Seit 05:05 Uhr Studio 9

Donnerstag, 13.12.2018
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 12.08.2014

Dimitri Hegemann Warum suchen Sie immer wieder Räume für Subkultur?

Der Berliner Clubbetreiber will jungen Menschen in der Provinz helfen

Moderation: Britta Bürger

Podcast abonnieren
Der "Tresor"-Gründer Dimitri Hegemann (Marie Staggat)
Der "Tresor"-Gründer Dimitri Hegemann (Marie Staggat)

Der langjährige Berliner Club-Betreiber und Kulturmanager Dimitri Hegemann will junge Leute in Kleinstädten glücklich machen, wie er sagt. Sein Beratungsprojekt, das er "Happy Locals" nennt, soll die Provinz vor kultureller Verödung bewahren.

Oft findet die "junge Intelligenz", also junge Menschen, die etwas bewegen wollen, die etwas machen wollen, in der Provinz keine Plattform, um sich zu entfalten, kritisiert Dimitri Hegemann. Sie würden von Entscheidungsträgern vor Ort nicht gehört und gingen fort, nach Berlin zum Beispiel:

"Was bleibt in der Kleinstadt? Da kehrt dann der Mainstream ein. Diese Leute fehlen, es passiert gar nichts mehr kulturell, Diaspora, Wüste."

Dabei sei es sehr einfach zu helfen: mit Räumen. Meist hätten die Städte in ihren Liegenschaften alte Bahnhöfe, Wasserwerke oder Supermärkte. Dort könnten junge Leute experimentieren, sich abgrenzen. Er nennt sein Projekt "Happy Locals", und das sehe auch ein Konzept zur Jugendpolitik vor: 18- bis 22-Jährige würden lernen, wie sie selber abstimmen - etwa darüber, wer ihr Projekt steuern soll. Städte bräuchten nicht "hunderttausende Jugendzentren" zu bauen, findet Hegemann:

"Die Leute wollen ihre eigene Welt aufbauen. Sie brauchen Ermutigung und sie brauchen den Raum."

Er selbst, sagt der Gründer des legendären Berliner Techno-Clubs Tresor, wäre auch gern in seinem Dorf geblieben - "wenn ich damals das alte Haus bekommen hätte..."

Mehr zum Thema:

Porträt - Genie oder Chaot? (Deutschlandradio Kultur, Profil, 08.04.2014)
Dimitri Hegemann: Zwei Drittel der Berlin-Touristen kommen wegen der Subkultur (Deutschlandradio Kultur, Thema, 25.08.2011)

Im Gespräch

Felix FinkbeinerMit Bäumen die Welt retten
Felix Finkbeiner, der Initiator der Umweltschutzorganisation "Plant for the Planet", posiert in Uffing am Staffelsee neben einem jungen Baum. (dpa / picture alliance / Tobias Hase)

Wenn die Erwachsenen nichts tun, müssen die Kinder das Klima retten. Das sagte sich Felix Finkbeiner, als er neun Jahre alt war. Er hielt eine Rede vor der UNO und animiert weltweit Kinder zum Bäume pflanzen: 1000 Milliarden sind das Ziel. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur