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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 27.03.2019

DJ Paul van DykDer Superstar des Trance

Moderation: Britta Bürger

Paul van Dyk schaut in die Kamera, er trägt ein schwarzes Sacko. Im Hintergund ist in Unschärfe das Cover seines Buches zu sehen. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)
DJ Paul van Dyk ist nach seinem tragischen Unfall zurück auf der Bühne. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Doppelter Wirbelsäulenbruch, Schädel-Hirn-Trauma, Koma – vor drei Jahren schien die Karriere des berühmten deutschen DJs Paul van Dyk beendet. Doch allen Prognosen zum Trotz steht er heute wieder auf der Bühne.

Er ist der DJ aus Berlin, den die ganze Welt kennt. Als Matthias Paul wurde Paul van Dyk 1971 in Eisenhüttenstadt geboren. Die Mutter stellte einen Ausreiseantrag – mit Folgen für den Sohn, der kein Abitur machen durfte. Im November 1989 konnten sie dann die DDR verlassen – eine Woche später fiel die Mauer.

"Für mich war es sensationell. Ich war 17 und insofern war plötzlich alles anders, alles war spannend. Für meine Mutter war es tragisch. Wir hatten zwar nicht viel; aber zumindest die Basis eines ausgestatteten Haushalts in der DDR. Und in dem Moment hatten wir erstmal gar nichts. Wir durften je einen Koffer mitnehmen und das war‘s. Wäre das Ganze eine Woche früher passiert, hätten wir wenigstens noch ein Dach über dem Kopf gehabt und ‘nen Kochtopf."

Godfather of Trance

Der Großmeister des Trance begeistert das Publikum rund um den Globus. "Godfather of Trance" wird er auch genannt. Mit elektronischer Musik wurde Paul van Dyk  zum Multimillionär und engagiert sich auch sozial.

"Es gibt die Organisation 'safe the brain', es gibt 'Rückenwind', die ich nach wie vor unterstütze, es gibt ein Waisenhaus in Kenia, was wir unterstützen, es gibt sehr viele Projekte. Es geht darum, nicht nur musikalisch etwas zurückzugeben, sondern auch in die Gesellschaft hinein. Und da der Ansatz von elektronischer Musik sehr global ist, es ist eben keine deutsche Musik, ist mein Interesse an sozialem Engagement auch entsprechend global."

Ein tragischer Unfall

Paul van Dyk jettete jahrelang von Event zu Event und hatte zeitweise das zweitgrößte Meilenkonto der Lufthansa überhaupt. Bis ein Unfall ihn fast das Leben kostete.  2016 stürzte er, kurz nach Beginn eines Konzerts beim "State of Trance Festival" in Utrecht,  von der Bühne - in einen sechs Meter tiefen Schacht. Zwei Wirbelsäulenbrüche, Schädel-Hirn-Trauma, diverse Hirnblutungen, Koma waren die Folge. Paul van Dyk musste alles neu lernen: Sprechen, Greifen, Laufen.

"Was ganz wichtig ist in solchen Situationen, wenn alles nur noch dunkelgrau bis schwarz ist, wenn alles nur weh tut, dann braucht man einen Grund, warum man nicht aufgibt, wo man weiterkämpft. Und den hab ich. Den hatte ich. Insofern muss man sagen: Dieser Umstand hat mir auch das Leben gerettet, weiterzumachen, weiterzukämpfen."

Seitdem lebt er mit permanenten Schmerzen. Aber dank der Hilfe seiner kolumbianischen Frau ist er in der Lage, jeden neuen Tag als einen guten anzunehmen. Mit ihr zusammen hat er jetzt ein Buch über seinen Unfall und den Weg zurück ins Leben geschrieben: "Im Leben bleiben".

(svs)

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