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Kulturnachrichten

Freitag, 15. März 2019

Documenta-Kurator Okwui Enwezor gestorben

Der Museumskurator und ehemalige Leiter des Münchner Hauses der Kunst, Okwui Enwezor, ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Enwezor wurde 1963 in Nigeria geboren und ging 1982 nach New York, um Politikwissenschaft zu studieren. Bald jedoch interessierte er sich mehr für Lyrik und Kunst und wurde außerordentlicher Kurator am International Center of Photography in New York. 1998 bis 2002 leitete er die elfte Documenta in Kassel. Außerdem kuratierte er zahlreiche große Ausstellungen, etwa die Biennalen in Johannesburg, Venedig und Sevilla. 2011 ging er als Leiter an das Haus der Kunst in München. 2018 legte er dieses Amt nieder. Kurz nach seinem Abschied aus dem Haus der Kunst hatte er seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Im "Spiegel" sagte er damals, er habe das Gefühl gehabt, in München nicht mehr erwünscht gewesen zu sein.

Preisgekrönter US-Lyriker W.S. Merwin gestorben

Der preisgekrönte US-Lyriker W.S. Merwin ist tot. Er starb in seinem Haus auf der hawaiianischen Insel Maui, wie sein Verlag Copper Canyon Press mitteilte. Merwin, der unter anderem den Pulitzer-Preis für Dichtung gewann, wurde 91 Jahre alt. Er galt als vielseitiger Dichter, der in seinen mehr als 20 Büchern viele verschiedene Stile und Themen auslotete, von Mythen und Legenden in seinem Frühwerk, über wütende Proteste gegen Umweltzerstörung und den Vietnamkrieg bis zu seinen letzten Büchern, in denen er sich mit dem Alter und der Zeit beschäftigte. Seinen ersten Pulitzer-Preis 1971 lehnte er mit Verweis auf den Vietnamkrieg ab. Er sagte damals, als Amerikaner könne er nicht guten Gewissens eine öffentliche Huldigung annehmen. 2009 bekam er dann noch einmal den Pulitzer verliehen für "The Shadow of Sirius". Zudem erhielt er mehrere Literaturpreise für sein Lebenswerk.

Carl Laemmle-Produzentenpreis geht an Stefan Arndt

Der Filmproduzent Stefan Arndt ist im oberschwäbischen Laupheim mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis für sein Lebenswerk geehrt worden. Die Auszeichnung sei extrem wichtig, sagte der 57-Jährige, denn in Deutschland gebe es sonst keine Würdigung für Filmproduzenten. Bei der Übergabe des Preises kamen ihm die Tränen. Arndt hatte Filme wie "Lola rennt", "Das weiße Band" und "Cloud Atlas" realisiert. Er ist nach Roland Emmerich und Regina Ziegler der dritte Träger der erstmals 2017 vergebenen Auszeichnung der Allianz Deutscher Film- und Fernsehproduzenten und der Stadt Laupheim. Klaus Wowereit, der frühere Bürgermeister von Berlin, hob in seiner Laudatio auf Arndt "Good Bye, Lenin!" hervor. Der Film sei entstanden "zu einer Zeit, wo es noch nicht so selbstverständlich war, über unsere jüngste deutsche Geschichte einen Film zu machen, und dann auch noch eine Komödie." Die Jury lobte den Produzenten als Nonkonformisten mit untrüglichem Gespür für Talent und Qualität.

Publizist Paul-Josef Raue gestorben

Der Publizist Paul-Josef Raue ist gestorben. Er sei am Montag eines natürlichen Todes gestorben, teilte einer seiner Söhne der Deutschen Presse-Agentur mit. Raue wurde 68 Jahre alt. Er war viele Jahre Chefredakteur verschiedener Tageszeitungen - zuletzt bei der "Thüringer Allgemeinen", zuvor bei der "Braunschweiger Zeitung", der "Volksstimme" (Magdeburg) und der "Oberhessischen Presse" (Marburg). 1990 gründete er als erste deutsch-deutsche Zeitung die "Eisenacher Presse". Er baute auch das Wirtschaftsmagazin "Econy" (heute Brand Eins) mit auf. Er war auch Herausgeber von Sachbüchern zur deutsch-deutschen Geschichte. Im November 2015 wechselte er in den Ruhestand. Er war aber noch als Berater tätig und schrieb eine Kolumne beim Branchendienst "Kress".

Kulturschaffende appellieren an Kölner OB Reker

Mehr als 50 Kulturschaffende haben von der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mehr Transparenz bei der Auswahl des neuen Schauspielintendanten gefordert. Die Kriterien für die Entscheidung sollten offengelegt und öffentlich diskutiert werden, schrieben die Protagonisten in einem Brief, der morgen veröffentlicht werden soll. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zu den Unterzeichnern gehören die Schriftstellerin Elfriede Jelinek, die Schauspielerinnen Annette Frier und Corinna Harfouch und der Autor Dogan Akhanli. Reker hatte im Januar den Salzburger Theaterchef Carl Philip von Maldeghem als Nachfolger für den scheidenden Schauspielintendanten Stefan Bachmann vorgestellt. Diese Personalentscheidung war jedoch auf ein so negatives Echo gestoßen, dass sich Maldeghem wieder zurückgezogen hatte. Reker hatte daraufhin die Einberufung einer Findungskommission angekündigt. Die Unterzeichner des offenen Briefs mahnen "neue Struktur-, Partizipations- und Kooperationskonzepte" für das Schauspielhaus an.

ZDF-Arte-Koproduktion gewinnt FernsehKrimi-Preis

Der Deutsche FernsehKrimi-Preis geht in diesem Jahr an "Rufmord", eine Koproduktion von ZDF und Arte. Der Preis wurde im Wiesbadener Programmkino Caligari FilmBühne überreicht. In ihrer Begründung lobte die Jury, der in dem Cybermobbingdrama dargestellte Mikrokosmos sei "ein Abbild unserer Gesellschaft, die ausgeübte digitale Gewalt letztlich nur eine Variation archaischer Rachemotive". Die Regie zu "Rufmord" führte Viviane Andereggen. Als Preis erhielt das Filmteam 1000 Liter Wein. Mit einem Sonderpreis für Regie zeichnete die Jury Julia von Heinz für ihren SWR-Tatort "Für immer und dich" aus. Den Preis als "Beste Darstellerin" erhielt Katrin Wichmann für ihre Rolle im NDR-Tatort "Borowski und das Glück der Anderen". Für die Rolle des LKA-Ermittlers Felix Murot im HR-Tatort "Murot und das Murmeltier", der in einer Wiederholungsschleife denselben Tag immer wieder erleben muss, erhielt Ulrich Tukur den Preis "Bester Darsteller". Tukur und von Heinz nahmen den Preis in Wiesbaden persönlich entgegen.

Choreograph Demis Volpi wird Ballettchef in Düsseldorf

Der künftige Leiter des Balletts an der Oper am Rhein steht fest. Demis Volpi wird ab der Spielzeit 2020/21 künstlerischer Leiter in Düsseldorf. "Wir wollten bewusst einen Neuanfang versuchen", sagte Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe bei der Vorstellung des künftigen Ballettchefs. Der erst 33 Jahre alte Volpi war von 2013 bis 2017 Hauschoreograph des Stuttgarter Balletts und hat mehrere Opern inszeniert. Der bisherige Künstlerische Direktor in Düsseldorf, Martin Schläpfer, hatte vor einem Dreivierteljahr seinen Weggang bekannt gegeben. Er bleibt noch eine Spielzeit. Ab der Saison 2020/21 wird der Schweizer Direktor des Staatsballetts in Wien. Die Oper am Rhein ist eine Theatergemeinschaft der Nachbarstädte Düsseldorf und Duisburg.

Zustimmung für Grundgesetzänderung zum Digitalpakt

Der Bundesrat hat einer Grundgesetzänderung zur Finanzierung der Digitalisierung an Schulen zugestimmt. Damit kann der Bund künftig Geld für die Bildungsinfrastruktur zur Verfügung stellen. Konkret ist zunächst der sogenannte Digitalpakt Schule geplant. Dieser sieht vor, dass der Bund die Länder mit fünf Milliarden Euro bei der Ausstattung etwa mit Breitbandanschlüssen und technischen Geräten unterstützt. Der Bundesrat beschloss die Grundgesetzänderung einstimmig. Zuvor hatte der Bundestag bereits zugestimmt. Im vergangenen Jahr hatte der Bundestag bereits für eine entsprechende Grundgesetzänderung gestimmt. Der Bundesrat hatte diese jedoch abgelehnt, weil die Länder fürchteten, zu viele Kompetenzen zu verlieren. Für Änderungen ist im Bundestag und in der Länderkammer jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig.

Gefährdung von Kindern im Netz nimmt laut Experten zu

Die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch das Internet nimmt trotz aller Bemühungen um Prävention und Aufklärung weiter zu. Es gebe immer neue Apps und Programme, auf die Kinder Zugriff hätten, sagte die Rostocker Rechtsanwältin Gesa Stückmann bei der vierten Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock. Zudem hätten sie immer früher die entsprechende Technik in der Hand. Als Beispiel nannte Stückmann ein soziales Netzwerk, das sich auf kurze selbstgedrehte Tanz- und Gesangsvideos spezialisiert hat. "Die wenigsten Kinder stellen sich eine Privatsphäre ein, das ist in der Regel alles öffentlich." Die Kinder und Jugendlichen bewegten sich oft leicht bekleidet vor der Kamera. "Das ist für Pädophile sehr attraktiv", sagte Stückmann. Bei der bis Sonntag dauernden Konferenz diskutieren rund 300 sogenannte Medienscouts aus ganz Deutschland, wie sie Mitschüler im Umgang mit sozialen Netzwerken beraten können.

Hochschulen sollen Digitalisierung vorantreiben

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat in Berlin Empfehlungen zur Digitalisierung in der Hochschullehre verabschiedet. Diese richten sich an die Länder, den Bund und an die Hochschulleitungen, die Fakultäten, die Fachbereiche und die Lehrenden selbst, wie es in der Erklärung hieß. Demnach soll jede Universität oder Fachhochschule eine Digitalisierungsstrategie hochschulübergreifend fest auf allen Ebenen verankern. Dies soll von den Hochschulleitungen sichergestellt werden. Dazu gehöre auch, die organisatorischen, personellen und finanziellen Voraussetzungen zur Durchführung und Unterstützung der Lehre in der digitalen Welt zu schaffen.

George Michaels Kunstsammlung versteigert

Kunstwerke aus dem Besitz des britischen Popsängers und Songwriters George Michael sind für rund 11,7 Millionen Euro versteigert worden. Der Erlös soll wohltätigen Zwecken zugute kommen, teilte das Auktionshaus Christie's in London mit. Verkauft wurden demnach zahlreiche zeitgenössische Kunstwerke von Damien Hirst, Antony Gormley, Cecily Brown und Bridget Riley. Der 2016 verstorbene Sänger wurde in den 80er Jahren als eine Hälfte des Duos "Wham!" bekannt. Später war er auch Solo-Künster erfolgreich.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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