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Kulturnachrichten

Samstag, 16. Juni 2018

Dirigent Gennadi Roschdestwenski gestorben

Roschdestwenski hatte Chefpositionen bei renommierten Orchestern inne

Der russische Stardirigent Gennadi Roschdestwenski ist mit 87 Jahren in seiner Heimatstadt Moskau gestorben. Das bestätigte das Moskauer Tschaikowski-Konservatorium, wo er zuletzt arbeitete. Medienberichten zufolge soll er am Morgen nach langer Krankheit gestorben sein. Roschdestwenski zählte zu den bekanntesten Dirigenten seiner Zeit. In der Sowjetunion hatte er das Rundfunk-Symphonieorchester geleitet, später hatte er die Leitung des renommierten Moskauer Bolschoi-Theaters übernommen. Zudem hatte er jeweils mehrere Jahre Chefpositionen bei Orchestern wie der Stockholmer Philharmonie und bei den Wiener Symphonikern. Unter anderem war er auch mit der Dresdner Philharmonie aufgetreten.

Manifesta 12 öffnet in Palermo für Besucher

Thema der Wanderausstellung: Koexistenz

Die 12. Ausgabe der Wanderausstellung Manifesta öffnet am Sonntag für Besucher. Die europäische Biennale stellt in der süditalienischen Stadt als eine der bedeutendsten Schauen zeitgenössischer Kunst das Thema Koexistenz in den Mittelpunkt. Die Ausstellung läuft bis zum 4. November und steht unter dem Motto "The Planetary Garden. Cultivating Coexistence". Rund 50 Künstler und Kollektive zeigen ihre Werke und Projekte, die sich unter anderem mit Migration und Klimawandel auseinandersetzen. Gezeigt werden diese in Kirchen, Gärten und Gebäuden, die innerhalb und außerhalb der Stadt verstreut sind. Kuratiert wird die diesjährige Ausgabe von der Niederländerin Bregtje van der Haak, dem Spanier Andrés Jaque, dem Italiener Ippolito Pestellini Laparelli und der Schweizerin Mirjam Varadinis. Initiatorin der Manifesta ist die Niederländerin Hedwig Fijen. Die erste Schau fand 1996 statt. Seitdem wandert die Ausstellung im Zwei-Jahres-Rhythmus durch Europa. Zur Manifesta 2016 in Zürich kamen 200 000 Besucher.

Saint-Exupéry-Zeichnung des kleinen Prinzen versteigert

Die Illustration schmückte einen elfseitigen Liebesbrief

Eine Zeichnung des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry seiner Figur des kleinen Prinzen ist für 240 500 Euro unter den Hammer gekommen. Die Zeichnung mit Wasserfarben zeigt den kleinen Prinzen auf einem Globus an einem Schreibtisch, von dem ein langes Schriftband herunterhängt und wurde nach Angaben des Auktionshauses Artcurial am Samstag zusammen mit 49 anderen signierten Arbeiten Saint-Exupérys versteigert. Die Illustration schmückte einen elfseitigen Liebesbrief, der laut Artcurial wahrscheinlich die letzte Korrespondenz Saint-Exupérys war, bevor der Autor und Pilot im Sommer 1944 auf einem Flug über dem Mittelmeer verschollen ist. Die ein Jahr zuvor erschienene Erzählung "Der kleine Prinz" ist nach Angaben der Pariser Sait-Exupéry-Stiftung eines der am meisten übersetzen Bücher der Geschichte.

Macron lädt zur Fête de la musique in den Palast

Der Elysee-Palast öffnet seine Pforten für eine Electro-Musikshow

Das alljährlich in Paris stattfindende Straßenkonzertfestival "Fête de la musique" ist um eine Attraktion reicher: Am Donnerstag wird der aus dem 18. Jahrhundert stammende Amtssitz des französischen Präsidenten, der Elysee-Palast, zu einer weiteren Bühne im Programm, das über die ganze Stadt verteilt stattfinden wird. Fünf französische DJs werden vor dieser atemberaubenden Kulisse auftreten, u. a. Kavinsky und DJ Busy P - beide gelten als internationale Botschafter des Musikgenres "French Touch". Die Electro-Musikshow ist begrenzt auf ein Publikum von maximal 1 500 Personen. Wer daran teilnehmen will, muss sich auf folgender Website registrieren lassen: evenements.elysee.fr.

Polizei entdeckt Villa mit gestohlenen Kunstwerken

Haus wurde im Zuge von Ermittlungen wegen Konkursbetrugs durchsucht

Mehr als hundert gestohlene Kunstwerke sind in einer Privatvilla in der Nähe von Rom entdeckt worden. Die insgesamt 121 Fundstücke stammten aus dem antiken Rom und dem Mittelalter und seien von wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung, teilte die Finanzpolizei mit. Die Villa sei wie ein Privatmuseum gewesen. Die Polizei hatte das Haus im Zuge von Ermittlungen gegen das Besitzerehepaar wegen Konkursbetrugs durchsucht. Die Vasen, Säulen und Keramikgegenstände kamen vermutlich aus einem römischen Haus aus dem ersten bis fünften Jahrhundert nach Christus und einer Kirche aus dem achten oder neunten Jahrhundert. Vermutlich hatte das Paar sie auf dem Schwarzmarkt erworben. Die Fundstücke händigte die Polizei einem örtlichen Museum aus.

Gerhard Richter schenkt Münster ein Kunstwerk

Foucaultsches Pendel in der Dominikanerkirche ab Sonntag zugänglich

Die Stadt Münster hat von Gerhard Richter ein Kunstwerk bekommen. Der Künstler hat das Geschenk in der Dominikanerkirche vorgestellt: ein 48 Kilogramm schweres Foucaultsches Pendel aus Messing. Ab Sonntag ist die Installation mit dem Titel "Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel" in der entweihten Dominikanerkirche in der Stadtmitte allgemein zugänglich. Der Eintritt ist frei. Richter, der als einer der einflussreichsten lebenden Künstler der Welt gilt, hat in der Kirche eine dunkle Bodenplatte verlegen lassen. Darüber wird das eigentliche Kunstwerk des Kölners schwingen: Ein 48 Kilogramm schweres Foucaultsches Pendel aus Messing, das an einem 29 Meter langen Seil hängt. Es zeigt mit seiner Bewegung die Erdrotation an. Vier sechs Meter hohe Glastafeln, die paarweise vor den Wänden angebracht sind, reflektieren die Bewegung des Pendels im Kirchenraum.

Ermittlungen gegen Kollegah und Farid Bang eingestellt

Umstrittene Textzeilen sind laut Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nicht strafbar

Die umstrittenen Textzeilen der Gangster-Rapper Kollegah und Farid Bang sind nicht strafbar. Das hat eine Prüfung durch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ergeben. Die Ermittlungen seien deswegen eingestellt worden, sagte Behördensprecher Ralf Herrenbrück auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zwar seien die Liedtexte voller vulgärer, menschen- und frauenverachtender Gewalt- und Sexfantasien, heißt es in der Entscheidung, die den Beteiligten zuging. Weil sie aber damit dem Genre "Gangsta-Rap" gerecht werden, sei dies nicht strafbar. Denn auch für diese Musikrichtung gelte die in der Verfassung verankerte Kunstfreiheit. Nach dem Eingang mehrerer Strafanzeigen im Zuge des Eklats bei der Verleihung des Musikpreises Echo waren die Liedtexte der Rapper auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüft worden. Die Verleihung des Musikpreises Echo an die beiden Rapper hatte für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung des Preises führte.

Khuon fordert offene Diskussion zur Berliner Volksbühne

Künftiges Konzept wird bei zweitägigem Kongress erörtert

Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon, hat in der Diskussion um die Zukunft der umkämpften Berliner Volksbühne mehr Offenheit angemahnt. Das traditionsreiche Haus habe eine "wunderbare Truppe", deshalb solle man es als Ensemble- und Repertoiretheater erhalten, sagte der Intendant des Deutschen Theaters in Berlin bei einem Symposium in der Hauptstadt. Allerdings müsse man auch offen sein für andere Bühnenformen wie Tanz oder Performance. "Man sollte das nicht dogmatisch beantworten". Unter dem Motto "Vorsicht Volksbühne!" wird bei dem zweitägigen Kongress in der Berliner Akademie der Künste über das künftige Konzept des Theaters gestritten. Chris Dercon, der Nachfolger des langjährigen Intendanten Frank Castorf, hatte sein Amt nach kurzer Zeit wieder aufgeben müssen. Derzeit wird das Haus von Klaus Dörr als Interimschef geleitet. Er soll bis Sommer 2020 bleiben.

Großbrand in Glasgower Kunsthochschule

Gebäude wurde schon 2014 durch Feuer beschädigt

Zum zweiten Mal binnen weniger Jahre ist das historische Gebäude der Kunsthochschule im schottischen Glasgow bei einem Großbrand schwer beschädigt worden. Das 2014 schon einmal ausgebrannte Gebäude der renommierten Glasgow School of Art geriet in der Nacht zum Samstag erneut in Brand. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr aber niemand. Augenzeugen sagten dem Rundfunksender BBC, das Feuer sei "viel schlimmer" als der erste Brand im Mai 2014. Damals war das Gebäude von den Flammen schwer beschädigt worden, es konnte aber restauriert werden. Das Gebäude der Kunsthochschule wurde von dem schottischen Architekten Charles Rennie Mackintosh entworfen, einem wichtigen Vertreter des Jugendstils. Die 1845 gegründete Glasgow School of Art ist eine der ältesten und renommiertesten Kunsthochschulen in Großbritannien.

Roger Waters geht gegen Münchens OB vor

Oberbürgermeister Dieter Reiter wirft dem Musiker Antisemitismus vor

Eine Presseerklärung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sorgt für Unmut bei Roger Waters, dem Mitbegründer der Rockband Pink Floyd. Nach einem Konzert am Mittwoch von Waters in Münchens Olympiahalle hatte der SPD-Politiker ihm in dem Text Antisemitismus vorgeworfen. Waters Berliner Anwalt Christian Schertz fordert, dass die Stadt München die Presseerklärung löscht. Die Vorwürfe gegen seinen Mandanten wies er zurück. Waters habe sich zwar kritisch zur Politik des Staates Israel geäußert, aber niemals "abfällig über Menschen jüdischen Glaubens". Schon seit einiger Zeit werden Waters Konzerte wegen seiner Äußerungen von mehrere ARD-Sendern nicht mehr präsentiert. Laut Reiter werde nach einem Stadtratsbeschluss die Olympiahalle künftig nicht mehr an Waters vermietet. Es sei ihm wichtig "unmissverständlich klarzustellen, dass die antisemitische Stimmungsmache Roger Waters' in München weder willkommen ist noch unwidersprochen bleibt". Reiter habe mit der Erklärung seine Neutralitätspflicht verletzt, meinte Waters Anwalt.

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