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Interview / Archiv | Beitrag vom 26.09.2020

Digitale Krebs-Convention "Yes!Con" Begegnungen mit Mutmachern

Dirk Rohde im Gespräch mit Ute Welty

Dirk Rohde vor seinem Motorrad. (Dirk Rohde)
Der Motorradpolizist Dirk Rohde hat den Krebs überstanden und möchte nun anderen Menschen helfen. (Dirk Rohde)

Patientenbetreuer Dirk Rohde will seine Erfahrungen mit dem Krebs weitergeben und Mut machen. Er ist einer der Redner bei der ersten digitalen Krebs-Covention "Yes!Con". Denn Krebs ist immer noch ein Tabu und das Schweigen weit verbreitet.

Das Sprechen über Krebs steht im Mittelpunkt der ersten digitalen Krebs-Covention "Yes!Con". Mit dabei ist Dirk Rohde, der in Köln als Patientenbetreuer aktiv ist und auf einem der Podien sitzt. Er erfuhr vor fünf Jahren seine Krebsdiagnose und gilt heute als geheilt.
 

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Krebs sei immer noch ein Tabuthema, sagt Rohde. Vor allem bei Männern herrsche immer noch häufig das Schweigen vor. Sie gingen oft nicht zur Krebsvorsorge und seien von Kindheit an wenig gewöhnt, in sich hineinzuhören oder über Schmerzen zu sprechen. "Es ist tatsächlich so, dass Männer über Krebs deutlich weniger reden als Frauen es tun", sagt Rohde.

Erfahrungen weitergeben 

Er werde bei der Veranstaltung von seinen Erfahrungen erzählen. Es sei 2015 ein Schock gewesen, als er die Diagnose erhielt. "Ich war damals wie gelähmt", so Rohde, der große Ängste - auch vor dem Sterben - erlebte. Viele Menschen setzten sich mit dem Thema nie auseinander. "Krebs haben immer die anderen, nie man selber", so Rohde. Aber auf einmal sitze man dann vor dem Arzt.

In seinem Fall sei er informiert worden, dass bösartige Zellen in seinem Hals gefunden worden seien. Die Überlebensprognose sei damals 60:40 gewesen, erinnert sich der langjährige Krebspatient. "Das bekam ich dann vor den Kopf geknallt." 

Er habe damals gar keine Hilfe erfahren, sagt Rohde. "Deswegen helfe ich mit den Erfahrungen, die ich damals gemacht habe heute Anderen." Er hoffe, dass sich mehr Leute in diesem Feld engagierten, damit Menschen geholfen werden könne, die gerade ihre Krebsdiagnose bekommen hätten. Als Patientenbetreuer begleitet Rohde solche Fälle und ist in dem Selbsthilfenetzwerk "Kopf- Hals-Mundkrebs e.V" aktiv.

Besuche im Krankenhaus 

Auf Wunsch besucht er in Köln krebskranke Patienten im Krankenhaus und kann durch seine überstandene Krankengeschichte neuen Mut machen. "An mir sieht er, wie ich heute wieder lebe", sagt Rohde. Er könne Patienten in einer Phase der Zukunftsängste zeigen, dass er das alles schon hinter sich habe, die Operationen, die Chemo- und Strahlentherapie.

Das sei auch für ihn eine sehr schwere Zeit gewesen. "Aber heute geht es mir wieder richtig gut." Jede Therapie sei irgendwann einmal zu Ende und dann gebe es Licht am Ende des Tunnels. "Und dann beginnt ein neues, zweites Leben." Diese Aussicht gebe Hoffnung und Energie, um eine Behandlung durchzustehen und weiter zu machen, sagt Rohde.

(gem)

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