Feature, vom 10.10.2020, 18:05 Uhr

Dokumentarhörspiel über AIDS von Rosa von PraunheimAdonis in New York

in schwules Paar küsst sich während Berlins 4. MANEO Kuss-Marathons in Berlin (17.5.2010). Am Internationalen Tag gegen Homophobie protestierten Schwule und Lesben friedlich unter dem Motto:"Protect Every Kiss - Berlin küsst für mehr Toleranz". (picture alliance / dpa / Tobias Kleinschmidt)
(picture alliance / dpa / Tobias Kleinschmidt)

Das New York der 80er Jahre lebt von seinem Mythos als "schwulste Stadt der Welt". Und plötzlich ist das AIDS-Virus da, das von Reaktionären als Strafe für sündigen Lebenswandel interpretiert wird. Wie reagiert die Stadt in dieser Situation? Rosa von Praunheim ist in New York unterwegs, spricht mit Freunden, Künstlerinnen und Künstlern, Bekannten aus der Schwulenszene. Was kann man tun, was verändert sich und wie kann man sich schützen? Keine Frage ist für Rosa von Praunheim zu explizit und auch sein eigenes Liebesleben verschweigt er nicht. Im Zentrum des dokumentarischen Hörspiels steht ein langes Telefonat mit dem Filmemacher Arthur Bressan, der kurz danach starb.


Adonis in New York
Von Rosa von Praunheim
Mitarbeit: Claudia Steinberg und Mike Shephard
Regie: der Autor
Mit: Adonius, Claudia Steinberg, Arthur Bressan, Raymond Jacobs, Peter, Vera Graf und Larry Kramer
Sprecher: René Schöneberger
Ton: Jörg Kunigk
Produktion: WDR/NDR/RIAS 1987
Länge: 54'28 (Radiofassung)
Länge: 1‘08‘58 (Onlinefassung)

Hören Sie hier ein ausführliches Gespräch, das unser Autor Johannes Nichelmann 33 Jahre nach "Adonis in New York" geführt hat - über die damalige Produktion und über Parallelen zum heute.


Der Filmemacher Rosa von Praunheim (Holger Bernhard Bruno Mischwitzky, geboren als Holger Radtke) zu Gast in der WDR-Talkshow "Kölner Treff"  (picture alliance / dpa / Horst Galuschka). (picture alliance / dpa / Horst Galuschka)Rosa von Praunheim, geboren 1942 in Riga, Filmemacher, Autor und Aktivist. Seine zahlreichen Dokumentar- und Spielfilme, seine Bücher und auch seine Präsenz als öffentliche Figur sind ein nicht mehr wegzudenkender Teil der LGTBQ-Bewegung. Als Dokumentarist beschäftigte er sich aber auch mit vielen anderen Themen. Wichtige Filme sind etwa "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" (1971), "Der Einstein des Sex" (1999) oder "Meine Mütter – Spurensuche in Riga" (2007). Auch fürs Hörspiel war Rosa von Praunheim aktiv, vor allem in den 80er Jahren.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!