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Lesart / Archiv | Beitrag vom 15.02.2017

Dokumentarfilm "I Am Not Your Negro" James Baldwin wurde in die Rolle des Aktivisten gedrängt

Susan Winnett im Gespräch mit Joachim Scholl

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(afp)
Der US-Schriftsteller und Bürgerrechtler James Baldwin steht im Mittelpunkt des hochgelobten Dokumentarfilms "I am not your negro". (afp)

Der Dokumentarfilm "I Am Not Your Negro" über den Schriftsteller James Baldwin hat auf der Berlinale Premiere. Außerdem ist er bereits für den Oscar nominiert. Die Amerikanistin Susan Winnett hofft darauf, dass der Film auch das Interesse an dem literarischen Werk neu erweckt.

"Er war ein Schriftsteller, der eigentlich nicht in eine Schublade gesteckt werden wollte", sagt die Amerikanistin Susan Winnett über den US-amerikanischen Autor James Baldwin (1924-1987). "Er wollte ein guter Schriftsteller sein, er wollte ein ehrlicher Schriftsteller sein." Die Verhältnisse in den USA in den 1960er Jahren hätten Baldwin in die Rolle eines politischen Aktivisten gedrängt, sagt Winnett im Deutschlandradio Kultur.

"Er wurde ein Sprachrohr der schwarzen Intellektuellen und wollte es eigentlich gar nicht sein."

Prophetische Worte

Baldwin ist nun der Dokumentarfilm "I am not your negro" gewidmet, der in der Regie von Raoul Peck auf der Berlinale Premiere hat und bereits für den Oscar nominiert ist. "Ich freue mich seit Monaten auf diesen Film", sagt Winnett. Er zeige, dass Baldwin geradezu prophetisch gewesen sei und seine Worte nicht an Aktualität eingebüßt hätten.

Neues Interesse an den Büchern  

Die Amerikanistin hofft, dass der Film auch das Interesse an dem literarischen Werk Baldwins neu weckt. "Der Film gibt uns die Gelegenheit, uns noch einmal mit Baldwin als Redner, Baldwin als Schriftsteller und mit seinen Worten auseinander zu setzen", sagte sie. Es wäre schön, wenn seine Bücher wieder neu gelesen würden.

Leider seien einige Übersetzungen ins Deutsche nicht so gelungen. Winnett empfahl deshalb, die Bücher lieber im amerikanischen Original zu lesen. Neben seinen Romanen sei auch die Lektüre des Essaybandes "Hundert Jahre Freiheit ohne Gleichberechtigung" sehr zu empfehlen.  

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