläge für Transitzentren konkreter. (Stefan Puchner/dpa)

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) sieht Transitzentren für Flüchtlinge grundsätzlich kritisch. Auf 48 Stunden begrenzt sei ein Aufenthalt aber denkbar, sagt Dominik Bartsch. Nur sei die Prüfung der Ansprüche komplex.

Noch ist die Forderung der Unionsparteien nach Transitzentren an der deutsch-österreichischen Grenze wenig konkret. Bekannt ist, dass dort jene Flüchtlinge untergebracht werden sollen, bei denen Grenzkontrollen ergeben haben, dass sie bereits in anderen EU-Staaten registriert wurden. Diese Menschen sollen auf Basis von Abkommen in diese EU-Staaten zurückgeschickt werden. In einem ARD-Interview sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nun, dass in den Zentren innerhalb von zwei Tagen entschieden werden solle, ob Flüchtlinge in andere EU-Staaten zurückgeschickt werden sollen. 

Bartsch: "Prüfung des Anspruchs in zwei Tagen abschließen"

Dominik Bartsch, Vertreter des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen in Deutschland, äußert sich zurückhaltend zum Vorhaben der Unionsparteien. Das UNHCR warte auf die konkrete Ausgestaltung des Vorhabens. Grundsätzlich sei er dagegen, Asylsuchende in Gewahrsam zu nehmen. Wichtig sei, dass der Gewahrsam nur wenige Tage dauere. "Wenn es sich tatsächlich auf zwei Tage begrenzt, dann wäre das vom Anlass her tragbar", sagt Bartsch im Deutschlandfunk Kultur. Es müsse aber sichergestellt sein, dass innerhalb dieser zwei Tage die Prüfung des Anspruchs abgeschlossen sei. "Das ist natürlich relativ komplex, wenn man bedenkt, dass hier noch andere Länder einbezogen werden müssen." 

(ske)

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