Seit 01:05 Uhr Tonart

Freitag, 15.11.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Samstag, 9. Juni 2018

Disney-Vorstand John Lasseter tritt zurück

Oscar-Gewinner geht nach Belästigungs-Vorwürfen

Der Kreativchef der Trickfilmstudios von Walt Disney, John Lasseter, wird nach Unternehmensangaben den Konzern zum Jahresende verlassen. Der 61-Jährige muss wegen Belästigungsvorwürfen in der #MeeToo-Affäre gehen. Bereits im November hatte er sich eine sechsmonatige Auszeit genommen. Lasseter ist der Schöpfer von Filmen wie "Toy Story", "Die Eiskönigin" oder "Findet Nemo".

Deutscher Bühnenverein beschließt Wertekodex

Außerdem soll es Geschlechtergerechtigkeit in Gremien und Vorständen geben

Der Deutsche Bühnenverein hat auf seiner Jahreshauptversammlung in Lübeck einen "wertebasierten Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch" verabschiedet. Die Mitgliedstheater und -orchester sollen den Kode kommunizieren und individuell weiterentwickeln, teilte der Bühnenverein zum Abschluss des zweitägigen Treffens mit. Rund 300 Verwaltungsdirektoren, Intendanten, Kulturpolitiker und weitere Gäste hatten teilgenommen. "Dies ist kein Katalog, der menschliches Verhalten bis in den letzten Winkel hinein diktiert und ausleuchtet", sagte Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon. Aber der Kodex soll die Theater und Orchester bestärken, "mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder auszuhandeln, wie man miteinander umgeht und arbeitet". Als weiteren Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit beschloss der Bühnenverein, eine paritätische Besetzung aller Gruppenvorstände und Gremienpositionen in absehbarer Zeit umzusetzen.

Erstes "Bond"-Girl Eunice Gayson gestorben

Gayson spielte an der Seite von Sean Connery in zwei Bond-Filmen

Die Darstellerin des ersten "Bond"-Girls, Eunice Gayson, ist tot. Die Nachricht über ihren Tod erschien auf ihrem offiziellen Twitter-Konto. Die britische Schauspielerin sei bereits am Freitag gestorben, hieß es da. "Eine fantastische Dame, die einen bleibenden Eindruck bei jedem hinterließ, der sie traf." Sie wurde 90 Jahre alt. Gayson spielte die Bond-Geliebte Sylvia Trench neben Sean Connery in der Hauptrolle des Geheimagenten in "James Bond - 007 jagt Dr. No" (1962) und "Liebesgrüße aus Moskau" (1963). Laut einem Bericht der BBC war sie das einzige "Bond"-Girl, das in zwei Filmen auftrat.

Kulturerbe-Liste soll Flair von St. Pauli retten

Vielfalt des Viertels ist laut Quartiersmanagerin bedroht

Das Leben auf St. Pauli soll auf die Liste der Unesco für immaterielles Kulturerbe. Ein entsprechender Antrag werde derzeit von Quartiersmanagement, Behörden, Geschäftsleuten, Initiativen und Vereinen des weltbekannten Hamburger Stadtteils vorbereitet, sagte Quartiersmanagerin Julia Staron der "Welt am Sonntag" (Regionalausgabe Hamburg). Damit wolle man auf zunehmende Touristenströme und Bauvorhaben reagieren, durch die St. Pauli bereits "ins Trudeln geraten" sei. Die Vielfalt des Viertels drohe zum "Einheitsbrei" zu verkommen. "Die Frage ist doch immer: Was bleibt irgendwann noch von der Seele des Stadtteils?", sagte Staron. Der Unesco-Titel könne wie ein Rettungsschirm für St. Pauli wirken. Laut Staron haben viele Größen aus Stadtteil und Politik Unterstützung signalisiert, darunter die St. Pauli Kirche, der St.
Pauli Bürgerverein, die Travestie-Künstlerin Olivia Jones und Bezirksamtschef Falko Droßmann (SPD). Die Hamburger Kulturbehörde wolle den Bewerbungsprozess eng begleiten, sagte ein Sprecher dem Blatt.

"Kontrakt '18" von Drehbuchautorinnen und -autoren

Initiative fordert mehr Wertschätzung für schöpferische Arbeit

Mit dem "Kontrakt '18" verpflichten sich deutschsprachige Drehbuchautorinnen und -autoren, nur noch über Projekte zu verhandeln, die ihnen kreative Mitbestimmung bei der Regie ermöglichen. In dieser Hinsicht sei Deutschland ein "Entwicklungsland", bemängeln die Unterzeichner, unter denen sich Annette Hess ("Weissensee", "Ku'damm 56" und "Ku'damm 59) und Orkun Ertener ("KDD - Kriminaldauerdienst", "Die letzte Spur") befinden. Drehbuchautoren erführen im deutschen Markt nach wie vor nicht die gleiche Anerkennung, wie sie in vielen anderen Ländern mittlerweile üblich sei. Auf einer sebst organisierten Konferenz in Berlin einigten sich Ende Mai zahlreiche Autorinnen und Autoren auf einen 6-Punkte-Katalog, den mittlerweile 95 Drehbuchautorinnen und -autoren unterzeichnet haben. Ab dem 1. Juli 2018 werden sie nur noch in Vertragsverhandlungen für neue Film- oder Serien-Projekte eintreten, wenn ihnen mehr Kontroll- und Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden, heißt es in einer Pressemitteilung von "Kontrakt '18". Es geht dabei u. a. um die künstlerische Kontrolle über das Buch, eine einvernehmliche Einigung bei der Besetzung der Regie sowie um die Einbeziehung der Autoren bei Leseproben und Rohschnitt.

Anneke Kim Sarnau wurde ungerecht bezahlt

Polizeiruf-Darstellerin drohte mit Ausstieg aus der Serie

Schauspielerin Anneke Kim Sarnau ist als Hauptdarstellerin im "Polizeiruf 110" aus Rostock nach eigenen Worten jahrelang schlechter bezahlt worden als ihr Kollege Charly Hübner. "Das war ein langer und auch kein einfacher Weg", sagte die 46jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Sarnau und Hübner spielen seit 2010 gemeinsam im Rostocker "Polizeiruf 110" die beiden Polizisten Katrin König und Alexander Bukow. Sie habe mit ihrem Ausstieg aus der Serie gedroht, wenn man ihr nicht die gleiche Gage zahle, sagte Sarnau. Erst dann hätten sich der zuständige Unterhaltungschef und die Produzentin für sie eingesetzt. Dennoch erklärte die Grimme-Preisträgerin: "Dieses Denken, dieses Verhalten, das es für Frauen so kompliziert und ungerecht macht, ist auch heute noch weit verbreitet."

Fossil nach Friedensnobelpreisträger Tutu benannt

Der vierbeinige "Tutusius" lebte vor 360 Millionen Jahren

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu wird für immer als Fossil weiterleben. Wie Südafrikas Regierung mitteilte, wurde jetzt eine der frühesten bekannten Amphibienarten nach dem früheren anglikanischen Erzbischof von Kapstadt benannt. Der "Tutusius", ein vierbeiniges und ein Meter langes Tier mit Flossen, lebte vor etwa 360 Millionen Jahren. "Als ich über passende Namen nachdachte, erkannte ich, dass diese Vierbeiner den Weg aus einem fast sauerstofffreien Sumpf hinaus ans Sonnenlicht vorgegeben haben. In vielerlei Hinsicht ist das eine Metapher für das Wirken von Desmond Tutu", wird der Archäologe Rob Gess zitiert. Tutu erhielt 1984 für seinen friedlichen Widerstand gegen das Apartheid-Regime den Friedensnobelpreis. Später leitete er Südafrikas Wahrheits- und Versöhnungskommission.

Teil-Renovierung der Kathedrale von Tournai beendet

Restaurierung der Türme kostete mehr als 40 Millionen Euro

Die berühmten fünf romanischen Türme der Kathedrale von Tournai sind nach über zehn Jahren Renovierung wieder frei von Gerüsten. Wie die belgische Zeitung "Le Soir" berichtet, verschlangen die umfangreichen Außen- und Innenarbeiten an der Marienkathedrale, die seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, mehr als 40 Millionen Euro. Weitere Restaurierungen seien an den gotischen Teilen der Bischofskirche nötig. Die Kathedrale Notre-Dame von Tournai gilt als ein Meisterwerk der sogenannten Scheldegotik. Mit dem Bau wurde 1110 begonnen. Bis 1191 entstanden das romanische Mittelschiff, die bis zu 83 Meter hohen Türme und der Chor. Der romanische Chor wurde bereits im 13. Jahrhundert wieder abgerissen und durch einen gotischen Neubau ersetzt.

Deutsche UNESCO-Kommission gegen Abgrenzung

Kultureller Austausch schon immer Teil der Geschichte Europas

Die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) verurteilt die Instrumentalisierung von Kulturerbe als ein Mittel zur Ab- und Ausgrenzung. In einer Resolution erinnert sie daran, dass der kulturelle Austausch schon immer Teil der Geschichte Europas und seiner Verbindung mit anderen Erdteilen gewesen sei. Das habe Europa bereichert. In Europa nähmen die Spannungen zwischen trennenden nationalen und gemeinsamen europäischen Narrativen zu, heißt es in der Resolution. Es sei falsch, wenn Identitäten ausschließlich national oder regional gedacht würden. Mit der Resolution "Kulturelles Erbe erhalten, Vielfalt gestalten, Europa stärken" fordert die Kommission unter anderem die Verantwortlichen in Deutschland und Europa auf, Kulturerbe und Vielfalt in ihrer zentralen Bedeutung für die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda zu nutzen, Rahmenbedingungen für den Erhalt und die Gestaltung von Kulturerbe zu verbessern und das Erbe noch stärker für internationale Kooperationen einzusetzen. Bei der Hauptversammlung war die ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, zur neuen Präsidentin der DUK gewählt worden.

3000 Jahre alte Skulptur in Israel entdeckt

Einzigartiger Fund aus der Eisenzeit stellt einen König dar

Bei Ausgrabungen in der archäologischen Stätte Tel Abel Beth Maacah in Nordisrael ist die Skulptur eines Königskopfs gefunden worden, der fast 3000 Jahre alt ist. Eine Radiokarbon-Bestimmung datiere den gut erhaltenen, fünf Zentimeter großen Kopf auf das 9. Jahrhundert und damit in eine biblische Zeit, über die im Alten Testament im Buch der Könige berichtet wird, teilten israelische Archäologen mit. Da mit der Radiokarbon-Bestimmung keine exakte Datierung möglich ist, konnte noch nicht bestimmt werden, welcher König dargestellt wird. Klar sei nur, dass die eine Krone tragende Figur einen König darstelle. Sie wurde 2017 in Abel Beeth Maacah ausgegraben, das an der israelischen Grenze zum Libanon nahe der Stadt Metula liegt. Der Kurator für Eisenzeit und Persische Archäologie des Israelmuseums, Eran Arie, sagte, es handele sich um eine einzigartige Entdeckung: "In der Eisenzeit ist figurative Kunst, wenn es überhaupt welche gibt, von niedriger Qualität. Und diese ist von ausgezeichneter Qualität."

Kulturnachrichten hören

Juli 2018
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur