Seit 05:05 Uhr Studio 9

Donnerstag, 01.10.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Freitag, 27. Dezember 2019

Dirigentin Julia Jones nur noch bis 2021 in Wuppertal

Die Britin Julia Jones bleibt nur noch bis zum Ende der Spielzeit 2020/21 Generalmusikdirektorin in Wuppertal. Danach wolle die Dirigentin wieder freischaffend arbeiten, teilte die Stadt mit. Jones ist seit 2016 Chefdirigentin des Sinfonieorchesters Wuppertal und musikalische Leiterin der Oper. Oberbürgermeister Andreas Mucke bedauerte die Entscheidung der 58-Jährigen. Jones habe "erfolgreich Bewährtes gepflegt und Neues eingeführt". Aber schon bei der Vertragsunterzeichnung habe sie angekündigt, sich wieder ihren freien Projekten widmen zu wollen.

Kurator Christoph Vitali gestorben

Der Kurator Christoph Vitali ist tot. Neben Zürichs Kulturpolitik prägte er große Institutionen wie die Kunsthalle Schirn in Frankfurt am Main oder die Fondation Beyeler. Wie heute bekannt wurde, starb Vitali bereits vor Weihnachten, am 18. Dezember. Der Zürcher kuratierte Ausstellungen, über die in der Kunstszene noch heute gesprochen wird. Dazu gehört die Ausstellung mit Werken von Marc Chagall 1992 in der Kunsthalle Schirn in Frankfurt. Dort wurden Wandgemälde gezeigt, die Chagall in den 1920er-Jahren für das Jüdische Theater in Moskau angefertigt hatte. Auf Vitalis Bestreben hin waren sie aus einem Depot vor dem Zerfall gerettet worden. Vitali setzte häufig mit Erfolg auf große Publikumsausstellungen: In Frankfurt am Main zeigte er eine Kandinsky-Retrospektive, die 200.000 Besucherinnen und Besucher anzog.

Grütters: Verhandlungen mit Hohenzollern gekippt

Die Verhandlungen der öffentlichen Hand mit den Hohenzollern über mögliche Rückgaben und Entschädigungen stecken fest. Kulturstaatsministerin Grütters sprach von verlorenem Vertrauen. Nach Jahren der Verhandlungen lägen die Positionen immer noch sehr weit auseinander, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Das Wohnrecht in einzelnen Häusern wie Schloss Cecilienhof zu beanspruchen, war anmaßend. Das hat in der öffentlichen Wahrnehmung, auch wenn zwischenzeitlich hier zurückgerudert wurde, die Stimmung kippen lassen." Der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg verhandeln seit 2014 mit den Nachfahren der letzten Monarchie in Deutschland. Ziel ist eine gütliche Einigung über Kunst- und Sammlungsobjekte, die teilweise als Leihgaben in Schlössern und Museen ausgestellt sind. Den Hohenzollern geht es nach eigenen Angaben um eine "umfassende gütliche Einigung". Zur Information der Öffentlichkeit wurde jüngst die Homepage der Familie aktualisiert und um zahlreiche Erläuterungen ergänzt.

Regisseurin kritisiert Golden-Globe-Nominierungen

Die US-Regisseurin und Schauspielerin Greta Gerwig zeigte sich enttäuscht, dass bei den Golden Globes keine Regisseurin nominiert ist. "In diesem Jahr gab es so viele schöne Filme von Frauen", sagte Gerwig. Dennoch sei keine einzige für die Auszeichnung im Rennen. In Hollywood wird darüber gestritten, warum in der 77-jährigen Geschichte der Golden Globes überhaupt nur fünf Filmemacherinnen nominiert wurden. Barbra Streisand ist die einzige Regisseurin, die den Preis gewann - mit dem Film "Yentl" von 1984.

Reporter von türkischer Oppositionszeitung verurteilt

Ein Gericht in Istanbul hat sechs Journalisten der türkischen Oppositionszeitung "Sözcü" zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Angeklagten, darunter auch Chefredakteur Metin Yilmaz, wurden zu zwei bis dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, wie ihr Anwalt mitteilte. Sie haben nach Überzeugung des Gerichts die als Terrororganisation verbotene Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen unterstützt, die für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Der Anwalt der Journalisten hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Broadway-Komponist Jerry Herman gestorben

Der US-Komponist Jerry Herman ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Familie der Nachrichtenagentur AP. Hermann machte sich einen Namen als Broadway-Komponist. Er schrieb die Musik für zehn Shows, darunter die Klassiker „Hello, Dolly! und „La Cage aux Folles, zu deutsch "Ein Käfig voller Narren". Für diese wurde er jeweils mit einem Tony für das beste Musical ausgezeichnet. Außerdem gewann er zwei Grammys, einen für den Song „Hello Dolly.

Städtetag will mehr Geld für Ganztags-Grundschulen

Der Deutsche Städtetag fordert mehr finanzielle Unterstützung der Kommunen beim Ausbau des Ganztagsbetriebs an Grundschulen. Die bisher vom Bund eingeplanten zwei Milliarden Euro deckten nur einen kleinen Teil der notwendigen Investitionen von 7,5 Milliarden Euro, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Weitere Probleme sieht der Vertreter des Städtetags im Mangel an ausgebildetem Fachpersonal und fehlenden Räumen. "Für einen umfassenden Rechtsanspruch, wie ihn die Koalition bis zum Jahr 2025 plant, wird es trotz aller Anstrengungen kaum gelingen, ausreichend Fachkräfte mit den notwendigen pädagogischen Qualifikationen zu finden." Ein Ganztagesbetrieb erfordere außerdem zusätzliche Räume für das Mittagessen, die individuelle Förderung von Schulkindern und mehr Freizeitmöglichkeiten.

Kanadischer Sender streicht Trump-Szene aus "Kevin"

Weil eine Szene mit dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump bei der Ausstrahlung des beliebten Films "Kevin - Allein in New York" fehlte, ist der kanadische Sender CBC in die Kritik geraten. Unterstützer des Republikaners warfen dem staatlichen Sender Zensur und politische Voreingenommenheit vor, wie US-Medien berichteten. Trump selbst schien es gelassener zu nehmen: "Der Film wird niemals derselbe sein! (nur ein Scherz)", schrieb er auf Twitter. Er verlinkte jedoch auf einen Artikel, der Kritik aus einer Sendung des US-Senders Fox News an CBC wiedergibt. Der kanadische Sender, der den Film aus dem Jahr 1992 jüngst im Vorweihnachtsprogramm gezeigt hatte, wies die Vorwürfe zurück. Die Szene sei schon 2014 herausgeschnitten worden - lange bevor Trump Präsident geworden sei.

GEW will weiterhin nationalen Bildungsrat

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beharrt weiter auf der Gründung eines nationalen Bildungsrats. Die jetzt diskutierte Fortentwicklung der Kultusminister-Konferenz sei keine taugliche Alternative zu dem vor einigen Wochen gescheiterten Bildungsrat, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der nationale Bildungsrat ist ein Projekt der Bundesregierung. Angesichts föderaler Bildungsstrukturen soll er für bessere Vergleichbarkeit und einheitliche Qualitätsstandards sorgen. Bayern und Baden-Württemberg hatten das Projekt im November mit ihrem Ausstieg aber scheitern lassen.

Regisseur Claude Régy gestorben

Der französische Theaterregisseur Regisseur Claude Régy ist mit 96 Jahren gestorben. In seiner 64 Jahre umfassenden Karriere inszenierte er mit vielen französischen Stars, darunter Isabelle Huppert und Gérard Depardieu. 1991 wurde er mit dem Grand Prix national du théâtre ausgezeichnet. Régy liebte die Dichtung des manischen Außenseiters und gilt in Frankreich als Erneuerer der modernen Theaterästhetik durch sein abstraktes und formstrenges Sprechtheater.

Opernsänger Peter Schreier gestorben

Der Opernsänger und Dirigent Peter Schreier ist tot. Wie seine langjährige Sekretärin mitteilte, starb er gestern im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in Dresden. Schreier gehörte zu den renommiertesten deutschen Tenören. Sein Debüt gab er 1966 bei den Bayreuther Festspielen. Später gastierte er 25 Jahre lang bei den Salzburger Festspielen. Engagements hatte Schreier unter anderem an der New Yorker Met und der Mailänder Scala. Als Dirigent arbeitete er mit zahlreichen Orchestern zusammen.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2019
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

TikTok-Trend #ChavcheckKlassismus per Filter
Der britische Komiker Matt Lucas als Vicky Pollard. (dpa / Comedy Central)

Unter #Chavcheck amüsiert sich das Internet über Stereotype, die meistens mit Armut in Verbindung gebracht werden. Was nach harmlosem Spaß klingt, offenbart sich bei näherem Hinsehen als strukturell klassistisches Problem, sagt Caren Miesenberger.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur